Biodiesel: Schaden statt Nutzen

Hanns Graaf

Aufruhrgebiet hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Energiewende u.a. „Klimaschutz“-Maßnahmen keinen Nutzen bringen, sondern viele ökonomische, soziale und auch ökologische Probleme erzeugen oder verschlimmern. Nun zeigt sich, dass das auch auf die Verwendung von Biotreibstoff zutrifft.

Seit 2010 müssen auf Beschluss der EU dem Treibstoff bis zu 10% Biosprit beigemischt werden. Seither wurden knapp 40 Mill. Tonnen Biotreibstoff verbrannt. Als Begründung für die Verwendung von Biosprit wurde behauptet, dass damit der CO2-Ausstoß vermindert und der Erdölverbrauch relativ gesenkt würde. Letzterer Effekt wurde erreicht, das CO2-Ziel jedoch wurde nicht nur verfehlt – im Gegenteil: der CO2-Ausstoß hat sich durch den Biodiesel erhöht.

Warum?

Um die riesigen Mengen an Biosprit zu erzeugen, wurden nicht nur die Anbauflächen für die typischen Energiepflanzen Mais oder Raps ausgeweitet, sondern auch große Regenwaldflächen gerodet, um dort Palmenplantagen oder Sojafelder anzulegen. An manchen dieser Projekte sind „grüne“ NGOs wie z.B. Greenpeace oder der WWF beteiligt. Insgesamt wurden so vier Mill. Hektar Regenwald abgeholzt – eine Fläche so groß wie die Schweiz. Auch in Deutschland nimmt der Energiepflanzenanbau inzwischen etwa ein Sechstel der gesamten Agrarfläche ein.

Die Idee hinter der Verminderung des CO2-Ausstoßes durch Biosprit war, dass bei dessen Verbrennung nur soviel CO2 frei wird, wie vorher von den Pflanzen gebunden wurde, die CO2-Bilanz somit neutral sei. Wie immer lag auch dieser Klimaschutzmaßnahme also eine Art theoretische Annahme bzw. Modellrechnung zugrunde.

Nun hat eine Studie der Umweltorganisation Transport and Environment (T&E) gezeigt, dass die Biodiesel-Vorgabe der EU in Wahrheit nicht nur zu mehr CO2-Emissionen geführt hat, sondern auch zu enormen Umweltschäden. Während andauernd über das angeblich durch den Klimawandel beschleunigte Artensterben geklagt wird, befördern oft gerade die Klimaschutzmaßnahmen das Artensterben, wenn Naturräume zerstört und chemisch besonders stark belastete Monokulturen ausgeweitet werden. Nicht geringe Mengen CO2 entstehen auch bei Anbau und Verarbeitung der Energiepflanzen, durch die Waldrodung werden zudem potenzielle Kohlenstoffspeicher vernichtet. Konsterniert stellt T&E fest: „Eine Politik, die den Planeten retten wollte, zerstört ihn.“

Sogar bis in die EU-Bürokratie ist diese Einsicht inzwischen durchgedrungen. Seit 2019 gilt Diesel aus Palmöl nicht mehr als nachhaltig. Allerdings soll er erst ab 2023 reduziert und ab 2030 ganz ersetzt werden. Dabei bleibt aber offen, ob Palmöl-Diesel nicht durch einen anderen schädlichen „Biosprit“ ersetzt wird.

Physik vs. Ideologie

Doch das ganze Dilemma war voraussehbar. Wenn man alle Faktoren der Biosprit-Produktion und nicht nur den Verbrennungsprozess selbst berücksichtigt hätte, wäre von Beginn an klar gewesen, dass die CO2-Bilanz sich verschlechtern muss. Doch die ideologische Betrachtungsweise, das CO2-Mantra und das Starren auf – zudem fragwürdige – Modelle führt dazu, dass rationales und naturwissenschaftliches Denken zu kurz kommen.

Alle Vorstellungen und Konzepte bezüglich der „Erneuerbaren Energien“ (EE), dem Kernstück der Klimaschutz-Politik, leiden darunter, dass grundsätzliche Zusammenhänge in Naturwissenschaft und Technik missachtet werden. So stellt jede Form von „Beschäftigung“ mit Energie- bzw. Energiequellen physikalische Arbeit dar, d.h. Energie wird „verbraucht“ bzw. umgeformt, nicht aber erzeugt. Förderung, Transport, Umformung, Speicherung – alle diese Vorgänge zählen dazu. Je geringer nun die in einem Quantum Rohstoff vorhandene potentielle Energiemenge ist (Energiedichte), desto höher also die technisch-ökonomischen Aufwendungen sind, um eine Energiequelle zu nutzen, desto unwirtschaftlicher ist die Energieform. Die EE haben alle den Nachteil einer geringen Energiedichte – gegenüber den traditionellen Quellen Kohle, Öl oder Gas – von der Kernenergie ganz zu schweigen. Die Verwendung energiearmer Rohstoffe (Biomasse, Wind, Sonne usw.) bedeutet, dass die Relation zwischen Aufwand und Nutzen ungünstig ist. Von daher weisen alle EE eine schlechtere Energiebilanz auf, die sich u.a. in höheren Kosten niederschlägt.

Beispiel Windenergie

Die Windenergie, die Grundlage der Energiewende (EW), zeigt das sehr deutlich. Die installierte Leistung (Nennleistung) von einem Megawatt kostet ca. eine Million Euro an Baukosten (Offshore-Anlagen sind noch teurer). Von der Öko-Lobby wird behauptet, dass Windstrom billiger wäre als Strom aus Kohle oder Kernkraft. Doch das ist nicht nur eine Milchmädchenrechnung, sondern einfach Betrug. Warum? Die Nennleistung ist nicht identisch mit der realen Einspeiseleistung, diese liegt nur bei etwa 20% der Nennleistung. D.h. ein 5 Megawatt-Windrad erzeugt real nicht fünf, sondern nur ein MW. Man müsste also die Kosten pro MW mal 5 rechnen! Dazu kommt, dass traditionelle Kraftwerke 60 Jahre oder länger laufen können, Windräder aber nur ca. 20. Auf einen längeren Zeitraum gerechnet, muss ein Windrad also zwei- oder dreimal ersetzt werden. Der Abbau eines großen Windrades kostet ca. 500.000 Euro. Dazu kommen noch erhebliche Aufwendungen für den Netzausbau und für Speichertechniken, die so für traditionelle Kraftwerke nicht nötig wären. Bei Solartechnik sieht es ähnlich aus. Zudem verbrauchen Windräder pro erzeugter Menge Strom wesentlich mehr Ressourcen als Großkraftwerke. Für ein modernes Windrad der 4,5 MW-Klasse werden ca. 5-6.000 Tonnen Material verbaut, v.a. Beton und Stahl, bei deren Erzeugung sehr viel CO2 erzeugt wird.
Summa summarum: Windenergie und auch alle anderen EE sind teurer als traditionelle Techniken. Außerdem sind Solar- und Windenergie von der Natur abhängig und daher unzuverlässig. Für die Grundlast- und auch die Spitzenlastabdeckung sind sie ungeeignet. Sie unterminieren die Netzstabilität und gefährden damit die wichtigste Grundlage der modernen Zivilisation: die Stromversorgung.

All das wird uns von den Qualitätsmedien und den „grünen“ Lobbyisten verschwiegen. Stattdessen schwafeln sie davon, dass Wind und Sonne keine Rechnung schicken würden. Doch auch Öl, Kohle u.a. Rohstoffe schicken keine Rechnung, sondern werden uns von der Natur kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings kostet deren Erschließung, Umformung usw., d.h. das Hinzutreten menschlicher Arbeit. Diese ist aber auch bei der Nutzung von Wind und Sonne nötig. Es ist erschreckend, mit welchem Blödsinn „Experten“ für die EW argumentieren. Letztlich ist das aber nur Ausdruck der zunehmenden Irrationalität des Spätkapitalismus. Wissenschaft, Politik und Medien werden immer offensichtlicher von verschiedenen Kapitalfraktionen instrumentalisiert, die sich wiederum bestimmter politischer und wissenschaftlicher Lobbygruppen bedienen. Von unabhängiger, seriöser Wissenschaft kann immer weniger gesprochen werden.

Dass die Linke mehrheitlich den faulen Zauber um den Klimaschutz nicht erkennt, weil sie sich weigert, den Stand der Wissenschaft kritisch zu analysieren, verweist auf deren tiefe Krise, erklärt deren Schwäche und auch, warum nicht die Roten, sondern die Grünen boomen. Das rein ideologische anstatt materialistische Herangehen führt die Linke dazu, jeden Klima-Unsinn der Mainstream-Medien zu glauben, die Fakten zu ignorieren und die Welt mit Scheuklappen zu betrachten. So versteht man auch nicht, dass die neuen Fortschritte in der Kerntechnik, die alle tatsächlichen oder vermeintlichen Probleme, die es bisher gab, lösen können. Wenn es ein Klimaproblem gäbe, wäre die Kerntechnik der Generation III und IV eine Schlüsseltechnik, um es zu lösen. So aber plädiert auch die Linke weiter für ein „Vorwärts in die technologische Sackgasse“. Traurig, aber wahr!

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