Freitags auf die Straße! Doch fĂŒr welches Ziel?

Der folgende Text wurde als Flyer bei den Fridays-Demos verteilt.
Die Redaktion

Seit Wochen demonstrieren weltweit Millionen Jugendliche bei den Friday for Future-Demos (FfF) fĂŒr mehr Klima- und Umweltschutz. Wir wollen hier einige zentrale Thesen der Bewegung hinterfragen. Wir begrĂŒĂŸen das Engagement von Jugendlichen fĂŒr politische und gesellschaftliche Fragen. Ja, es wĂ€re sehr wichtig, dass die SchĂŒlerInnen auch zu anderen Fragen, etwa zum Schulsystem, aktiv werden wĂŒrden.

Wir wollen hier einige Positionen und Argumente, die auf den Friday-Demos vertreten werden, unter die Lupe nehmen.

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Eine Kritik der Kritik

Die AfD und das Klima

Hanns Graaf

Im November 2018 veröffentlichte die Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) im Rahmen ihres Theorieorgans RevolutionÀrer Marxismus Nr. 50 zur Frage des Populismus u.a. einen Artikel zur AfD von Wilhelm Schulz . In seinem Beitrag analysiert der Autor treffend und kenntnisreich die Politik, die Entstehung und die fatale Wirkung dieser rechts-konservativen Partei. Ein kurzer Abschnitt widmet sich der Position der AfD in der Klima- und Energiefrage. Auf diesen Passus geht der folgende Beitrag ein.

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FĂŒr welches Ziel?

Fridays for Future

Hanns Graaf

Am 15. MĂ€rz soll weltweit ein Schulstreik fĂŒr mehr Klimaschutz stattfinden, der sicher auch in Deutschland tausende SchĂŒlerInnen statt in die KlassenrĂ€ume auf die Straßen fĂŒhrt. Initiiert wurde Fridays for Future von Greta Thunberg, einer 16jĂ€hrigen schwedischen SchĂŒlerin, die sich fĂŒr den Kampf gegen die Klimakatastrophe engagiert. Inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung geworden. Wie war das möglich, da offenbar keine Partei oder Bewegung hinter der Initiative stand und nur die „kleine“ Greta?

Wichtig war dabei die ausnehmend positive Berichterstattung der Medien, die in Greta einen Polit-Star der besonderen Art gefunden hatten. Sie kam nicht aus dem Establishment, war jung und genoss auch wg. ihres Autismus noch einen besonderen Sympathie-Bonus. Ein wesentlicher Faktor war zweifellos auch, dass die Klimaschutz-Szene sich Gretas sehr bald annahm und ihre Auftritte managte.

Inzwischen ging durch die Medien (die öffentlich-rechtlichen ausgenommen) aber auch die Meldung, dass die Klima-Aktivistin und Geografie-Studentin Luisa-Marie Neubauer, eine der deutschen „BegleiterInnen“ Gretas, eine Vielfliegerin ist, die in ihrem jugendlichen Alter bereits fast alle Kontinente per Flugzeug bereist hat, was sicher nicht Klima-konform ist.

Da das SchwĂ€nzen der Schule, noch dazu regelmĂ€ĂŸig, ein Vergehen darstellt, kommt auch dem Umstand, dass die Schulbehörden dem Schulstreik oft eher wohlwollend als ablehnend gegenĂŒber stehen, Bedeutung zu. Ein Ă€hnlich positives Verhalten der Schulbehörden gegenĂŒber anderen Schulstreiks der letzten Jahre ist uns hingegen nicht bekannt – im Gegenteil: viele politisch engagierte SchĂŒlerinnen hatten mit Repressionen zu kĂ€mpfen. Nun hat sogar Kanzlerin Angela Merkel die fĂŒr Klima streikenden SchĂŒlerInnen gelobt. Wenn einem so viel Gutes widerfĂ€hrt, ist das doch eine Nachfrage wert.

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Stunde der Demagogen

Debatte ĂŒber Abgas-Grenzwerte

Paul Pfund

Die Veröffentlichung eines Statements von ĂŒber 100 LungenĂ€rztInnen, das sich gegen die geltenden NOx-Grenzwerte richtet, hat in den Medien viel Staub aufgewirbelt. Die MedizinerInnen um den Lungenarzt Prof. Dieter Köhler, bis 2007 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Pneumologie (DGP), vertreten die Auffassung, dass Stickoxyde nicht so gesundheitsschĂ€dlich sind, wie behauptet wird, dass daher die Grenzwerte zu streng und die Fahrverbote unnötig wĂ€ren.

Wir können in diesem Streit der Wissenschaft mangels Fachkompetenz keine Position beziehen. Jedoch erscheinen uns die Argumente von Köhler und Co. durchaus plausibel. Zudem wissen wir aus vielen Debatten um Umwelt, Klima und Energie, zu welchen pseudowissenschaftlichen AbsurditĂ€ten Teile der „offiziellen“, eng mit Politik, Staat und Teilen des Kapitals verbandelten Wissenschaft oftmals kommen. Deshalb gilt auch in Sachen Abgasgrenzwerte das Motto „An allem ist zu zweifeln“.

Wir wollen in diesem Beitrag auf einige Argumente der GrĂŒnen eingehen, die u.a. von ihrer Vorsitzenden Annalena Baerbock vehement in den Medien vertreten werden.

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Studie: Lebensdauer von Turbinen in Windparks viel kĂŒrzer als erwartet

Robert Mendick, The Telegraph

(Übernommen in der Übersetzung von Andreas Demmig vom „EuropĂ€ischen Institut fĂŒr Klima und Energie“ EIKE)

Die Lebensdauer britischer Windparks ist viel kĂŒrzer als ursprĂŒnglich gedacht. Das macht sie noch teurer als ohnehin schon, wie aus einer maßgeblichen neuen Studie hervorgeht.
Die Analyse von fast 3.000 Windturbinen auf dem Festland – die bislang umfangreichste Studie dieser Art – warnt, dass die Turbinen nur 12 bis 15 Jahre lang effektiv Strom erzeugen können. Die Windenergie-Industrie und die Regierung fĂŒhren jedoch all ihre Berechnungen auf der Grundlage einer erwarteten Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren durch.

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Der K(r)ampf gegen die WindrÀder

Ralf Carls

Schon lange regt sich bundesweit Widerstand gegen die Windkraftanlagen (WKA). Überall, wo neue Standorte bekannt werden oder wo Repowering (Ersetzung niedriger durch höhere WKA)  erfolgt, bilden sich lokale BĂŒrgerinitiativen, die regional, landes- und bundesweit vernetzt sind. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind vielfĂ€ltig. Zumeist bezieht sich der Protest auf die negativen Auswirkungen von WKA wie Zerstörung von Natur und Landschaft, „schreddern“ von Vögeln und FledermĂ€usen, LĂ€rm, Schattenwurf durch RotorblĂ€tter und die Entwertung lĂ€ndlicher Immobilien. „Der K(r)ampf gegen die WindrĂ€der“ weiterlesen

GrĂŒnzeug macht dumm

Die GAM und die Energiewende

Hanns Graaf

Zu den VorgĂ€ngen im Hambacher Forst und zur Frage des Kohleausstiegs veröffentlichte die Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) am 2.10.18 erneut einen Artikel. Er offenbart in besonders eklatanter Weise, dass diese Organisation (wie die gesamte Linke) wenig Ahnung von den mit der Energiewende (EW) verbundenen Fragen hat. „GrĂŒnzeug macht dumm“ weiterlesen

Wie aus LĂŒgen und Unkenntnis „Politik“ wird

Hambacher Forst und Kohleausstieg

Hanns Graaf

Wie zu erwarten war, erklĂ€rt sich auch die Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) mit den BesetzerInnen im Hambacher Forst solidarisch. In einem Infomail-Artikel vom 14.9.18 erledigt das fĂŒr die GAM Chris Kramer. Wir wollen seine Argumente unter die Lupe nehmen. „Wie aus LĂŒgen und Unkenntnis „Politik“ wird“ weiterlesen

Weiter auf dem Holzweg

Hanns Graaf

Seit einiger Zeit verfasst die Gruppe Arbeitermacht (GAM) regelmĂ€ĂŸig BeitrĂ€ge zum Thema Energiewende, nachdem sei das Thema jahrelang ignoriert hat. Am 1. Februar 2018 erschien nun ein Artikel von JĂŒrgen Roth (JR) mit dem Titel „Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Stolperstein fĂŒr Energiespeicherlösung“ (http://arbeiterinnenmacht.de/2018/02/01/erneuerbare-energien-gesetz-eeg-stolperstein-fuer-energiespeicherloesung/).

Der Autor befasst sich darin mit dem Problem der Energie-Speicherung, speziell mit einem  Druckluft-Speicherkraftwerk, das der Physiker Dr. Bernd Geisler 2011 erfand. Geisler löst das Problem der WĂ€rmerĂŒckgewinnung durch getrennte Speicherung von WĂ€rme und Druckluft, wodurch der Wirkungsgrad steigt.

Die GAM befĂŒrwortet die Energiewende (EW) grundsĂ€tztlich, kritisiert aber ihre konkrete Umsetzung unter kapitalistischen VerhĂ€ltnissen und behauptet, dass eine EW unter Arbeiterkontrolle oder im Sozialismus viel besser (oder ĂŒberhaupt erst) gelingen könne. Dieser Linie folgt auch der Artikel von JR. „Weiter auf dem Holzweg“ weiterlesen