Aschenputtels Arbeit

Kampf gegen Frauenunterdrückung

Hannes Hohn

„Waschen, bügeln, fegen, die Staubflöckchen unter den Möbeln hervorkehren, damit hält man zwar den Tod nicht auf, kommt aber nicht zum Leben.“ (Simone de Beauvoir)

Haushalt ist Frauensache – immer noch. lt. Statistischem Bundesamt wenden Frauen in der BRD etwa 20 Stunden pro Woche für Hausarbeit auf, Männer nur 7. Trotz dieses Ungleichgewichts drückt diese Zahl jedoch auch aus, dass Männer im Zuge des Fortschreitens der Emanzipation mehr Hausarbeit übernehmen als in früheren Jahrzehnten. Dass auch ein Mann den Kinderwagen schiebt oder Einkaufen geht, ist nicht mehr ungewöhnlich. Das alles gilt aber eher für höher entwickelte Länder, in großen Teilen der Welt sieht es damit noch wesentlich schlechter aus. 

Alle bedeutenden SozialistInnen haben betont, dass die Hausarbeit ein wesentliches Element der sozialen Unterdrückung der Frau darstellt. Sie alle forderten daher, dass die Hausarbeit vergesellschaftet werden soll. Das war für sie eine wesentliche Voraussetzung der Befreiung der Frau und des Sozialismus.

Viele werden sagen: „Was ist so schlimm an Hausarbeit, es gibt ja genug Technik, welche die Arbeit erleichtert.“ Das stimmt natürlich hinsichtlich der Erleichterung vieler häuslicher Arbeiten –allerdings verfügen hunderte Millionen Frauen (und Männer) weltweit auch heute noch nicht oder kaum über diese Möglichkeiten. Sie verrichten die Hausarbeit oft noch so wie vor hundert Jahren,als z.B. das Wäschewaschen von Hand erfolgte – stundenlang und mindestens einmal die Woche.

In den entwickelteren Ländern hat sich v.a. nach 1945 viel an der Situation von Frauen geändert. Mit dem langen Nachkriegs-Boom und der massenhaften Einführung technischer Konsumartikeln erhöhte sich auch der Lebensstandard der Mehrheit der Arbeiterklasse. Frauen wurden – zuerst durch die Anforderungen des Krieges – stärker in die Arbeitswelt integriert. Dieser Trend hält auch heute an. Auch die rechtliche Gleichstellung nahm zu, bestimmte diskriminierende Regelungen (z.B. zur Abtreibung) wurden gelockert oder gar abgeschafft. Der Bildungsstand von Frauen und Männern glich sich immer mehr an.

Doch trotz aller Veränderungen hat sich grundsätzlich nicht geändert, dass Hausarbeit und Kinderbetreuung noch immer hauptsächlich Frauendomänen sind. Die Doppelbelastung der Frau durch Arbeit und Haushalt/Familie ist geblieben. Außerhalb des „Normalarbeitsverhältnisses“, z.B. bei der Teilzeitarbeit, wird diese „Erleichterung“ der Belastung mit finanziellen Einbußen und größerer sozialer Unsicherheit erkauft. Daran zeigt sich auch, dass die Frauenunterdrückung ein spezifischer Aspekt des allgemeinen gesellschaftlichen Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnisses zwischen Lohnarbeit und Kapital darstellt. Dieses Verhältnis lässt sich nicht dadurch aufheben, dass der Waschvollautomat den Waschzuber abgelöst hat und Wegwerf-Windeln erfunden wurden.

Veränderungen in der Lebensweise

Die Existenz der „doppelt freien“ LohnarbeiterInnen (rechtlich frei und frei von Produktionsmitteln)mit der Ausprägung der kapitalistischen Produktionsweise brachte es mit sich, dass es nun weitgehend unmöglich war, in häuslicher Produktion Güter für den Eigenbedarf herzustellen. Alles,was gebraucht wurde, musste gekauft werden. Der Zwang, seine Arbeitskraft zu verkaufen, um Lohn zu erhalten, war deutlich größer als je zuvor.

Dazu kam, dass es noch in der Feudalgesellschaft für die bäuerliche Bevölkerungsmehrheit keine grundsätzliche strukturelle Differenzierung oder Benachteiligung der Frauen im Produktionsprozess selbst gab. Da alle Arbeit im Haus bzw. in der direkten Umgebung stattfand, konnten Haushalt, Essenkochen und Kinderbetreuung mit der Arbeit im Stall oder auf dem Feld noch verbunden werden. Im Kapitalismus änderte sich das grundlegend, da die Fabrik und damit der Arbeitsplatz in der Stadt war, daher der Weg zur Arbeit tendenziell länger wurde und Hausarbeit und Kinderbetreuung mit der Lohnarbeit nicht mehr oder viel schwerer koordiniert werden konnten.

Die Hausarbeit trug nun auch fast nichts mehr zum Familieneinkommen bei. War es im Feudalismus Frauen noch möglich, ja für die familiäre Reproduktion notwendig, neben der Hausarbeit noch auf dem Feld oder im Stall zu arbeiten, zu Hause zu weben, zu flechten usw. und damit entweder zur Deckung des Familienbedarfs beizutragen oder aber die Produkte zu verkaufen oder zu tauschen,waren im Kapitalismus Arbeiten wie Kinderbetreuung, Putzen und Waschen (im eigenen Haushalt)zwar noch nützlich, hatten noch einen Gebrauchswert, erzeugten jedoch keinen Tauschwert mehr.Die häusliche Herstellung von Dingen und die landwirtschaftliche Eigenversorgung waren unter städtischen Bedingungen fast unmöglich. Die Abhängigkeit von der Lohnarbeit war nun fast total.

Noch im Mittelalter war die Hausarbeit von der eigentlichen „Berufs-Arbeit“ des Bauern oder Handwerkers auch hinsichtlich der Qualifikation nicht wesentlich unterschieden. Im Kapitalismus wurde das radikal anders. Fortschritt fand v.a. in der Sphäre der Industrie statt, nicht oder kaum jedoch im Bereich häuslicher Arbeit und auch weniger in der Landwirtschaft. Die typischen Arbeitender Frau waren „entwertet“ – in mehrfacher Hinsicht: sie erzeugten keinen Tauschwert und wurden im Vergleich zur Industrie immer mehr einfache, „primitive“ Arbeiten.

Dadurch, dass die reale Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Lohnarbeit zum Kernproblem ihrer materiellen Existenz wurde, vertiefte sich zugleich auch die (materielle) Abhängigkeit der Frau vom Mann und der faktischen Unterordnung ihres Lebens unter das des Mannes.

Primitive Hausarbeit?

Die Arbeit des Gourmetkochs hat quasi Kunststatus – das häusliche Kochen ist im Grunde dieselbe Arbeit. Sie erfordert Planung, Erfahrung und Phantasie. Trotzdem ist die kochende Hausfrau weit davon entfernt, als „Künstlerin“ zu gelten.

Während die Arbeit von Lehrern oder Erziehern als qualifizierte Facharbeit gilt, für die eine langjährige Ausbildung verlangt wird, gilt dasselbe für die häusliche/familiäre Erziehung der eigenen Kinder nicht. Ob die „Erzieher selbst erzogen werden müssen“ (Marx), kümmert die bürgerliche Gesellschaft nicht oder nur insofern, als das Jugendamt bei Misshandlung oder Verwahrlosung von Kindern – meist erst im Nachhinein – aktiv wird. Trotzdem wird kein normaler Mensch bezweifeln,dass die Erziehung von Kindern durch die Eltern eine komplizierte Tätigkeit ist, die „soziale Kompetenz“ erfordert.

Hausarbeit (im weitesten Sinne) ist also keinesfalls nur „primitive“ Arbeit, die vergesellschaftet werden muss, um Frau oder Mann von ihr zu befreien. Selbst einfache Tätigkeiten wie Reinigungs- und Aufräumarbeiten, das Einkaufen, Bank-, Versicherungs- oder Verwaltungssachen (die sehr häufig in Familien der „Zuständigkeit“ der Frau obliegen) sind oft nicht weniger anspruchsvoll oder kreativ als Fließbandarbeit oder die Arbeit eines Finanzbeamten, der jahrzehntelang Zahlenkolonnen kontrolliert. Hausarbeit ist kombinierte Arbeit aus verschiedenen, teils sehr anspruchsvollen, teils sehr einfachen Tätigkeiten.

Die Ödnis und der isolierende Charakter der Hausarbeit ist v.a. oder überhaupt nur für Frauen aus der Arbeiterklasse oder der unteren Mittelschicht ein Problem. Reichere Frauen hatten schon immer viele Möglichkeiten, unliebsame Arbeiten auf proletarische Frauen abzuwälzen, die als Dienerinnen,Kinderfrauen oder Haushaltshilfen den besser situierten Frauen ermöglichten, ein angenehmeres Leben zu führen und sich kreativeren Beschäftigungen zu widmen.

Familienlohn

Im Arbeitslohn sind die Reproduktionskosten der Arbeiterklasse, also der Familie samt Kindern etc.enthalten. Der Arbeitslohn des (überwiegend) männlichen Arbeiters ist – letztlich unabhängig von der realen Familienform – als Familienlohn gesetzt, woraus sich auch (wenn auch nicht nur) die Hartnäckigkeit der Lohnunterschiede von Mann und Frau erklären. Im System der Lohnarbeit ist also – im Prinzip, real sieht es manchmal anders aus – immer schon der Zwang der privaten Form der Reproduktion der Familien samt ihrer unterdrückerischen Funktionen und der diskriminierten Rolle der Frau mit enthalten. Ein individuellen „Ausbrechen“ daraus, z.B. indem sich die Familie für die Berufstätigkeit der Frau und gegen jene des Mannes entscheidet, wird oft durch Einkommenseinbußen für den Gesamthaushalt beeinträchtigt oder scheitert an mangelnden oder zu teuren Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Wie die individuellen Mitglieder der Arbeiterklasse die Reproduktion der Familie „gestalten“,überlässt das Kapital auf dieser Grundlage fast gänzlich den ArbeiterInnen bzw. dem Staat. Wie sie ihren Lohn verwenden, aufteilen etc. liegt außerhalb des eigentlichen Kapitalverhältnisses,wenngleich letztlich der direkte und indirekte Arbeits- bzw. „Sozial“lohn den durchschnittlichen Verbrauch einer Proletarierfamilie (sprich den Warenkorb an Lebensmitteln, Wohnkosten, Kosten für Regeneration, Bildung, Rente) decken soll.

Im (proletarischen) Haushalt finden in der Regel keine Lohnarbeit, keine Ausbeutung, keine Warenproduktion statt. Die „Produkte“ der weiblichen Hausarbeit werden nicht als Ware vom Mann oder den Kindern oder sonst jemandem gekauft. Sie erscheint als Gratisarbeit (auch wenn zu ihrer Verrichtung natürlich die Reproduktion der Frau, also deren Reproduktionskosten vorausgesetzt sind).

Soziale Isolierung

Wenn der Marxismus davon spricht, dass Hausarbeit bzw. die Abwälzung der Hausarbeit auf Frauenunterdrückerisch ist, dann kann sich das offensichtlich nicht v.a. auf die Art häuslicher Tätigkeiten an sich beziehen. Auch in einer zukünftigen, befreiten, kommunistischen Gesellschaft werden Menschen Staub fegen, aufräumen, Kinder versorgen oder Essen kochen.

Das Unterdrückerische an der Hausarbeit besteht zunächst darin, dass sie meist von Frauen verrichtet wird, wodurch Männer oft einen größeren Freiraum haben, sich um Beruf, Hobby oder Politik zu kümmern.

Die Forderung nach Vergesellschaftung drückt schon einen entscheidenden Nachteil der Hausarbeit aus: dass sie eben fast nur im privaten Rahmen stattfindet. D.h. Frauen (und natürlich auch Männer)sind bei dieser Arbeit von der gesellschaftlichen Kooperation und Kommunikation weitgehend abgekoppelt. “Durch die Isolation und Einsamkeit im Hause erfahren Frauen eine spezifische Ausrichtung ihres Denkens und Handelns und einen ständigen Mangel an sinnlichen Eindrücken und Anregungen (…).“ (Roswitha Burgard: Wie Frauen verrückt gemacht werden; München 1993, S. 66)

Eng damit verbunden ist der Umstand, dass in der privaten Hausarbeit die Dynamik der modernen Industrie mit ihren technischen Errungenschaften, Verbindungen zur Wissenschaft, bestimmten Formen von Organisation, Kooperation und Arbeitsteilung nicht vorkommen. So sind Frauen, die nur oder überwiegend häusliche Arbeiten verrichten, von dieser Seite des gesellschaftlichen Lebens weitgehend abgeschnitten. Während Männer sich weiterbilden, sich mit Veränderungen in der Arbeitswelt und mit den Entwicklungen von Wissenschaft und Technik auseinandersetzen müssen,geht ein solcher Druck von der Hausarbeit kaum aus.

„Hausfrauen“ haben auch weniger Kontakt zur Arbeiterklasse – als Kollektiv verstanden und nicht als einzelner Arbeiter in Form des Partners – und zur Arbeiterbewegung.

Das Unterdrückerische an der Hausarbeit liegt also v.a. in ihrer Isoliertheit: von der Gesellschaft, von der Kommunikation, von moderner Produktion und von der Arbeiterklasse, von ihren Organisationen und Kämpfen. Insofern ist jeder Kampf für die Vergesellschaftung der Hausarbeit auch ein Kampf gegen Unterdrückung und ein Kampf für die Stärkung der Arbeiterbewegung durch die bessere Einbindung von Millionen proletarischer Frauen.

Vergesellschaftung

Der Kapitalismus kann auf die private Organisation der Hausarbeit letztlich nicht verzichten.Gleichwohl zeigt er selbst auch Tendenzen zur Vergesellschaftung der Hausarbeit. Mit der Einbeziehung von immer mehr Frauen in die Lohnarbeit ging auch eine Technisierung der Hausarbeit wie eine Ausdehnung staatlicher oder privater Kinderbetreuungs- und Erziehungseinrichtungen einher.

Letztlich bleibt diese Tendenz im Kapitalismus aber immer beschränkt, unvollständig und geht oft mit einer Doppelbelastung der Frau einher. Mit der wirklichen Aufhebung der privaten Hausarbeit würde auch der vorherrschenden Beziehungsform, der bürgerlichen Kleinfamilie samt ihrer repressiven Funktion in der Unterdrückung, Unterordnung der Frau und der Kinder, ein Stück weit der Boden entzogen. Daher muss die Familie – auch wenn sie im Kapitalismus selbst oft nicht so„normal“ ist, wie Familienpolitik, Kirche oder Moralapostel glauben machen – gefördert, am Leben erhalten und zugleich andere Formen des Zusammenlebens stigmatisiert werden.

Zum anderen würde eine Vergesellschaftung der Hausarbeit aber auch den Warencharakter der Ware Arbeitskraft – im doppelten Sinn als Warenerzeuger wie als Warenkäufer – unterminieren. Was heute an Waren für den Haushalt gekauft, an Energie, Zeitaufwand, Kreativität für Kindererziehung oder Kochen, an Aufwand für Müllentsorgung, Reparaturen usw., verwandt wird,würde zumindest teilweise als gesellschaftliche Arbeit erscheinen. Es würde nicht mehr auf die„geschickte Haushaltsführung“ der Frau (oder des Mannes) ankommen, ob der Lohn oder das Arbeitslosengeld reicht, sondern die Kosten würden direkt als gesellschaftliche Kosten erscheinen;aus der privaten Operation wird eine gesellschaftliche.

Das Leben überhaupt würde stärker einen gesellschaftlichen und nicht nur einen individuell-privaten Charakter tragen. Das zeigt, dass die Forderung nach Vergesellschaftung der Hausarbeit eine Übergangsforderung ist, eine Forderung, deren Verwirklichung über den Kapitalismus hinausweist,weil sie das gesamte bürgerliche Gefüge von Produktion, Konsumtion und Reproduktion zur Disposition stellt.

Die Befreiung der Frau kann nur erfolgen, wenn die Gesellschaft häusliche Tätigkeiten und die Kinderbetreuung gemeinschaftlich – d.h. eben gerade nicht durch einen abgehobenen Staat –erledigt. Die Basis dafür ist u.a. eine grundsätzliche Verkürzung der notwendigen Arbeit.Voraussetzung dafür ist letztlich allgemein, dass alle Unterdrückungsverhältnisse überwunden werden, dass der Mensch sich selbstbewusst und aktiv um die Gestaltung der Gesellschaft kümmert. Das alles ist auf der Basis von Privateigentum und Profitstreben – und auch unter der Vormundschaft des Staates – letztlich unmöglich.

Diesen emanzipatorischen Befreiungskampf zu führen, hat die reformistische Arbeiterbewegung allerdings längst aufgegeben. In den Büros der Gewerkschaftshäuser oder den Vorstandsetagen von SPD und Linkspartei spielt die Hausarbeit als ein zentraler Aspekt der Frauenunterdrückung keine Rolle – und wenn, dann in Form einer „Frauen- und Familienpolitik“, die komplett in den Strukturen bürgerlicher Gesellschaftlichkeit verharrt.

Im Vergleich dazu sind die praktischen Errungenschaften und Bemühungen der jungen Sowjetunion für die Verbesserung der Lage der Frauen und die perspektivischen Debatten, die Revolutionärinnen wie Clara Zetkin oder Alexandra Kollontai und auch einige ihrer männlichen Mitstreiter führten, der heutigen frauenpolitischen Kleingeisterei des Reformismus turmhoch überlegen!

So schrieb z.B. Lenin in „Die große Initiative“: ,,Die Frau bleibt nach wie vor Haussklavin, trotz aller Befreiungsgesetze, denn sie wird erdrückt, erstickt, abgestumpft, erniedrigt von der Kleinarbeit der Hauswirtschaft, die sie an die Küche und an das Kinderzimmer fesselt und sie ihre Schaffenskraft durch eine geradezu barbarisch unproduktive, kleinliche, entnervende, abstumpfende, niederdrückende Arbeit vergeuden läßt. Die wahre Befreiung der Frau, der wahre Kommunismus wird erst dort und dann beginnen, wo und wann der Massenkampf (unter der Führung des am Staatsruder stehenden Proletariats) gegen diese Kleinarbeit der Hauswirtschaft, oder richtiger, ihre massenhafte Umgestaltung zur sozialistischen Großwirtschaft beginnt.“ (LW 3, Berlin 1970, S. 263)

Lenin verweist hier richtig auf den Zusammenhang zwischen Kommunismus und Frauenbefreiung. Allerdings zeigt seine Formulierung auch, dass er sich offenbar selbst den Kommunismus nur als Gesellschaft vorzustellen vermag, in der es noch einen Staat gibt, an dessen „Ruder“ das Proletariat stehen würde, während Marx und Engels (und in „Staat und Revolution“ auch Lenin selbst), davon ausgingen, dass der Staat in der Entwicklung der Gesellschaft Richtung Kommunismus absterben wird.

Die Unterdrückung der Frau – und die Hausarbeit ist ein zentraler Teil davon – kann nur überwunden werden, wenn sie ein bewusster Aspekt des allgemeinen Klassenkampfes des Proletariats wird, wenn Männer und Frauen gemeinsam für die Überwindung des Kapitalismus und für eine kommunistische Gesellschaft streiten und die Organisation des Lebens allgemein wie der persönlichen Reproduktion der Bestimmung durch das Kapital wie dem Zugriff des Staates entreißen.

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