Fünf Mythen zum Hambacher Forst

Der folgende Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors vom ScienceSkepticalBlog übernommen.

Michael Krüger

1. Die Aktivisten behaupten immer wieder, es geht ihnen um das Klima. Ist dem wirklich so?

Im Hambacher Tagebau wurden in den letzten 40 Jahren rund 5.500 ha Forst gerodet und es ist ein Loch entstanden, dass 55.000.000 m² groß ist und rund 350 m tief. Das Kohleflöz ist bis 70 m mächtig. Somit werden maximal 3.850.000.000 m³ Braunkohle gefördert. Ein Kubikmeter trockener Braunkohle wiegt in etwa 800 kg. Braunkohle enthält ca. 70% Kohlenstoff. Bei der Verbrennung mit O2 zu CO2 entstehen in etwa aus 1 kg Braunkohle 2,6 kg CO2. Somit erhält man 3.850.000.000 m³x 800 kg x 2,6 = 8.008.000.000.000 kg CO2. Oder 8 Milliarden Tonnen CO2, die durch den Hambacher Tagebau über die energetische Kohleverbrennung freigesetzt wurden und noch freigesetzt werden. Die Hälfte davon landet in den Ozeanen, die andere Hälfte in der Atmosphäre. 4 Milliarden Tonnen CO2 in der Atmosphäre verursachen in etwa einen Anstieg des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre um 0,2 ppm, wie die Mauna-Loa-CO2-Messreihe zeigt. Per Formel des IPCC erhält man bei einem aktuellen CO2-Gehalt von 400 ppm dT = 0,3 x 5,35 x ln [400,2 ppm / 400 ppm] = 0,0008°C globale Temperaturerhöhung durch das CO2 aus der Braunkohleverbrennung aus dem Hambacher Tagebau. Durch verstärkende Rückkopplungen, wie Wasserdampf, Wolken, etc., verdreifacht sich der CO2-Temperaturanstieg gemäß IPCC auf in etwa 0,002°C. Also auf zwei Tausendstel Grad. (Der BUND NRW kommt auf einen Klimaeinfluss von rund einem Tausendstel Grad in 30 Jahren). Da der Hambacher Forst durch RWE neu aufgeforstet wird, entstehen durch den Waldschlag keine weiteren CO2-Emissionen.

Fakt ist, die Waldbesetzer können das Klima nicht retten, in Anbetracht dessen, dass der gesamte Hambacher Tagebau nur zu einer globalen Klimaerwärmung von zwei Tausendstel Grad beitragen kann. 5.400 ha wurden bereits gerodet und die Kohle darunter der Verwertung zugeführt, aktuell geht es nur noch um 100 ha, die rechnerisch keinen Effekt auf das Globalklima haben.

2. Von den Aktivisten wird behauptet, dass der Hambacher Forst einst 5.500-6.000 ha groß war und heute nur noch 200 ha davon verblieben sind.

Fakt ist: bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts erstreckte sich der auch als Bürgewald bekannte Hambacher Forst über etwa 12.000 ha. Über die Hälfte des Hambacher Forstes wurde also schon während des Mittelalters bis ins 20 Jahrhundert abgeholzt.

3. Von den Aktivisten wird behauptet, dass der Hambacher Forst 12.000 Jahre alt ist.

Fakt ist: Deutschland ist zu 1/3 bewaldet. Zur Römerzeit waren es noch ca. 2/3. Fast überall, wo heute Wald ist, stand früher auch schon Wald. Das ist so seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000-12.000 Jahren. Somit sind fast alle Wälder in Deutschland 12.000 Jahre alt. Der Hambacher Forst oder Bürgewald ist seit dem Mittelalter ein Wirtschaftswald. Die ältesten Baumbestände auf den verbliebenen 200 ha sind daher nur um die 150-200 Jahre alt. Naturschützer gehen davon aus, dass es einige Bäume gibt, die bis 350 Jahre alt sein könnten.

4. Von den Aktivisten wird behauptet, dass im Hambacher Forst viele bedrohte Arten leben, die auf der Roten Liste stehen. Wie Mittelspecht, Bechsteinfledermaus, Haselmaus etc.: 140 geschützte Arten.

Fakt ist: diese Arten leben auch in den von RWE renaturierten Gebieten am Tagebau bzw. angrenzenden Aktwäldern. Allein auf der Sophienhöhe – einem künstlich angelegten, dicht bewaldeten Hügel an der Nordwestflanke des Tagebaus Hambach – haben RWE-Mitarbeiter bislang mehr als zehn Millionen Bäume gepflanzt. Die ältesten Bäume dort sind mehr als 40 Jahre alt. Dadurch wurde die Sophienhöhe nicht nur zu einem beliebten Naherholungsziel für Menschen aus der Region, sondern auch zur Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Artenvielfalt ist nachweislich hoch. Unter den fast 3.000 heimischen Tier- und Pflanzenarten finden sich auf der Sophienhöhe und damit unmittelbar am Tagebau Hambach derzeit 429 Arten, die auf der sogenannten Roten-Liste verzeichnet sind.

5. Von den Aktivisten wird behauptet, dass wir die Kohle unter den verbliebenen 100 ha Wald nicht mehr benötigen würden.

Fakt ist: rund 25% des Stroms in Deutschland werden aus Braunkohle produziert. Soviel, wie aus Wind und Photovoltaik zusammen. Wobei Wind- und Sonnenkraft die Braunkohle nicht ersetzten können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Nur Gaskraftwerke können bisher die Braunkohle ersetzen. Die werden aus Kostengründen aber nicht gebaut. Somit werden uns die Braunkohlekraftwerke auch noch über die nächsten Jahrzehnte erhalten bleiben und die Braunkohle wird folglich weiterhin gebraucht. Zumal Steinkohle in Deutschland zukünftig nicht mehr gefördert wird und diese als auch das Gas für Gaskraftwerke teuer importiert werden müssen.

Ein Gedanke zu „Fünf Mythen zum Hambacher Forst“

  1. Zu: „5 Mythen zum Hambacher Forst“
    Der sehr informative Beitrag geht leider von der These aus, dass ein Anstieg von CO² zu einer Erderwärmung führt. Das ist nachweislich falsch. Die Eisbohrkerne beweisen umgekehrt, dass eine Anreicherung von CO² in der Atmosphäre immer den steigenden Temperaturen folgt. Verantwortlich ist die Erwärmung der Weltmeere. Ein kleines Experiment, das Jede/r zu Hause nachvollziehen kann. Man nehme eine gekühlte Mineralwasserflasche aus dem Kühlschrank und vergleiche die Ausgasung bei Öffnung mit einer erwärmten ebenfalls offenen Flasche. Auch die Tatsache, dass die Temperaturen zwischen 1940 und 1970 so stark zurück gingen, dass Wissenschaftler und die gleichen Medien, die heute das Gespenst einer Klimakatastrophe an die Wand malen, damals vor einer drohenden kommenden Eiszeit warnten. Und das, obwohl der CO² Anteil, damals wie heute kontinuierlich anstieg.
    Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass die Hambacher Baumretter nichts dagegen haben, wenn hektarweise Wald zur Errichtung von WKA gerodet wird, sogar in Naturschutzgebieten, wie zum Beispiel im Reinhardtswald.

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