Befreier Stalin?

Hanns Graaf

Vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel Hitlerdeutschland die UdSSR. Gemeinsam mit der Wehrmacht kämpften auch Truppen u.a. aus Rumänien, Finnland, Ungarn, Italien und Spanien. Doch anstatt eines neuen Sieges in einem Blitzkrieg, mit dem man bis Ende 1941 die Linie Archangelsk – Astrachan erreichen wollte, zogen sich die Kämpfe an der Ostfront bis Mai 1945 hin und endeten mit der kompletten Niederlage Deutschlands.

Heute befindet sich Deutschland erneut de facto im Krieg mit Russland, indem man die Ukraine schon seit 2014 zusammen anderen NATO-Mächten aufgerüstet und in einen Krieg gegen Russland getrieben hat. Berlin unterstützt Kiew mit Geld und Waffen, nachdem es zuließ, dass die Minsker Verhandlungen und die Friedensverhandlungen von Istanbul 2022 vom Westen torpediert wurden. Die darin involvierten deutschen Politiker – u.a. Ex-Kanzlerin Merkel und Ex-Außenminister Steinmeier, später Kanzler Scholz und die unselige Politamateurin Baerbock und aktuell die Merz-Regierung – verstoßen damit gegen das Grundgesetz und machen sich somit strafbar. Auch nach dem Völkerrecht ist Deutschland Kriegspartei und wäre somit ein legitimes Ziel einer möglichen russischen militärischen Antwort. Doch das scheint die neuen deutschen Kriegs- und Rüstungsfanatiker nicht zu stören …

Die aggressive, antirussische Politik der NATO, der EU und Deutschlands rechnet mit dem Krieg und bereitet ihn vor. Obwohl Putin den Ukrainekrieg nicht begonnen hat (dieser fing de facto schon 2014 als Bürgerkrieg Kiews gegen die russische Bevölkerung im Donbass an), nimmt der Westen eine angebliche Bedrohung durch Russland zum Vorwand, um aufzurüsten – obwohl die NATO sogar ohne die USA Russland in jeder Hinsicht (außer bei Kernwaffen) deutlich überlegen ist. Völlig zu recht kritisiert daher der größte Teil der Linken diese Politik und hebt den entscheidenden Beitrag der Roten Armee bei der Zerschlagung des Faschismus und der Befreiung Deutschlands und Europas vom Faschismus hervor. Was allerdings von vielen Linken kaum thematisiert wird, ist die Politik Stalins vor dem 22. Juni 1941, die den Überfall auf Polen am 1. September 1939 erst ermöglicht hatte und Ende 1941 beinahe zum Sieg Hitlers geführt hätte.

„Befreier Stalin?“ weiterlesen

ABC des Marxismus Teil III: Was ist Faschismus?

Der Begriff „faschistisch“ wurde erstmals von Benito Mussolini verwendet, dessen Bewegung 1922 in Italien durch die Zerschlagung der Gewerkschaften und der Arbeiterparteien an die Macht kam. Während der 1920er und 30er Jahre wuchsen faschistische Bewegungen in ganz Europa. In Österreich war Dollfuß ihr Führer, in Deutschland Hitler. Der deutsche Faschismus nannte sich in demagogischer Weise „Nationalsozialismus“. „ABC des Marxismus Teil III: Was ist Faschismus?“ weiterlesen

Nazis gegen Nazis

1934: Der Röhm-Putsch

Hannes Hohn

Reichlich ein Jahr nach der Machtergreifung der deutschen Faschisten, am 30. Juni 1934, sorgte ein Ereignis für Schlagzeilen: der „Röhm-Putsch“. Es handelte sich dabei aber nicht um einen Putsch von SA-Führer Ernst Röhm gegen Hitler, sondern um einen Schlag, eine Säuberung Hitlers gegen Röhm und die SA-Führung. „Nazis gegen Nazis“ weiterlesen