Mit Computern wird alles besser

Strukturen der DDR

Petra Heller

In den 1980er Jahren wurden auch in der DDR in grĂ¶ĂŸerem Umfang Computer eingefĂŒhrt. Dagegen war an sich nichts einzuwenden, wenn damit nicht die Vorstellung verbunden gewesen wĂ€re, dass die Verbesserung der Technik, dass die EinfĂŒhrung neuer Technologie die einzigen Mittel wĂ€ren, um die Gesellschaft voran zu bringen. Diese Vorstellung war aber gerade dem Stalinismus eigen. Stalin prĂ€gte einmal die Slogans „Die Technik entscheidet alles!“ und „Die Kader entscheiden alles“ – wobei mit „Kadern“ die BĂŒrokratie gemeint war. Dass neue Technik ein Mittel zur Entwicklung der Gesellschaft ist, wird wohl kein(e) MarxistIn leugnen. Doch was bedeutet deren EinfĂŒhrung hinsichtlich der gesellschaftlichen Strukturen? „Mit Computern wird alles besser“ weiterlesen

1921: Revolution am Wendepunkt

Zur Geschichte der Russischen Revolution

Hanns Graaf

Die Russische Revolution befand sich nach ihrem Sieg im Oktober 1917 in einer sehr prekĂ€ren Situation. Schon Anfang 1918 begann der BĂŒrgerkrieg, der bis 1921 andauerte. Er wurde von allen Seiten sehr brutal gefĂŒhrt. Erhebliche Teile der ohnehin schlechten Infrastruktur wurden zerstört. Mehrere Millionen Bewaffnete und Zivilisten kamen durch Kampfhandlungen, durch Hunger und Epidemien um. Der Weltkrieg war fĂŒr Sowjetrussland zwar im MĂ€rz 1918 durch den Friedensvertrag von Brest-Litowsk beendet, doch es verlor dadurch große Gebiete und viele Ressourcen. „1921: Revolution am Wendepunkt“ weiterlesen

Die Produktrevolution

Ein Beitrag zur Konzeption einer nachkapitalistischen Wirtschaft

Hanns Graaf

Karl Marx hat die Entwicklung des Kapitalismus und dessen Funktionsweise analysiert, darunter auch Aspekte des Übergangs vom Handwerk zur Manufaktur und schließlich zur industriellen Großproduktion. Doch die Frage der VerĂ€nderungen des Gebrauchswertes der Produkte interessierte Marx kaum. Dabei vollzog sich auf diesem Gebiet eine unerhörte UmwĂ€lzung. „Die Produktrevolution“ weiterlesen

Was sind gesellschaftliche Produktivstrukturen?

Ein Beitrag zur Konzeption einer nachkapitalistischen Wirtschaft

Hanns Graaf

Der Kapitalismus hat zu einer radikalen UmwĂ€lzung der ProduktionsverhĂ€ltnisse und einer unerhörten Ausweitung der ProduktivkrĂ€fte gefĂŒhrt. Diese Dynamik war u.a. durch folgende Aspekte geprĂ€gt: die Generalisierung von Lohnarbeit und Warenproduktion, die Schaffung von nationalen MĂ€rkten und des Weltmarkts und die Durchsetzung der industriellen Massenproduktion. Alle diese Entwicklungen bedingen einander, denn Massenproduktion von Waren benötigt die große Industrie, große Kapitalmengen und einen großen Markt. „Was sind gesellschaftliche Produktivstrukturen?“ weiterlesen

ABC des Marxismus X:
Wer war Che Guevara?

FĂŒr viele Linke ist Che, wie er meist genannt wird, ein Vorbild oder gar eine Ikone. Doch er steht fĂŒr ganz unterschiedliche „Verdienste“: er war einer der FĂŒhrer der Kubanischen Revolution, er war ein mutiger und selbstloser antiimperialistischer KĂ€mpfer. Manche sehen ihn als Stalinisten, andere als „unbewußten Trotzkisten“. „ABC des Marxismus X:
Wer war Che Guevara?“
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Ein stalinophiler Ausrutscher?

Zu einem Artikel der Gruppe Arbeitermacht

Hanns Graaf

Der Trotzkismus kann fĂŒr sich in Anspruch nehmen, gegen den Stalinismus gekĂ€mpft und dessen unterdrĂŒckerische, reaktionĂ€re und konterrevolutionĂ€re Rolle entlarvt zu haben. Das ist unbestreitbar, auch wenn man nicht allen seinen Analysen zustimmen mag. Umso verwunderlicher ist es daher, wenn eine trotzkistische Gruppe Leuten eine Plattform gibt, die offen eine Relativierung und Beschönigung des Stalinismus betreiben. „Ein stalinophiler Ausrutscher?“ weiterlesen

Alternative zu Staat und Kirche

Die Kinderladen-Bewegung

Hannes Hohn

In den spĂ€ten 1960er und frĂŒhen 1970er Jahren entstanden in der BRD und Berlin/West die ersten KinderlĂ€den. Das waren selbstverwaltete, sich als „alternativ“ verstehende Kindereinrichtungen fĂŒr Vorschulkinder. TrĂ€ger waren Elterninitiativen, die meist die Form von TrĂ€gervereinen annahmen. Betreut wurden etwa 10-20 Kinder, weit weniger als es damals in anderen Einrichtungen ĂŒblich war, die eher Aufbewahranstalten waren als pĂ€dagogische Einrichtungen. Als RĂ€umlichkeiten wurden anfangs oft LadenrĂ€ume genutzt, die leer standen, weil mit dem Aufkommen der großen SupermĂ€rkte viele kleine HĂ€ndler aufgeben mussten. Daher auch der Name „Kinderladen“. Dem gleichen Konzept entsprangen spĂ€ter SchĂŒlerlĂ€den, wo eine Hort- und Hausaufgabenbetreuung  stattfand. Manchmal entwickelten sich diese Einrichtungen zu grĂ¶ĂŸeren Jugend-, Freizeit- und Kultureinrichtungen. „Alternative zu Staat und Kirche“ weiterlesen

Staates Kinder

Erziehung in der DDR

Hannes Hohn

In der Linken taucht die Frage der Vergesellschaftung der Hausarbeit, wenn ĂŒberhaupt, oft nur als Forderung auf, um das ungenĂŒgende oder teure Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu verbessern. Zuweilen wird dabei auf das Beispiel der DDR verwiesen, wo es diesbezĂŒglich tatsĂ€chlich bessere Bedingungen als in der BRD gab. SpĂ€tenstens sei den 1970ern war fĂŒr jedes Kind ein Krippen-, Kindergarten- und Hortplatz vorhanden. Frauen war es in der DDR so leichter möglich, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Der Autor kann sich noch lebhaft an die Verwunderung von Studierenden aus der BRD, die in der DDR zu Gast waren, erinnern, als sie hörten, dass viele Studentinnen wĂ€hrend des Studiums Kinder bekamen und wie gut die Betreuungsmöglichkeiten waren. „Staates Kinder“ weiterlesen

Das Siedlungs-, Bau- und Wohnungsprogramm der Kommunistischen Partei Deutschlands (1922)

(Wir dokumentieren hier den Entwurf fĂŒr ein „Wohnungsprogramm“ der KPD von 1922. Obwohl dieser Entwurf nie angenommen wurde, gibt er einen guten Einblick in die programmatischen Vorstellungen der KPD jener Zeit. Die Redaktion)

Entwurf

1. Die Grundlage aller Kommunalpolitik ist die Ansiedlung von Menschen. Im kapitalistischen Zeitalter vollzieht sich die Siedlung planlos; im wesentlichen folgt sie den ZufallsbedĂŒrfnissen der Industrie; sie nimmt keine RĂŒcksicht auf die natĂŒrlichen Siedlungsmöglichkeiten, auf industrielle Standortsökonomie, keine RĂŒcksicht auf Sicherstellung der ErnĂ€hrung, auf Tauschmöglichkeit, Hygiene, Verkehr, keine RĂŒcksicht auf den proletarischen Menschen. „Das Siedlungs-, Bau- und Wohnungsprogramm der Kommunistischen Partei Deutschlands (1922)“ weiterlesen

Makarenkos ungeliebtes Erbe

Bildung in der Sowjetunion

Hanns Graaf

Die Konzepte und Leistungen des sowjetischen PĂ€dagogen Anton Semjonowitsch Makarenko (1888-1939) wurden weitgehend vergessen oder verdrĂ€ngt – obwohl oder weil er als der bedeutendste sowjetische PĂ€dagoge gilt. „Makarenkos ungeliebtes Erbe“ weiterlesen