Sommerhitze – eine Bestätigung der Klimakatastrophe?

Hanns Graaf

Temperaturen bis 40°, Dauersonnenschein und viele Wochen, ja Monate ohne Regen. Ohne Frage:  dieser Sommer ist hierzulande ungewöhnlich. Wie immer bei extremem Wetter verbinden die Medien solche Ereignisse mit dem sog. anthropogenen Klimawandel. Was sich aktuell zeigt, wäre nur ein Vorgeschmack auf das Klima der kommenden Jahrzehnte. Ein Kommentator entblödete sich  sogar festzustellen, dass sich nun sogar „das Klima auf das Wetter auswirkt“. Dass Klima nichts anderes ist als ein statistischer Durchschnitt des realen Wetters, ist diesem journalistischen Klimaretter offenbar unbekannt.

Natürlich haben Hitze und Trockenheit massive Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche – positive wie negative. Wer Urlaub oder Freizeit hat, wird sich über den Dauersonnenschein eher freuen, auch wenn sich die meisten Menschen ein paar Grad weniger wünschen. Auch die Winzer, die Getränkeindustrie und die Inlandstouristik profitieren davon, während die meisten Bauern mit tw. erheblichen Ertragsverlusten rechnen müssen.

Wie immer werden von Politik, Kommunen und Verbänden vermehrt Anstrengungen gefordert, um gegenüber solchen Wetterextremen gewappnet zu sein. Zu recht! Doch hierbei zeigt sich auch, dass der Lärm um den „Klimaschutz“ meist nur billige Meinungsmache ist und der bürgerliche Politikbetrieb oft nur dazu dient, Ideologie durchzusetzen, anstatt Sachprobleme zu lösen. Eine Ursache dafür ist die weitgehende naturwissenschaftlich-technische Unbildung der Abgeordneten und die fehlende Unabhängigkeit der sie beratenden „Fachgremien“.

Einige Beispiele

Bekanntlich findet Landwirtschaft draußen statt. Es ist also normal, dass sie von den Kapriolen des Wetters stärker betroffen ist. Insofern wundert es schon, dass auch aktuell wieder besondere Hilfen vom Staat für die betroffenen Landwirte gefordert werden. Warum gibt es nicht längst ein solches Krisenmanagement? Ist gelegentliche Dürre ein neues Problem? Die Diskussion um Hilfen für die Bauern verweist weniger auf den fehlenden Niederschlag als auf die Unfähigkeit der Politik, eine vernünftige Regelung zu finden. Zudem betreffen z.B. die Ernteausfälle bei Mais und Raps die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln fast überhaupt nicht, weil diese Pflanzen inzwischen fast nur noch als Energiepflanzen für die Biogasproduktion genutzt werden. Wir dürfen gespannt sein, wo demnächst Mais und Raps für diese Anlagen herkommen? Eventuell werden sie auf besonders ökologische Weise von weit her geholt ….

Besorgte Stimmen vernimmt man auch aus den Städten, wo es aufgrund des sog. Wärmeinseleffektes (urban heat effect, UHI) besonders heiß ist. Der UHI entsteht dadurch, dass Städte 1. durch die mehrstöckige Bebauung eine größere Oberfläche haben als das flache Land, dass 2. die Baumaterialien (Stein, Beton, Asphalt) Wärme besser speichern können als etwa eine Wiese, dass 3. in Städten mehr Wärme erzeugt wird (Autoabgase, im Winter Heizung) und dass 4. durch weniger Bewuchs und Baumbestand und mangelnden Schatten die Sonnenstrahlen direkt auf den Boden auftreffen. All das hat übrigens mit CO2 nichts zu tun.

Jeder kennt den Effekt, dass es in einem städtischen Park an einem heißen Tag deutlich kühler ist als in einer Häuserschlucht. Wenn nun Vorschläge gemacht werden, mehr Bäume zu pflanzen, die Stadt zu begrünen, Windschneisen und Wasserflächen zur Verdunstung zu schaffen, so ist das vernünftig. Man fragt sich nur, warum solche Maßnahmen nun als besonders neu und kreativ dargestellt werden? Nach all dem jahrzehntelangen dramatisierenden Palaver aller Parteien um die angebliche Klimakatastrophe zeigt sich aktuell erneut, dass diese Parteien selbst nur heiße Luft produzieren, anstatt sinnvolle Maßnahmen durchzuführen.

Dass z.B. in Altenheimen oft keine Klimaanlagen vorhanden sind, war nie Anlass für eine Medienkampagne, dafür wurde ein Riesen-Trara wg. äußerst fragwürdiger und letztlich eher  marginaler Emissionen von Dieselfahrzeugen veranstaltet. Politik, Journalismus und die Gefälligkeits-„Wissenschaft“, die solche Kampagnen stützt, entfernen sich ganz offensichtlich immer weiter von Objektivität, Seriosität und den realen Fakten.

Ursachen der Hitze

Die Sonnenaktivität ist seit vielen Jahren sehr niedrig. Das ist an der sehr geringen Zahl von Sonnenflecken ablesbar. Aktuell gibt es überhaupt keine Sonnenflecken. Allerdings beobachten Forscher derzeit, dass die Sonne einen sehr starken Teilchenstrom zur Erde schickt, der 6 Mal so stark ist wie gewöhnlich. Dieser Sonnenwind stört das Magnetfeld der Erde und schwächt die Strahlung aus dem All ab, welche die Wolkenbildung befördert. Als Folge davon reduzieren sich Wolkenbildung und Niederschlag, was eine Erwärmung befördert (in dieselbe Richtung zielt auch die Svensmark-Theorie). Diese Vorgänge verweisen darauf, dass der Einfluss der Sonne auf unser Klima tatsächlich bedeutsamer ist, als von den Klima-Alarmisten eingeräumt wird, die immer nur die – allerdings sehr geringen – Schwankungen des sichtbaren Lichts betrachten.

Meteorologen stellen auch eine Abschwächung des Jetstreams fest. Dieser sorgt normalerweise dafür, dass sich atlantische Luftmassen nach Osten Richtung Mitteleuropa bewegen und dort für kühlere und feuchtere Witterung sorgen. Diese fehlt aktuell und das heißere und trockenere Kontinentalklima des Ostens dominiert. Die Gründe für die Abschwächung des Jetstreams sind nicht ganz klar, viele sehen die allgemeine Erwärmung in den letzten 150 Jahren als Ursache, weil sich die Arktis stärker erwärmt als die Tropen, wodurch der Temperaturunterschied zwischen Arktis und Tropen geringer wird, was den Jetstream verlangsamt. Das klingt durchaus plausibel. Als eine andere Ursache werden warme Wassermassen im Nordatlantik angesehen, welche die Temperaturen  in Nord- und Mitteleuropa nach oben treiben.

Ein Blick in die Geschichte des Sommers

Die permanenten Berichte über den sehr heißen und trockenen Sommer 2018 lassen nicht nur schnell den kühlen und verregneten Sommer 2017 vergessen. Sie suggerieren auch immer wieder, dass wir es mit einer Häufung von Wetterextremen zu tun hätten, die ein klarer Hinweis auf den gefährlichen Klimawandel wären. Dabei wird auch ausgeblendet, dass selbst der Weltklimarat IPCC in seinem letzten Bericht AR 5 feststellte, dass es ein Häufung von Extremwetterereignissen nicht gibt. Dem Cherry-picking der Alarmisten ist also sogar ihr langjähriges Vorzeigegremium zum Opfer gefallen, weil es nicht mehr so gut in ihr Katastrophen-Raster passt.

Extreme Sommer – ob besonders heiß und trocken oder kühl und nass – gab es immer wieder. Selbst Klaus Kleber, die Klima-Haubitze des ZDF, räumte ein, dass es z.B. 1540 in Europa eine extreme Trockenheit gab, wo in einzelnen Regionen 11 Monate lang kein Niederschlag fiel. Der Klimaforscher Prof. Kirstein wies in seiner kritischen Zuschrift an das ZDF ob dessen fragwürdiger Klimaberichterstattung darauf hin, dass es seit 1900 in je 12 Jahren besonders heiße und trockene bzw. kühle und nasse Sommer gegeben hat; das sind ca. 20% alle Sommer dieser Periode. Jeder fünfte Sommer fällt also „extrem“ aus. An dieser Quote hat sich während der Klimaerwärmung nichts signifikant geändert. Zudem lassen auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die letzten Jahrzehnte keinen relevanten Trend beim Niederschlag erkennen:

Quelle: Grafik mit Daten des DWD erstellt von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke, EIKE

Diese Daten des DWD stehen in krassem Widerspruch zu den permanenten klima-alarmistischen Statements der DWD-Spitze und deren Behauptungen, dass Extremwetterereignisse zunehmen würden. Hieran zeigt sich auch, wozu „die Wissenschaft“ bereit ist, wenn es um deren Medienpräsenz, Jobs und Fördergelder geht.

Die Methode der Alarmisten

Wie immer, wenn das Wetter Kapriolen schlägt, melden sich die Klima-Alarmisten zu Wort und behaupten, dass das außergewöhnliche Wetter eine Folge des Klimawandels ist und welch dramatische Entwicklungen uns in der Zukunft erwarten. Aktuell ist von einer drohenden „Heißzeit“ die Rede. Was für diese These zu sprechen scheint, ist weniger die aktuelle Hitze als die Tatsache, dass die Jahre 2015-17 und wahrscheinlich auch 2018 zu den wärmsten Jahren seit Beginn der systematischen Temperaturaufzeichnung gehören.

Allerdings müssen dabei einige Dinge berücksichtigt werden, die in den Medien meist nicht genant werden. 1. liegen die „Rekordtemperaturen“ dieser Jahre nur wenige hundertstel Grad über den bisherigen „Rekorden“, z.B. dem von 1998. Sie bewegen sich also durchaus noch im Bereich der Fehlertoleranz von Messungen. 2. sind die hohen Temperaturen von 2016/17 wesentlich durch einen besonders starken El Nino verursacht. 3. sind die Temperaturen nach der El Nino-Spitze von 1998 bis zum Jahr 2015 – also ca. 17 Jahre lang – nicht mehr gestiegen. Wir bewegen uns also auf einem, allerdings relativ hohen, Temperaturplateau. Es ist das höchste Niveau seit Beginn der Erderwärmung nach dem Ende der „Kleinen Eiszeit“ Anfang des 19. Jahrhunderts. Es ist also ganz normal, dass auf diesem Level häufig warme „Rekord-Jahre“ auftreten, ja es wäre geradezu verwunderlich, wenn das nicht der Fall wäre. Allerdings ist das Temperaturplateau nach 1998 – im größeren zeitlichen Rahmen des Holozäns, also der Klimaperiode nach Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.500 Jahren gesehen – nicht nur nicht besonders hoch, sondern sogar kühler als alle vorhergehenden Warmperioden des Holozäns.

4. werden sehr selten die Absoluttemperaturen genannt. Die Rekordjahre 2015-17 wiesen offiziell eine Durchschnittstemperatur von ca. 14,8° Celsius auf (wir wollen hier die physikalische Sinnhaftigkeit von globalen Durchschnittswerten nicht thematisieren). Die Absoluttemperatur wird meist nicht erwähnt und nur von einem Anstieg gesprochen, der wesentlich wäre – aus gutem Grund. Ein Vergleich der Absoluttemperaturen würde nämlich zeigen, dass die Klimamodelle des IPCC-Lagers nichts taugen und die These von einer außergewöhnlichen Klimaerwärmung nicht stimmt. Die sog. „vorindustrielle globale Durchschnittstemperatur“ betrug lt. der „offiziellen“ Theorie angeblich 15°. Danach lägen die Werte für die Rekordjahre 2015/16 sogar noch darunter! Seit einiger Zeit geht das IPCC nun von einer „normalen“ globalen Durchschnittstemperatur von nur noch 14° aus – ohne dass für diese Änderung jemals irgendeine Begründung gegeben worden wäre. Doch selbst wenn wir von diesem Wert ausgehen, ergibt sich kein Rekord, da seit 1850 eine Erwärmung von ca. 0,9 Grad stattgefunden hat, also der Rekordwert schon lange vor 2015 erreicht war.

Unterm Strich bewegen sich die aktuellen „Rekordtemperaturen“ völlig im Rahmen der im Holozän normalen klimatischen Schwankungen, die ohne jeden Einfluss des Menschen zustande kamen. Die Scheu der Alarmisten, genaue Werte anzugeben, liegt v.a. darin begründet, dass dann der ganze Katastrophenschwindel auffliegen würde. Das wäre vielleicht nicht so schlimm, da sich auch die Wissenschaft irren kann. Doch wirklich schlimm käme es dann für die vielen kleinen und großen Profiteure der Klimaschutzpolitik und besonders für die Investoren in die „Erneuerbaren Energien“.

So erkennen wir auch diesmal wieder die altbekannte Methode der Alarmisten, einzelne bzw. kurzfristige Wetterereignisse aus dem historischen klimatischen Zusammenhang zu reißen, um sie als außergewöhnlich und als Folge eines anthropogenen Klimawandels darstellen zu können.

Genießen wir also einen der hierzulande wenigen richtig schönen Sommer – der nächste Sommer mit zu wenig Sonne und zu viel Regen kommt bestimmt.

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