In eigener Sache

Liebe LeserInnen!

Der folgende Beitrag ist ein Text, der auch als Flyer verteilt wird, um die Seite Aufruhrgebiet.de und ihr Anliegen breiter bekannt zu machen. Dieser Beitrag wird hier einige Zeit oben „kleben“ bleiben.

Die Redaktion

Hallo,

Du kennst die Seite www.aufruhrgebiet.de wahrscheinlich noch nicht. Deshalb wollen wir Dir kurz vorstellen, was Aufruhrgebiet ist.

Während die objektiven Bedingungen, das Niveau der Produktivkräfte, für den Kommunismus reifer sind als je zuvor, stecken die Linke und die Arbeiterbewegung seit Jahrzehnten in einer tiefen Krise. Im Kampf gegen Kapitalismus, Krisen, Kriege und Not gibt es fast nur Niederlagen. Einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, ohne Klassen und Staat – dem Kommunismus – sind wir keinen Schritt näher gekommen.

Die „revolutionäre“ Linke ist ein Trümmerhaufen. Ihre Splitter-Gruppen sind von der Arbeiterklasse isoliert und kaum handlungsfähig. Sie pflegen in ihren ideellen Glashäusern ihre „Ismen“: Trotzkismus, Maoismus, Anarchismus usw. Alle glauben sie, dass ihre Richtung „das Wahre“ wäre und fundierte Antworten auf die Herausforderungen der Zeit und des Klassenkampfes bieten würde. Doch die reale Geschichte, das Kontinuum an Niederlagen und ihre eigene Marginalität widerlegen diese Illusionen.

Die „radikale“ Linke ist theoretisch-programmatisch unfruchtbar, ihre Konzepte sind stark sektiererisch, reformistisch und links-kleinbürgerlich geprägt. Zu vielen zentralen Fragen haben sie weder Analysen noch Antworten. Das Level ihrer Kooperation ist sehr niedrig.

Vor 100 Jahren war in Russland eine authentische sozialistische Revolution siegreich. Doch der großartige proletarische Aufbruch verblutete bald im Stalinismus. Durch ihn wurde die revolutionäre Arbeiterbewegung weltweit desorientiert, alle revolutionären Chancen wurden vergeben. Der größte Teil der Linken lehnt heute den Stalinismus ab. Doch trotz der oft richtigen Kritik am Stalinismus und korrekter analytischer Elemente greifen alle diese Ansätze zu kurz.

Es wird unterschätzt, dass die Degeneration der Arbeiterbewegung schon Ende des 19. Jahrhunderts in SPD und II. Internationale begann. Sie haben nicht nur versäumt, die Marx´sche Theorie substanziell weiter zu entwickeln, sie haben dessen humanistische und revolutionäre Sprengkraft entschärft und bürgerlich-reformistisch deformiert. Der „Marxismus“ wurde zum Dogma, das (je nach Richtung) „ergänzt“, verengt und entstellt wurde.

Auch Lenins Bolschewiki waren tw. noch von der II. Internationale geprägt. Ihre Vorstellungen schwankten zwischen dem Streben nach Emanzipation der Massen und Dominanz eines Partei-Staates, der Wirtschaft und Gesellschaft zum „Sozialismus“ entwickeln sollte. Das führte dazu, dass die schöpferische Dynamik der Massen von der Bürokratie erstickt wurde. Zwischen Bolschewismus und Stalinismus gab es Brüche, aber auch Kontinuität.

Marx und Engels haben Geniales geleistet, doch in einigen Fragen haben sie sich auch geirrt. Die Aufgabe der Weiterentwicklung ihrer Theorie fällt nun uns Heutigen zu. Nach Marx gab es viele produktive Erfahrungen, Vorschläge und Kritiken – sie müssen endlich aufgearbeitet und systematisiert werden! Wer das Fundament von Marx´ Denkgebäude, seine Methoden und Baumaterialien erkennen und ein reales Haus errichten will, muss Heldenbilder abhängen, Tabus brechen und sich in verbotene Zonen wagen!

Von grundlegender Bedeutung ist, dass das Proletariat seine Organisationen, Strukturen und Kämpfe selbst direkt kontrolliert und bestimmt. Kein Staat und keine Partei (so notwendig diese auch ist) kann das an ihrer Stelle tun oder durch die Unterordnung der Klasse ersetzen.

Revolutionäre Politik ist mehr als nur Propaganda bei Wahlen, Protesten oder Streiks, sie muss auch darauf zielen, genossenschaftliche Strukturen zu schaffen, in denen Ansätze alternativen und selbstbestimmten Lebens und Arbeitens praktisch werden.

In diesem Sinn wirkt Aufruhrgebiet seit Mai 2016 dafür, eine grundlegende Erneuerung der Linken über „Lagergrenzen“ hinweg zu fördern. Wir stehen dabei noch ganz am Anfang und haben nicht den Hochmut, nur uns selbst als „Erneuerer“ zu sehen. Wir wollen die theoretische und praktische Kooperation der Linken fördern, damit deren Potenzen endlich freigelegt und Gräben überwunden werden – damit eine neue Qualität entsteht.

Deshalb rufen wir Dich auf: Informiere Dich, diskutiere mit, beteilige Dich!

Für eine neue revolutionäre Linke! Der „Marxismus“ ist tot! Es lebe Marx!

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