Franz Marc I

Hanns Graaf

Zu seinem Bild „Reh im Walde II“ (1912)

Franz Marc - Reh im Walde II (1912)
Quelle: Wikimedia Commons

Reh,
  Wie ruhen wir
    Schlaflos
      Im wölfischen Wald.
        Verbirgt uns
          Unser helles dünnes
            Fell, das uns verrät?
              Verwundet
                Sind wir schon von
                  Ängsten.
                    Feuerhorizonte
                      Züngeln näher.
                        Bäume fackeln.
                          Lodernd Gras.
                            Mond,
                              Scheinst uns
                                Leichengesichtig.
                                  Düstere Schatten
                                    Fallen uns
                                      An.

9 Argumente gegen die Theorie von der drohenden Klimakatastrophe

Hanns Graaf

Fast täglich werden wir propagandistisch darauf eingenordet, dass uns immer weitere Erwärmung und damit eine Klimakatastrophe drohe. Diese käme dadurch zustande, dass durch die Verbrennung fossiler Stoffe (Kohle, Gas, Öl) Spurengase wie CO2 emittiert werden und sich in der Atmosphäre anreichern. Diese Spurengase würden nun wie eine Art Isolierung wirken und die Abkühlung der Erde vermindern bzw. zusätzliche Erwärmung erzeugen. Als Hauptübeltäter wird dabei das CO2 ausgemacht, welches das Klima wesentlich (mit)bestimmen würde. Theoretisch findet diese Auffassung darin ihren Ausdruck, dass durch den anthropogenen (menschlichen) Zusatzeffekt der „natürliche“ Treibhauseffekt (THE) signifikant verstärkt würde. „9 Argumente gegen die Theorie von der drohenden Klimakatastrophe“ weiterlesen

Das Methusalem-Problem

Hanns Graaf

Mit dem Beginn der Agenda-Reformen durch die rot/grüne Schröder-Regierung sank für erhebliche Teile der Lohnabhängigen das Lebensniveau. Mit der Krise von 2008 steigerte sich zudem enorm die Verschuldung von Staat und Kommunen. Beides führt dazu, dass uns immer neue „Begründungen“ dafür vorgelegt werden, warum es soziale Probleme gibt – und warum diese nicht am Kapitalismus als System liegen, sondern andere Ursachen haben. „Das Methusalem-Problem“ weiterlesen

Heimatkunde

Hanns Graaf

Reiches Land mit armen Hunden.
Noch gilt lockrer Leinenzwang.
Martinshörner jauln seit Stunden.
Aus den Stadien dröhnt Gesang.

Schuss um Schuss zerreißt die Netze.
Und das Spiel fängt grad erst an.
Regen strömt auf alle Plätze.
Eine Sturmfront zieht heran.

Die Kurse falln. Tiefrot die Zahlen.
Unterm Rad quietscht eine Maus.
Durch das Glas der Bankzentralen
Stürzt zuweilen einer raus.

Vor dem Leihhaus eine Schlange.
Noch gibt man sich unbeschwert.
Doch so langsam wird uns bange!
Vorm Reformhaus kotzt ein Pferd.

Hiob schreibt die halbe Zeitung.
Lautlos tickt die Schuldenuhr.
Etwas ist in Vorbereitung.
Acht Minister fahrn zur Kur.

Flammen züngeln hoch aus Tonnen,
Wo der erste Streik begann.
Aus der Ferne Marschkolonnen.
Irgendetwas bahnt sich an.

Losungsweiß prangt an Fassaden.
Durch den Bannkreis schlägt die Wut.
In der Stadt blühn Barrikaden,
An den Rändern steigt die Flut.

SAV und IPCC

Hanns Graaf

Auf der Homepage der Sozialistischen Alternative Voran (SAV) steht der Artikel „Die Zeit wird knapp“ vom 6. Mai 2014. Darin behandeln die Autoren Pascal Backes und Christian Walter u.a. den jüngsten Bericht des IPCC (AR 5). Wir beschäftigen uns mit diesem Artikel nicht, weil dieser eine besondere Qualität hätte, sondern weil er durchaus typisch für viele linke Beiträge zum Klima ist. „SAV und IPCC“ weiterlesen

Laudatio des Tages vom 2.8.2016

HaHo

Heute sollen zwei Helden der Technikentwicklung gewürdigt werden: Bertrand Piccard und André Borschberg. Sie haben mit ihrem Solarflugzeug „Solar Impulse“ die Welt umrundet.

Die Fakten sind wirklich beeindruckend. Die Flugzeit betrug etwa ein Jahr, die Reisegeschwindigkeit liegt bei 70 km/h. Das beweist, dass Hektik beim Fliegen unnötig ist. Sollte die Erfahrung mit „Solar Impulse“ Schule machen, werden wir bald wieder gemütlich mit der Pferdekutsche unterwegs sein. Mit ihrem Flug haben Piccard und Borschberg auch mit dem Irrtum aufgeräumt, beim Fliegen ginge es um die Geschwindigkeit. Nein, es geht um die Flughöhe, in dem Punkt konnte die „Solar Impulse“ mit modernen Maschinen nämlich ungefähr mithalten.

Auch die Werbung für die Solartechnik fiel überzeugend aus. Das mit Solarmodulen zugepflasterte Fluggerät war sogar in der Lage, einen (!) Piloten zu transportieren – ohne Handgepäck. Das erübrigt die lästige Gepäckkontrolle und spart mindestens zehn Minuten Zeit, bevor man seinen einjährigen Flug antritt. Der Wirkungsgrad der Solarzellen beträgt 22,5%. Piccard hat damit überzeugend bewiesen, welche Leistungsreserven die Solartechnik, deren Wirkungsgrad aktuell bei etwa 15% liegt, noch hat. Wenn wir noch hundert Jahre warten und etwa 23.932.000.000 Euro investiert haben, wird der Wirkungsgrad dann bestimmt bei 24% liegen.

Geradezu atemberaubend ist die Wirtschaftlichkeit. Nur 177 Millionen Euro kostete es, einen einzelnen Menschen einmal um die Erde zu schicken. Angesichts der vielleicht 1.000 Euro, die so eine Aktion mit einem normalen Flugzeug kostet, entsteht natürlich eine ganz neue „Wertigkeit“ des Fliegens. Weg mit der Gleichmacherei, dass sich fast Jeder einen Flug leisten kann!

Besonders wollen wir auch den Mut von Piccard und Borschberg loben. Sie hatten beim Flug bestimmt die Hosen voll – nicht vor Angst, sondern weil an Bord kein Klo war. Man kann schließlich nicht alles haben.

Eine wichtige Erfahrung mit „Solar Impulse“ war auch, dass die Verbesserung der Welt – für die sich Piccard engagiert – v.a. darin besteht, Probleme zu lösen, die gar nicht bestehen. Na, wenn das nichts ist!

Die Erdumrundung der „Solar Impulse“ war nicht nur ein Flug, sondern ein großer Schritt für die Menschheit – ein großer Schritt zurück in die Zeit vor hundert Jahren, als das Fliegen begann. Dank Piccard haben wir also gelernt, dass es eine Zeitmaschine wirklich gibt. Er hat endlich bewiesen, dass ein „normales“ Flugwesen auf Solarbasis nicht funktioniert. Obwohl wir das schon vorher wussten, war das die Investition von 177 Millionen auf jeden Fall wert. Andere verbauen sogar Milliarden für einen Flughafen, der nie fertig wird. Demgegenüber ist Piccard das reinste Spar-Genie.

Der Erfolg von „Solar Impulse“ wird sicher auch viele andere Erfinder motivieren, Dinge zu konstruieren, die niemand braucht. Hier ein paar Vorschläge: eine Brille mit drei Gläsern, den  Rettungsring für Fahrräder oder den antriebslosen Föhn für Glatzenträger (CO2-neutral).

Immerhin: Taugt das Solar-Monstrum auch nicht für den Flugverkehr, so wenigstens für Schlagzeilen in Zeitungen, mit denen man sich den A… abwischen kann.