Marx und die Genossenschaften

Hanns Graaf

FĂŒr viele MarxistInnen gilt als ausgemacht, dass Genossenschaften u.Ă€. Formen gemeinschaftlichen Wirtschaftens nur Inseln im Meer des Kapitalismus sein können und fĂŒr den Klassenkampf und umso mehr fĂŒr die Revolution höchstens von marginaler Bedeutung sind, ja dem Ziel der revolutionĂ€ren Überwindung des Kapitalismus oft sogar entgegen stehen. Als BegrĂŒndung dieser Positionen berufen sie sich v.a. darauf, dass ihr Altmeister Marx postuliert hĂ€tte, dass innerhalb des Kapitalismus keine alternative kommunistische Produktionsweise errichtet werden könne. Das ist zweifellos auch richtig. Doch was besagt das hinsichtlich der Genossenschaften? Und: was war die Position von Marx zur Genossenschaftsfrage? „Marx und die Genossenschaften“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?

Der Staat (hier im Sinne eines staatlichen Apparats) umfasst verschiedene Bereiche: die Regierung u.a. exekutive Organe wie MilitĂ€r, Polizei und Verwaltung sowie dem Staat unterstellte Strukturen wie UniversitĂ€ten, Institute, staatliche Medien und Unternehmen. Das Parlament, die Justiz und politische Gremien werden formal oft nicht als Teil des Staatsapparates gesehen, sind mit ihm aber eng verbunden. Der Marxismus benutzt fĂŒr alle diese Elemente den Begriff des „Überbaus“ der Gesellschaft, der sich ĂŒber der „Basis“, d.h. den sozial-ökonomischen VerhĂ€ltnissen erhebt. „ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?“ weiterlesen

Genossenschaften und revolutionÀre Politik

Hanns Graaf

Im Kapitalismus erfolgen das Organisieren und Verwalten von Produktion und Verteilung sowie der Gesellschaft insgesamt nicht durch die Bourgeoisie selbst, sondern durch ihre Manager und ihren Staat. Der Ausschluss der ProduzentInnen und KonsumentInnen von den Steuerungs- und Entscheidungsprozessen in der Gesellschaft teilt der Kapitalismus mit allen frĂŒheren Klassengesellschaften: auch der Sklave oder der Leibeigene hatten „nichts zu sagen“. Ja, der Kapitalismus hat diese UnterdrĂŒckung tw. noch verstĂ€rkt. Im Feudalismus etwa konnten selbststĂ€ndige Bauern oder Handwerker ihr Produzieren und Leben noch weitgehend selbst bestimmen. Im Kapitalismus hingegen sind diese Selbstbestimmung und die Zahl der weitgehend „autonomen“ KleineigentĂŒmer stark zurĂŒckgegangen. Die große Mehrzahl der Bevölkerung, die LohnabhĂ€ngigen, haben fast keinen Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft, die Kapitaleigner, der Markt und der Staat mit seinen diversen „Spezialisten“ sind die bestimmenden Faktoren. „Genossenschaften und revolutionĂ€re Politik“ weiterlesen

ABC des Marxismus XII: Was ist Kommunismus?

Der Begriff „Kommunismus“ kommt vom lateinischen „communis“ (gemeinsam) und bezeichnet einerseits jene Bewegungen und KrĂ€fte, die fĂŒr den Kommunismus eintreten, zum anderen ist damit die kommunistische Gesellschaftsformation gemeint. „ABC des Marxismus XII: Was ist Kommunismus?“ weiterlesen

Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings

Hanns Graaf

Sich die Benutzung eines PKWs zu teilen – das Carsharing – kommt immer mehr in Mode. Im Straßenbild keiner grĂ¶ĂŸeren Stadt fehlen die diversen Logos der inzwischen ĂŒber 150 Carsharing-Firmen. Lt. dem Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) gab es 2015 ĂŒber 1.260.000 Kunden von Carsharing-Stationen – ein Zuwachs von 21% gegenĂŒber dem Vorjahr. Bei stationsunabhĂ€ngigen Angeboten gab es sogar eine Steigerung um 26%, ĂŒber 800.000 Menschen nutzten solche Angebote in insgesamt sieben GroßstĂ€dten. Derzeit gibt es 4.600 Carsharing-Stationen in 537 Orten in Deutschland mit ĂŒber 9.000 Fahrzeugen. Das seit nunmehr fast 30 Jahren anhaltende Wachstum dieser Autonutzungs- bzw. Unternehmensform wird sich mit Sicherheit auch in den nĂ€chsten Jahren – und nicht nur in Deutschland – fortsetzen. „Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings“ weiterlesen