Laudatio des Tages vom 14.10.2017

Schon lange sollte hier einem Manne eine Ehrung zuteil werden, der sie eigentlich nicht brauchte, weil er selbst sich schon für einen ganz Großen hält. Und doch wollen wir seine Bedeutung in der Wissenschaft, v.a. aber bei der Vermittlung der Wissenschaft für die Allgemeinheit würdigen. Es geht um Prof. Hans Joachim Schellnhuber, der das Klima erforscht, wenn er es nicht sogar selbst erfunden hat.

Viele ehrenvolle Ämter wurden ihm schon übertragen: er ist Chef des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Klimaberater der Kanzlerin. Ja, er ist sogar Klima-Ratgeber des Papstes. Welcher Physiker wäre da nicht auf Schelli eifersüchtig, weil der sich im Weihrauchdunst der höchsten naturwissenschaftlichen Autorität auf Erden bewegen darf!

Nun war er am 11.10. bei Frau Maischbergers Talkshow zum Thema „Kippt das Klima?“ zu Gast.

Wir müssen zunächst Frau Maischberger heftig dafür kritisieren, dass sie es verabsäumte, hinter dem Professor einen übermannsgroßen Globus zu platzieren (wie das sonst bei Interviews mit ihm üblich ist), um sowohl die Größe seiner Sorge um die Welt als auch seine Bedeutung für diese sichtbar darzustellen. Zum Glück wurde seine wissenschaftliche Fabelhaftigkeit auch so deutlich.

Bevor wir jedoch darauf eingehen, noch eine Kritik an die Adresse des Meteorologen Jörg Kachelmann. Auch er war zu dieser Sendung als Experte eingeladen. Nun gut, das war ein Lapsus der Redaktion. Doch wie wenig Instinkt muss doch dieser Herr Kachelmann haben, sich – obwohl schon ein Prof. Schellnhuber dabei ist – ebenfalls als Experte aufzutreten. Dass das völlig überflüssig war, war schon daran ersichtlich, dass Kachelmann zur Frage von Extremwetterereignissen einfach nur die Fakten präsentierte, ohne dabei an den drohenden Untergang der Welt zu erinnern. Und dann bezweifelte er auch noch, dass diese zunehmen und behauptete, dass sie nichts mit dem Klimawandel zu tun hätten. Ein Skandal!

Ganz im Gegensatz dazu unser lieber Hajo. Er verstrickt sich nicht in Fakten, er geht der Realität nicht auf den Leim. Er brilliert im Ungefähren, er meistert sicher alle Klippen des Konjunktivs. Wo andere kaum wenig mehr als wenig über das Klima der Vergangenheit wissen, weiß Schelli schon über das Klima im Jahr 3.000 genau Bescheid. 5 Grad wärmer wird es dann sein. Wer würde das bezweifeln wollen?! Und der Meeresspiegel ist dann 70 Meter höher als heute. Es sei denn, es herrscht dann eine neue Eiszeit (wie in 90% der letzten paar hunderttausend Jahre Klimageschichte) – dann wäre es vielleicht auch 5 Grad kälter. Aber die 5 stimmt. Jedenfalls beweist der Professor mit seiner Voraussage, dass es ganz egal ist, ob die Klimamodelle – wie das IPCC feststellte – insgesamt nichts taugen, denn: wozu Modelle, wenn man auch einfach spekulieren kann?!

Aber Angst vor einer neuen Eiszeit müssen wir nicht haben. Hat unser Professor doch schon vor Monaten selbst verkündet, dass die nächste Eiszeit in 6.000 Jahren ausfällt, weil der Mensch so viel CO2 produziert. Nun stehen wir nicht nur staunend und starr vor dieser Schellnhuberschen  Weitsicht, wir bewundern auch, wie elegant er den Einwänden jener armseligen Kritikaster ausweicht, die meinen, dass es gar nicht mehr so viele fossile Brennstoffe zum Verheizen gibt, wie man brauchte, um noch mehrere Jahrtausende lang CO2 in Massen ausstoßen zu können. Und diese Kleingeister merken auch noch an, dass die Verweilzeit von CO2 in der Atmosphäre viel viel viel kürzer als 6.000 Jahre ist. Egal: Schellnhuber hat recht, weil es wahr ist, was er sagt – und umgedreht gilt es natürlich genauso.

Doch Schellnhuber wurde auch sehr konkret. So könnte Europa in 1.000 Jahren wie die Sahara aussehen: sehr heiß und sehr trocken. Eine Horrorvorstellung für alle Sauna-Hersteller. Bei dieser Prognose (oder war es ein Szenario, oder eine Vision oder hat er was genommen?) fällt auch auf, dass er souverän über alle kleinlichen klimatischen Theorien fliegt, wie einst der große Naturwissenschaftler Baron Münchhausen auf seiner Kanonenkugel. Einerseits soll es wärmer werden, weil das Teufelszeug CO2 in der Atmosphäre schon in den letzten 200 Jahren von 0,03% auf sage und schreibe 0,04% (!!!!) Volumenanteil geradezu explosiv angestiegen ist. Das ist klar. Doch andererseits sollen mit steigender Temperatur die Verdunstung und damit der Niederschlag zunehmen. Und was zeichnet eine Wüste aus? Hitze und viel Regen. Das ist eben die Schellnhubersche Genialität: nicht jeder kann Zusammenhänge so klar erkennen. Dafür muss man schon am PIK arbeiten.

Sehr schön an Maischbergers Sendung war, dass jegliches nüchterne Argument gegen die beeindruckenden klimatischen Weltuntergangsvisionen Schellhubers ignoriert wurde. So erwähnte der ebenfalls eingeladene Klimaleugner Alex Reichmuth den Fund eines 6.000 Jahre alten Baumfossils in den Alpen als Zeichen dafür, dass es dort früher schon wärmer gewesen sein muss als heute. Was soll´s?!

Zum Glück nutzte Frau Maischberger auch das bewährte Verfahren, fachlich völlig ahnungslose Leute einzuladen, damit im Kontrast zu deren Unkenntnis die Klugheit der Experten um so heller leuchten kann. Als klimawissenschaftliche Deppen durften die Damen Dorothee Bär (CSU) und Bärbel Höhn (Grüne) agieren. Zum Glück haben die keine wichtigen Posten inne: sie sind oder waren nur Staatssekretäre und Minister.

So war die Sendung insgesamt rund und sehr zufriedenstellend – nur ein bisschen Weihrauch hat  gefehlt. Aber wenn die Rundfunkgebühren noch etwas erhöht werden, sollte das doch drin sein – zumindest, wenn der große Professor an der Studiotüre schellt.

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