Es gibt tausend Bestimmungen, die wir nicht einhalten. Wenn wir anfangen wollen, uns nach allen Bestimmungen zu richten, haben wir ein Chaos.
Christoph Hein, Horns Ende
Beiträge zu Marxismus und Gesellschaft
Es gibt tausend Bestimmungen, die wir nicht einhalten. Wenn wir anfangen wollen, uns nach allen Bestimmungen zu richten, haben wir ein Chaos.
Christoph Hein, Horns Ende
Hanns Graaf
Eine zentrale These der „grünen“ Szene, von Teilen des Reformismus und dem Gros der Linken ist die Auffassung, dass die Ressourcen zur Neige gehen. Dafür steht auch der Slogan von der Erde, die zu klein für unsere Lebensweise wäre und wir mehrere Erden (ver)brauchen würden. Lebten und wirtschafteten wir weiter so wie jetzt, müssten wir schon bald an die „Grenzen des Wachstums“ stoßen. Nicht zufällig war auch der Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 so betitelt. „Die Lüge von den schwindenden Ressourcen“ weiterlesen
Ja, ich hasse und verachte das Vorgesetztentum in der Welt. Es ist an allem Barbarischen schuld seit vielen tausend Jahren. Es ist das Prinzip des Bösen, das Prinzip der blöden Väter, die mit ihrer Menschlichkeit allein nicht auskommen und der Gewalt bedürfen, um sich zu behaupten, das Prinzip der wahnsinnigen Greise, die heute Europa zugrunde richten. Haben sie bemerkt, dass von denen, die heute Entscheidungen treffen, nicht einer weniger als fünfzig Jahre alt ist?
Arnold Zweig, Der Streit um den Sergeanten Grischa
Hannes Hohn
Am 9.1.2017 veröffentlichte die „Revolutionär-Kommunistische Internationale Tendenz“ (RCIT) einen Offenen Brief an alle „wirklichen Revolutionäre“. (….) Darin werden diese aufgefordert, „sich zu vereinen, damit wir den Aufbau einer Führung für den Kampf gegen die reaktionäre Offensive der herrschenden Klasse vorantreiben können.“ Aus Anlaß des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution soll „eine internationale Konferenz“ organisiert werden, welche „die Grundlage für die gemeinsame kollektive Arbeit zur Bildung einer Revolutionären Weltpartei legen“ soll. „Das Zusammenkommen für eine solche gemeinsame Initiative zur internationalen Organisierung von Revolutionären ist nur auf der Grundlage einer Einigung über die wichtigsten politischen Fragen des gegenwärtigen weltweiten Klassenkampfes möglich.“ „Aufbruch ins Nichts“ weiterlesen
Als „Imperialismus“ bezeichnen MarxistInnen den Kapitalismus des 20. und 21. Jahrhunderts – in zweierlei Hinsicht. Erstens charakterisieren sie die stärksten kapitalistischen Länder, welche die heutige Welt beherrschen, als „imperialistisch“; zweitens nennen sie die gegenwärtige globale Wirtschaftsordnung eine „imperialistische“. Wenn wir begreifen, was Imperialismus ist, haben wir einen Schlüssel zur Hand, um die ökonomischen und politischen Krisen unserer Welt besser zu verstehen und die tieferen Ursachen von Kriegen, Hungersnöten und Rassismus zu begreifen. „ABC des Marxismus VI: Was ist Imperialismus?“ weiterlesen
Hanns Graaf
Schwarze Alleen mit Peitschenmasten.
Stacheldraht quer über Straßen gespannt.
Scheinwerferfinger durchs Nachtdunkel tasten.
Ertrunkene Schwimmlehrer treiben zum Strand.
Ein Fernzug mit Schlafwagen springt aus den Gleisen.
Ein Brückentorso ragt übern Schlund.
Helikopter, die über uns kreisen.
Gerüchte gehn von Mund zu Mund.
Pausenlos klingeln die Faxtelefone.
Vereinszimmer brüten an einem Pogrom.
Ein Chor von Knaben probt eine None.
Im stählernen Stuhl stirbt einer an Strom.
Vorm Marmorportal hocken Banker und wimmern.
Vier Verse von Trakl, die irgendwer spricht.
Ein Dauertonsummen. Testbilder flimmern.
Die Mauern der Staudämme halten noch dicht.
Ein Hoftor fällt zu, als hätt wer geschossen.
Ein Aufruf kursiert auf zehntausend Blatt.
Die Börsen bleiben auch morgen geschlossen.
Ein blutiger Mond hängt über der Stadt.
Hannes Hohn
In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren entstanden in der BRD und Berlin/West die ersten Kinderläden. Das waren selbstverwaltete, sich als „alternativ“ verstehende Kindereinrichtungen für Vorschulkinder. Träger waren Elterninitiativen, die meist die Form von Trägervereinen annahmen. Betreut wurden etwa 10-20 Kinder, weit weniger als es damals in anderen Einrichtungen üblich war, die eher Aufbewahranstalten waren als pädagogische Einrichtungen. Als Räumlichkeiten wurden anfangs oft Ladenräume genutzt, die leer standen, weil mit dem Aufkommen der großen Supermärkte viele kleine Händler aufgeben mussten. Daher auch der Name „Kinderladen“. Dem gleichen Konzept entsprangen später Schülerläden, wo eine Hort- und Hausaufgabenbetreuung stattfand. Manchmal entwickelten sich diese Einrichtungen zu größeren Jugend-, Freizeit- und Kultureinrichtungen. „Alternative zu Staat und Kirche“ weiterlesen
HaHo
Eine zweistimmige Lobeshymne in Fortefortissimo singen wir heute Frankreichs Energieministerin Ségolène Royal, die ein wahrhaft revolutionäres Projekt zur Rettung des Weltklimas fördert, und dem Internet-Portal Klimaretter.Info, das darüber euphorisch berichtet hat. „Laudatio des Tages vom 19.1.2017“ weiterlesen
So gesehen, hat in der Skala der sittlichen Werte das Menschenrecht der Frau auf den Orgasmus höheren Rang als ihre auch dem Tierweibchen eigentümliche Bestimmung, Nachkommen das Leben zu schenken.
W. Harich, Kommunismus ohne Wachstum?
Hannes Hohn
In der Linken taucht die Frage der Vergesellschaftung der Hausarbeit, wenn überhaupt, oft nur als Forderung auf, um das ungenügende oder teure Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu verbessern. Zuweilen wird dabei auf das Beispiel der DDR verwiesen, wo es diesbezüglich tatsächlich bessere Bedingungen als in der BRD gab. Spätenstens sei den 1970ern war für jedes Kind ein Krippen-, Kindergarten- und Hortplatz vorhanden. Frauen war es in der DDR so leichter möglich, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Der Autor kann sich noch lebhaft an die Verwunderung von Studierenden aus der BRD, die in der DDR zu Gast waren, erinnern, als sie hörten, dass viele Studentinnen während des Studiums Kinder bekamen und wie gut die Betreuungsmöglichkeiten waren. „Staates Kinder“ weiterlesen