Stunde der Demagogen

Debatte über Abgas-Grenzwerte

Paul Pfund

Die Veröffentlichung eines Statements von über 100 LungenärztInnen, das sich gegen die geltenden NOx-Grenzwerte richtet, hat in den Medien viel Staub aufgewirbelt. Die MedizinerInnen um den Lungenarzt Prof. Dieter Köhler, bis 2007 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), vertreten die Auffassung, dass Stickoxyde nicht so gesundheitsschädlich sind, wie behauptet wird, dass daher die Grenzwerte zu streng und die Fahrverbote unnötig wären.

Wir können in diesem Streit der Wissenschaft mangels Fachkompetenz keine Position beziehen. Jedoch erscheinen uns die Argumente von Köhler und Co. durchaus plausibel. Zudem wissen wir aus vielen Debatten um Umwelt, Klima und Energie, zu welchen pseudowissenschaftlichen Absurditäten Teile der „offiziellen“, eng mit Politik, Staat und Teilen des Kapitals verbandelten Wissenschaft oftmals kommen. Deshalb gilt auch in Sachen Abgasgrenzwerte das Motto „An allem ist zu zweifeln“.

Wir wollen in diesem Beitrag auf einige Argumente der Grünen eingehen, die u.a. von ihrer Vorsitzenden Annalena Baerbock vehement in den Medien vertreten werden.

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Brüsseler Luftnummer — Neue EU-Abgasverordnung

Paul Pfund

Parallel zum 24. Klimagipfel in Kattowitz wurde auch die EU-Bürokratie in Brüssel aktiv. Sie brachte eine Verordnung auf den Weg, die festlegt, dass ab 2030 (also in nur 12 Jahren) neue PKW und Kleintransporter nur noch 60 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren dürfen, was in etwa einem Verbrauch von 2,5 Liter Benzin oder 2,3 Liter Diesel pro 100 km entspricht.
Die Vorgaben beziehen sich allerdings nicht auf das einzelne Auto, sondern auf den Flottenverbrauch, d.h. auf den Emissions-Durchschnitt aller produzierten Autos eines Herstellers. Praktisch bedeutet das, dass auf ein produziertes Verbrenner-Auto ein bis zwei E-Autos kommen müssten, um den vorgegebenen Flottenverbrauch einzuhalten. Angesichts der bisher trotz aller Förderungen völlig marginalen Verkäufe von E-Autos ist es schwer vorstellbar, dass ein solch hoher Anteile erreicht werden kann.
Die Umsetzung dieser Richtlinie würde also bedeuten, dass die Produktion bzw. der Verkauf aller Autos mit Verbrennungsmotor fast unmöglich würde. Denkbar sind dann nur noch Kleinstwagen, welche die CO2-Vorgaben unter günstigen Umständen erreichen könnten.

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Plastikmüll – Welche Lösung?

Hanns Graaf

Das alte Rom wurde nicht nur auf sieben Hügeln erbaut, es hat auch selbst einen Hügel erschaffen: den Monte Testaccio. Er besteht vollständig aus Tonscherben, die bis zu 50 Meter in die Tiefe reichen und einen Umfang von rund 1.000 Metern haben. Die aus gebranntem Ton bestehenden Amphoren, Krüge und Geschirrteile gingen irgendwann zu Bruch und landeten, da sie nicht repariert werden konnten, auf der Deponie. Allerdings sind Tonscherben kein Problem für die Umwelt, sondern stellen „nur“ vergeudete Arbeit und Ressourcen dar. „Plastikmüll – Welche Lösung?“ weiterlesen

Neues aus der Klippschule

RIO zur Klimakrise

Hanns Graaf

Die „Revolutionäre Internationalistische Organisation“ (RIO), dt. Sektion der „Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale“ (FT-CI), stellt ihre Sicht auf die sog. „Klimakrise“ in Form eines „ABC des Marxismus: K wie Klimakrise“ dar. (www.klassegegenklasse.org/abc-des-marxismus-k-wie-klimakrise)

Wir wollen hier zeigen, dass RIOs Sicht der Dinge weder etwas mit dem realen Klima noch mit Marxismus zu tun hat. „Neues aus der Klippschule“ weiterlesen

Dieselskandal: Die Verbrennung der Vernunft

Paul Pfund

Seit Wochen beschäftigt der Dieselskandal täglich die Medien. Übereinstimmend wird dabei behauptet, dass die NOx-Emissionen (Stickstoffoxid) der Dieselmotoren ein gravierendes Gesundheitsrisiko darstellen würden. Daher wären durchgreifende Maßnahmen erforderlich. Parteien, Kommentatoren und sog. „Experten“ fordern technische Umrüstungen der Dieselautos, Fahrverbote und perspektivisch den Umstieg von Verbrennungs- auf Elektroautos. „Dieselskandal: Die Verbrennung der Vernunft“ weiterlesen

Stunde der Alarmisten

Hanns Graaf

Den Namen Döschner kennen ältere Ossis noch. Matthias Döschner spielte bei Dynamo Dresden ganz passabel Fußball und wurde dreimal DDR-Meister. Nun geistert ein Jürgen Döschner durch die Medien. Der liefert allerdings nichts Meisterliches ab, obwohl auch er auf grünem Gebiet rasend tätig ist. Unser Herr Döschner arbeitet in der ARD als „Energieexperte“. Als solcher plädiert er v.a. für den Umstieg auf „grüne“ Energien, auch wenn diese der Umwelt durchaus nicht so grün sind, wie immer behauptet. „Stunde der Alarmisten“ weiterlesen

Der „grüne Reformismus“: eine reaktionäre Utopie

Hannes Hohn

Seit den 1970er Jahren spielen Fragen der Ökologie eine wichtige Rolle: u.a. die Verschmutzung der Umwelt, die Ressourcenfrage, der Artenschwund, die Abholzung der Regenwälder, der Klimaschutz u.a.. Nicht nur im Massenbewusstsein und in den Medien, auch in der Politik, in der Wissenschaft und in der Wirtschaft wird die „Ökologie“ in Form von Gesetzen, Verordnungen und diversen Maßnahmen und Strukturen wirksam. Ein nicht unerheblicher Teil der Wirtschaft ist auf dem Gebiet der „Umwelt“ tätig bzw. unternimmt Anstrengungen, umweltfreundlich(er) zu produzieren. Die Maßnahmen der Energiewende sind mit milliardenschweren Investitionen und Subventionen verbunden. Zudem wechselwirken all diese Bereiche. Die Politik stützt sich auf bestimmte Sektoren der Wissenschaft, die wiederum mit staatlichen Strukturen, NGOs und Medien verbunden sind …

Wir wollen uns hier v.a. der Umweltbewegung in Deutschland zuwenden, die zwar wesentliche Gemeinsamkeiten mit ökologischen Bewegungen in anderen Ländern hat, aber auch einige Besonderheiten aufweist. „Der „grüne Reformismus“: eine reaktionäre Utopie“ weiterlesen

Elektrisch in die Sackgasse

Paul Pfund

Kein Tag vergeht, ohne dass Politik und Medien Propaganda für Elektroautos machen. Dabei ist ein eigenartiger Kontrast auffällig: auf der einen Seite wird beklagt, wie wenig E-Autos auf den Straßen unterwegs sind und dass es trotz aller Förderungen und der staatlichen Kaufprämie kaum eine Nachfrage nach den Stromern gibt. Andererseits wird aber immer behauptet, dass den E-Autos die Zukunft gehört und ein Umstieg heute notwendig ist. Doch ist das wirklich so? Dieser Frage wollen wir hier nachgehen. „Elektrisch in die Sackgasse“ weiterlesen

Mobil in Eigenregie

Hanns Graaf

Am 20.3.17 erschien an dieser Stelle ein Artikel über Carsharing und Mitfahrpraxis unter dem Aspekt, was das mit der Arbeiterbewegung und der Linken zu tun hat. Darin vertraten wir die Auffassung, dass diese neuen Mobilitätsformen nicht kommerziellen Unternehmen überlassen  werden sollten, sondern die Arbeiterbewegung die Initiative übernehmen und genossenschaftliche Strukturen aufbauen sollte und auch könnte. Manchen LeserInnen mag diese Orientierung etwas utopisch erschienen sein. Doch das folgende Beispiel, das unser Leser Jan Mann in einem Bericht bei SpiegelOnline (SPON) gefunden hat, zeigt, wie durchaus realistisch und aktuell unsere Orientierung ist. „Mobil in Eigenregie“ weiterlesen