ABC des Marxismus XXXV: Was bedeutet „Entfremdung“?

Der Begriff bzw. das Problem der Entfremdung taucht bei Marx schon in den Jugend- und FrĂĽhschriften auf und durchzieht sein Werk wie ein roter Faden. Ganz allgemein versteht Marx unter Entfremdung, dass Menschen durch die Gesellschaftsverhältnisse, insbesondere die ökonomischen, daran gehindert werden, sich „menschlich“ zu verhalten oder – anders ausgedrĂĽckt – glĂĽcklich zu sein. „ABC des Marxismus XXXV: Was bedeutet „Entfremdung“?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXIV: Der Streik

Im Kapitalismus ist das Lohnarbeitsverhältnis das grundlegende soziale Verhältnis. Der Kapitaleigner gebraucht Lohnarbeit (das sog. variable oder v-Kapital), weil diese den Mehrwert schafft, aus dem der Profit gezogen wird. Während die ArbeiterInnen den Kapitalisten nicht brauchen, ist dieser auf die ArbeiterInnen angewiesen. Das Lohnarbeitsverhältnis ist ein Ausbeutungs- und UnterdrĂĽckungsverhältnis. Was und wie produziert wird, entscheiden die EigentĂĽmer der Produktionsmittel bzw. deren Management, nicht jedoch die lohnabhängigen ProduzentInnen und KonsumentInnen. „ABC des Marxismus XXXIV: Der Streik“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXIII: Die Religion

Als Materialist leitete Marx die Welt der Ideen aus der realen Welt, aus den sozial-ökonomischen Verhältnissen ab. Er betrachtete die Religion als eine spezifische Ideologie, wobei er unter „Ideologie“ falsches Bewusstsein verstand, das die Realität nicht adäquat, sondern „verkehrt“  abbildet. In „Die deutsche Ideologie“ schrieben Marx und Engels: „Die Menschen sind die Produzenten ihrer Vorstellungen, Ideen pp., aber die wirklichen, wirkenden Menschen, wie sie bedingt sind durch eine bestimmte Entwicklung ihrer Produktivkräfte und des denselben entsprechenden Verkehrs bis zu seinen weitesten Formationen hinauf. Das Bewusstsein kann nie etwas Andres sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess.“ In „Zur Kritik der hegelschen Rechtsphilosophie“ erklärt Marx: „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das GemĂĽt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. Die Aufhebung der als des illusorischen GlĂĽcks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen GlĂĽcks.“ „ABC des Marxismus XXXIII: Die Religion“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?

Der Staat (hier im Sinne eines staatlichen Apparats) umfasst verschiedene Bereiche: die Regierung u.a. exekutive Organe wie Militär, Polizei und Verwaltung sowie dem Staat unterstellte Strukturen wie Universitäten, Institute, staatliche Medien und Unternehmen. Das Parlament, die Justiz und politische Gremien werden formal oft nicht als Teil des Staatsapparates gesehen, sind mit ihm aber eng verbunden. Der Marxismus benutzt fĂĽr alle diese Elemente den Begriff des „Überbaus“ der Gesellschaft, der sich ĂĽber der „Basis“, d.h. den sozial-ökonomischen Verhältnissen erhebt. „ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXI: Was ist der Zionismus?

Jahrhundertelang waren die Juden in Europa Pogromen ausgesetzt. Manche BĂĽrgerrechte und bestimmte Berufe waren ihnen verwehrt. So wurden sie in den Handel und die Geldwirtschaft, später in Intelligenz-Berufe gedrängt. Im Mittelalter hatten Juden eine wichtige Funktion als Finanziers von Königen und dem Adel sowie im Fernhandel inne. Als mit dem Aufkommen des Kapitalismus Handel und Finanzwesen in die Hände der (meist nichtjĂĽdischen) Bourgeoisie gerieten, verloren viele Juden ihre frĂĽhere gesellschaftliche Stellung und wurden zu Parias. Die Vorbehalte und der Hass auf die Juden speisten sich aus verschiedenen Quellen: aus der Konkurrenz, aus der Ausbeutung der Armen durch jĂĽdische Wucherer und aus den nichtjĂĽdischen Religionen. Oft wurden die Juden von den Herrschenden zum SĂĽndenbock gemacht, um von den wirklichen Problemen abzulenken. „ABC des Marxismus XXXI: Was ist der Zionismus?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXX: Was ist Rassismus?

Rassismus ist eine bĂĽrgerliche Ideologie, die behauptet, dass die Menschheit aus qualitativ höherwertigen und minderwertigen Rassen bestehen wĂĽrde. NatĂĽrlich gibt es verschiedene Ethnien, die sich sowohl physisch (Hautfarbe, Haarfarbe, Augenform usw.) als auch kulturell (Sprache, Traditionen usw.) unterscheiden. Doch der Rassismus ĂĽberbetont solche einzelnen Merkmale und verbindet mit ihnen menschliche Fähigkeiten und Eigenschaften als typisch fĂĽr eine Rasse. Dass z.B. die Juden in Europa traditionell ĂĽberproportional im Handel und im Geldgewerbe tätig waren, resultiert u.a. aus mittelalterlichen Verboten zur AusĂĽbung „ehrbarer“ handwerklicher oder agrarischer Berufe durch Juden. „ABC des Marxismus XXX: Was ist Rassismus?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXIX: Was bedeutet Arbeiterkontrolle?

Die Frage, wer die Produktionsmittel – Betriebe, Verkehrsmittel, Banken, Handel usw. – kontrolliert, ist entscheidend dafĂĽr, wie die Gesellschaft funktioniert, denn ohne Kontrolle, d.h. ohne praktische VerfĂĽgungsgewalt bleibt jedes Eigentumsrecht nur eine leere Formel. Im Kapitalismus kontrollieren die Kapitalisten ihr Eigentum meist indirekt, durch Manager. Das ist schon deshalb unumgänglich, weil die Kontroll- und Organisationsaufgaben so vielfältig und speziell sind, dass sie nur von Spezialisten erledigt werden können, v.a. in GroĂźunternehmen und global agierenden Konzernen. „ABC des Marxismus XXIX: Was bedeutet Arbeiterkontrolle?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXVIII: Was ist eine Planwirtschaft?

Als Planwirtschaft wird allgemein eine Wirtschaftsform bezeichnet, in der das Privateigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln (groĂźe Betriebe, Finanzsystem, Handel, Transport, Energie, Kommunikation) ĂĽberwunden ist und das Zusammenwirken der Unternehmen nicht mehr ĂĽber den Markt und die Konkurrenz, sondern durch einen zentralen Plan durch den Staat geregelt wird. „ABC des Marxismus XXVIII: Was ist eine Planwirtschaft?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXVII: Was bedeutet Verstaatlichung?

Die neoliberale Wirtschaftspolitik macht den staatlichen Sektor, öffentliche Ausgaben und das Regulieren des Marktes fĂĽr alle Krisen und Probleme verantwortlich. Nach dem Zusammenbruch des Stalinismus wurde auch in diesen Ländern die Wirtschaft privatisiert. Das Privateigentum und der „freie“ Markt erscheinen alternativloser als je zuvor. BĂĽrokratismus, Ineffizienz und Korruption brachten dem staatlichen Sektor aber auch von Seiten der KonsumentInnen und der Arbeiterklasse einen schlechten Ruf ein. „ABC des Marxismus XXVII: Was bedeutet Verstaatlichung?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXVI: Was ist Kapitalismus?

Die kapitalistische Produktionsweise beruht auf mehreren Faktoren und Funktionsweisen. Die wichtigsten sind: verallgemeinerte Warenproduktion, Ausbeutung von Lohnarbeit, Marktbeziehungen (Konkurrenz) und Privateigentum an Produktionsmitteln (PM). „ABC des Marxismus XXVI: Was ist Kapitalismus?“ weiterlesen