ABC des Marxismus XXXVIII: Was sind Genossenschaften?

In den Kämpfen von Unterdrückten und in sozial-revolutionären Konzepten gab es immer das Bestreben, die Fremdbestimmung über soziale Strukturen, sei es durch den Staat, durch die Kirche, durch Privateigentümer usw. zu beenden und an deren Stelle die Selbstverwaltung zu setzen. Diese Bestrebungen nahmen verschiedene Formen an: demokratische Kontrolle, Arbeiterkontrolle, Streikkomitees, Räte usw.. Das Selbstverwaltungsstreben ist Ausdruck der Überwindung von Verhältnissen, die Marx mit dem Begriff der „Entfremdung“ beschrieben hat. Damit meinte er, dass die Menschen die Verhältnisse nicht selbst-bewusst bestimmen, sondern sie von ihnen „beherrscht“ werden. Das Privateigentum über die Produktionsmittel ist dabei von zentraler Bedeutung. Erst dessen Enteignung ermöglicht die volle Kontrolle über Produktion und Verteilung durch die ProduzentInnen und KonsumentInnen. Die Verwaltung von Produktion und Verteilung soll lt. Marx direkt, also möglichst ohne Dazwischentreten „Dritter“, also des Staates, erfolgen.

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Die GIS und die revolutionäre Partei

Hanns Graaf

Der folgende Beitrag befasst sich mit der Frage, warum die Arbeiterklasse eine revolutionäre Partei braucht, welche Aufgabe und welche Struktur sie hat. Dazu besprechen wir den Artikel „Rolle und Struktur der revolutionären Organisation“ vom 12. Februar 2019 der Gruppe Internationaler SozialistInnen (GIS).

Grundsätzlich betont die GIS die Notwendigkeit einer revolutionären Organisation und lehnt Konzepte, welche diese Notwendigkeit bestreiten, ab – so etwa die Auffassung, dass eine Partei unnötig sei und Räte ausreichen würden, oder die Position, dass eine Partei erst während der Revolution aufgebaut werden könne.

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Marx und die Genossenschaften

Hanns Graaf

Für viele MarxistInnen gilt als ausgemacht, dass Genossenschaften u.ä. Formen gemeinschaftlichen Wirtschaftens nur Inseln im Meer des Kapitalismus sein können und für den Klassenkampf und umso mehr für die Revolution höchstens von marginaler Bedeutung sind, ja dem Ziel der revolutionären Überwindung des Kapitalismus oft sogar entgegen stehen. Als Begründung dieser Positionen berufen sie sich v.a. darauf, dass ihr Altmeister Marx postuliert hätte, dass innerhalb des Kapitalismus keine alternative kommunistische Produktionsweise errichtet werden könne. Das ist zweifellos auch richtig. Doch was besagt das hinsichtlich der Genossenschaften? Und: was war die Position von Marx zur Genossenschaftsfrage? „Marx und die Genossenschaften“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?

Der Staat (hier im Sinne eines staatlichen Apparats) umfasst verschiedene Bereiche: die Regierung u.a. exekutive Organe wie Militär, Polizei und Verwaltung sowie dem Staat unterstellte Strukturen wie Universitäten, Institute, staatliche Medien und Unternehmen. Das Parlament, die Justiz und politische Gremien werden formal oft nicht als Teil des Staatsapparates gesehen, sind mit ihm aber eng verbunden. Der Marxismus benutzt für alle diese Elemente den Begriff des „Überbaus“ der Gesellschaft, der sich über der „Basis“, d.h. den sozial-ökonomischen Verhältnissen erhebt. „ABC des Marxismus XXXII: Was ist der Staat?“ weiterlesen

Genossenschaften und revolutionäre Politik

Hanns Graaf

Im Kapitalismus erfolgen das Organisieren und Verwalten von Produktion und Verteilung sowie der Gesellschaft insgesamt nicht durch die Bourgeoisie selbst, sondern durch ihre Manager und ihren Staat. Der Ausschluss der ProduzentInnen und KonsumentInnen von den Steuerungs- und Entscheidungsprozessen in der Gesellschaft teilt der Kapitalismus mit allen früheren Klassengesellschaften: auch der Sklave oder der Leibeigene hatten „nichts zu sagen“. Ja, der Kapitalismus hat diese Unterdrückung tw. noch verstärkt. Im Feudalismus etwa konnten selbstständige Bauern oder Handwerker ihr Produzieren und Leben noch weitgehend selbst bestimmen. Im Kapitalismus hingegen sind diese Selbstbestimmung und die Zahl der weitgehend „autonomen“ Kleineigentümer stark zurückgegangen. Die große Mehrzahl der Bevölkerung, die Lohnabhängigen, haben fast keinen Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft, die Kapitaleigner, der Markt und der Staat mit seinen diversen „Spezialisten“ sind die bestimmenden Faktoren. „Genossenschaften und revolutionäre Politik“ weiterlesen

ABC des Marxismus XII: Was ist Kommunismus?

Der Begriff „Kommunismus“ kommt vom lateinischen „communis“ (gemeinsam) und bezeichnet einerseits jene Bewegungen und Kräfte, die für den Kommunismus eintreten, zum anderen ist damit die kommunistische Gesellschaftsformation gemeint. „ABC des Marxismus XII: Was ist Kommunismus?“ weiterlesen

Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings

Hanns Graaf

Sich die Benutzung eines PKWs zu teilen – das Carsharing – kommt immer mehr in Mode. Im Straßenbild keiner größeren Stadt fehlen die diversen Logos der inzwischen über 150 Carsharing-Firmen. Lt. dem Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) gab es 2015 über 1.260.000 Kunden von Carsharing-Stationen – ein Zuwachs von 21% gegenüber dem Vorjahr. Bei stationsunabhängigen Angeboten gab es sogar eine Steigerung um 26%, über 800.000 Menschen nutzten solche Angebote in insgesamt sieben Großstädten. Derzeit gibt es 4.600 Carsharing-Stationen in 537 Orten in Deutschland mit über 9.000 Fahrzeugen. Das seit nunmehr fast 30 Jahren anhaltende Wachstum dieser Autonutzungs- bzw. Unternehmensform wird sich mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren – und nicht nur in Deutschland – fortsetzen. „Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings“ weiterlesen