Thesen zur Energiewende

Die Energiewende eine reaktionÀre Utopie

Hanns Graaf

1. Die unter dem Motto „Energiewende“ (EW) stattfindende Umstrukturierung des Energiesektors in Deutschland und wenigen anderen LĂ€ndern begann in den 1990ern. Ihr Ziel ist die Ersetzung der Energieerzeugung aus fossilen Quellen, v.a. der Kohleverstromung, sowie der Kernkraft durch  „erneuerbare Energien“ (EE) v.a. aus Wind, Sonne und Biomasse. Niemand bezweifelt, dass das Energiesystem immer weiter verbessert werden muss – angezweifelt werden muss aber die konkrete Politik der EW, ihre Mittel, Methoden und Ziele.

2. Die EW ist das grĂ¶ĂŸte Wirtschafts-Strukturprogramm seit Jahrzehnten in Deutschland. Sie bewirkt eine grundlegende VerĂ€nderung des wichtigsten Wirtschaftszweiges, der Energieversorgung. Ohne Energie – v.a. ohne Strom – ist kein entwickeltes wirtschaftliches und soziales Leben möglich. Die technologischen VerĂ€nderungen, die jetzt erfolgen, berĂŒhren in der Tendenz also alle Lebensbereiche der Gesellschaft, sie bestimmen die Struktur des Energiesektors fĂŒr viele Jahrzehnte und vielleicht fĂŒr das gesamte Jahrhundert, allein schon, weil die Laufzeiten der Anlagen und der Investitionen im Energiesystem viele Jahre und Jahrzehnte umfassen. Lt. einer Studie des Instituts fĂŒr Wettbewerbsökonomik an der Uni DĂŒsseldorf wird die EW bis zum Jahr 2025 mindestens 520 Milliarden Euro kosten, der ehemalige Umweltminister Altmaier sprach von ĂŒber 1 Billion bis Mitte des Jahrhunderts – beide Zahlen sind eher konservativ gerechnet.

3. Die wesentlichen BegrĂŒndungen fĂŒr die EW sind: a) eine durch die Anreicherung der AtmosphĂ€re mit CO2 drohende Klimakatastrophe; b) ein nahes Ende der VerfĂŒgbarkeit fossiler Rohstoffe, v.a. von Erdöl, und c) die Notwendigkeit einer Ersetzung der angeblich inhĂ€rent unsicheren und schĂ€dlichen Atomenergie.

4. Alle drei BegrĂŒndungen sind falsch. Zu a): CO2 ist im Klimaprozess ein völlig untergeordneter Faktor und nicht in der Lage, das Klima signifikant zu verĂ€ndern. Die gegenwĂ€rtige, seit knapp 200 Jahren sich vollziehende KlimaverĂ€nderung (ErwĂ€rmung) geht in keiner Hinsicht ĂŒber den Rahmen der normalen Schwankungen hinaus, die schon seit ca. 11.000 Jahren im HolozĂ€n stattgefunden haben. Es gibt keinen wissenschaftlichen oder gar empirischen Beweis fĂŒr einen anthropogenen CO2-Effekt. Zu b): Öl und Gas reichen noch fĂŒr viele Jahrzehnte, auf jeden Fall bis Anfang des nĂ€chsten Jahrhunderts, die KohlenvorrĂ€te reichen noch fĂŒr mehrere Jahrhunderte, Rohstoffe fĂŒr die Kernspaltung sind sogar fĂŒr tausende von Jahren vorhanden. Immer bessere Erkundungs- und Fördermethoden, die Nutzung neuer Energiequellen (z.B. Methanhydrat) sowie energieeffizientere Techniken sorgen dafĂŒr, dass die VerfĂŒgbarkeit energetischer Rohstoffe trotz steigenden Verbrauchs tendenziell sogar zunehmen könnte.

5. Zu c): Die Atomtechnik u.a. neue Energie-Technologien (z.B. Wasserstoffantrieb) können zukĂŒnftig zudem jede Art fossiler Verbrennung ĂŒberflĂŒssig machen. Die gegenwĂ€rtig noch zu verzeichnenden Nachteile und MĂ€ngel der Kernspaltung sowie die Wirkung von RadioaktivitĂ€t werden – v.a. in Deutschland – maßlos und wider jede wissenschaftliche Erkenntnis ĂŒbertrieben. Schon heute werden verschiedene neue Kernspaltungstechniken (IV. Generation) entwickelt bzw. eingesetzt, die in jeder Hinsicht deutlich besser und sicherer sind als frĂŒhere AKW. Wir stehen an der Schwelle zum Atomzeitalter. Der deutsche Atomausstieg (bis 2022 sollen alle AKW abgeschaltet sein) steht nicht nur gegen den internationalen Trend, er fĂŒhrt auch dazu, dass die CO2-Emissionen zunehmen werden. Der weitgehende RĂŒckzug Deutschlands aus der Kernenergieforschung ist ein grober Fehler und schwĂ€cht den wissenschaftlich-technischen Beitrag Deutschlands zur Entwicklung der Welt sowie den hiesigen Wirtschaftsstandort.

6. In den fĂŒhrenden IndustrielĂ€ndern gibt es die Tendenz, dass der Energieverbrauch nicht mehr wie frĂŒher parallel zum Wirtschaftswachstum steigt. Erweiterungsinvestitionen sind dort daher kaum noch möglich. Um neue Investitions- und Profitmöglichkeiten fĂŒr das Kapital zu schaffen, musste das alte Fixkapital (v.a. Kohlekraftwerke) kĂŒnstlich – „ideologisch“ – entwertet werden, um es dann durch die EE zu ersetzen. Die EW ist ein v.a. riesiges Konjunkturprogramm. Da die EE im Normalfall nicht konkurrenzfĂ€hig sind, werden ĂŒber den Staat Subventionen vorgenommen bzw. die Massen ĂŒber „Öko“steuern oder ĂŒber den Strompreis zur Finanzierung der EE gezwungen. Der Staat verdient dabei ĂŒber die (Mehrwert)steuer mit.

7. Die EW ist im Wesen eine Mischung aus staatskapitalistischen Maßnahmen (Subventionen, EEG), neoliberalen StrukturverĂ€nderungen (Liberalisierung des Strommarktes und der Netze) und Anti-Kartell-Maßnahmen (ZurĂŒckdrĂ€ngung der Marktmacht der großen Energiekonzerne).

8. Die EW betraf bisher fast nur die Stromerzeugung und tangierte den Gesamtenergieverbrauch (PrimĂ€renergieverbrauch, PrEV) fast gar nicht. 1990 lag der Anteil der EE (fast nur Wasserkraft) am PrEV bei nur 1,3%. Bis 2015 stieg er auf 12,5%. AbzĂŒglich der Wasserkraft, die praktisch nicht weiter ausbaubar ist, kamen also in 25 Jahren EW-Politik jĂ€hrlich etwa 0,4% EE-Anteil hinzu. Bei gleichem Tempo und bei gleichbleibenden Milliarden-Investitionen wĂŒrden in 10 Jahren also etwa 16-17% des PrEV aus den EE abgedeckt. In 100 Jahren lĂ€gen wir bei reichlich der HĂ€lfte des Energiebedarfs. Diese Zahlen machen klar, dass die EW trotz riesigen Aufwands kaum voran kommt oder aber die heute schon enormen Aufwendungen noch massiv gesteigert werden mĂŒssten, um einen relevanten Effekt hinsichtlich der Verminderung der CO2-Emissionen zu erreichen. Das ist aber auch deshalb komplett unmöglich, weil bisher kaum Investitionen in Netzausbau und Speichertechnik vorgenommen worden sind. Ohne diese ist aber ein weiterer Ausbau der EE  unmöglich. Mit Netz- und Speicherausbau wĂŒrde die EW aber vollends unbezahlbar werden. Zudem wĂŒrde der Ressourcenverbrauch (und damit auch die Umweltbelastung) insgesamt deutlich ansteigen.

9. Die Zahlen zeigen einen interessanten Trend: der deutsche PrEV sinkt – trotz Zunahme der Wirtschaftsleistung. Betrug er 1990 noch 14,9 Petajoule, sank er bis 2015 auf 13,3 Petajoule. d.h. die Energieeffizienz ist gestiegen. Dieser Wert ist eine statistische Kennziffer, die die Wirtschaftsleistung (BIP) angibt, die mit einer Einheit des PrimĂ€renergieverbrauchs erstellt worden ist. Die durchschnittliche Wachstumsrate der EnergieproduktivitĂ€t in Deutschland betrĂ€gt fĂŒr den Zeitraum 1990-2010 1,65 % pro Jahr. WĂ€hrend von 1990-1995 noch ein Wert von 2,6 % pro Jahr zu verzeichnen war (Wiedervereinigungseffekt), ergibt sich fĂŒr den Zeitraum von 2000 bis 2010 nur ein Anstieg von 1,1 % pro Jahr.

10. 2014 betrugen die Anteile am PrEV: Verkehr 30 %, Industrie 29 %, Haushalte 26 % und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen insgesamt 15 %. Der PrEV teilte sich 2015 auf folgende Energiequellen auf: Öl 33,9 %, Gas 21,1 %, Steinkohle 12,7 %, EE 12,5 %, Braunkohle 11,8 %, Kernenergie 7,5 % und Sonstige 0,4 % (Zahlen vom Bundesumweltamt, UBA).

Diese Zahlen zeigen erstens, dass der Anteil der EE trotz eines viertel Jahrhunderts riesiger Investitionen sehr gering ist, und zweitens, dass Erdöl, v.a. als Treibstoffgrundlage des Autoverkehrs, unverÀndert den höchsten Anteil am PrEV hat.

11. Das Stromsystem in Deutschland u.v.a. LĂ€ndern ist bzw. war ein stark staatskapitalistisch geprĂ€gtes System, Ă€hnlich dem Bildungs- oder Sozialsystem. Der „öffentliche Versorgungsauftrag“ determinierte das Markthandeln der Stromanbieter sehr stark. Investitionen, StrukturĂ€nderungen, Preise waren in den Rahmen staatlicher Vorgaben eingebunden. So wurde einerseits die Marktmacht der großen Energiekonzerne gesichert, andererseits die zuverlĂ€ssige Stromversorgung von Bevölkerung und Industrie sichergestellt. Im Interesse des Gesamtkapitals wurde auch die Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung der Energiekonzerne durch Preistreiberei begrenzt. Die EW zerstört diese Struktur.

12. Bisher (kĂŒnftig kann sich das Ă€ndern, weil die Konzerne am neuen EE-Markt mitverdienen wollen) erfolgten Investitionen in die EE ĂŒberwiegend von „kleineren“ Investoren (Bauern, Fonds, Stadtwerke usw.). Das von immer mehr separaten Kleinerzeugern geprĂ€gte Strom- und Energiesystem entzieht sich – allein schon technisch bedingt – immer mehr einer zentralen (planmĂ€ĂŸigen) systemischen Steuerung und die Stromproduktion entfernt sich immer mehr vom realen Bedarf. Inzwischen wird etwa ein Drittel der Elektroenergie in Deutschland von den „Erneuerbaren“ erzeugt. Entsprechend geht der Marktanteil der Energiekonzerne und ihrer Kraftwerke (v.a. AKW und Gaskraftwerke) zurĂŒck. Allerdings dominieren mittlere und grĂ¶ĂŸere Unternehmen bei der Produktion von EE-Anlagen.

13. Das deutsche Stromsystem, das frĂŒher als das sicherste der Welt galt, wird durch den massiven Zubau von Wind- und Photovoltaikanlagen destabilisiert, weil deren Stromeinspeisung extrem schwankt. Im Stromnetz muss aber in jedem Moment das VerhĂ€ltnis von Stromeinspeisung und Stromentnahme gleich sein. Immer mehr Noteingriffe zur Sicherung der NetzstabilitĂ€t (Redispatch-Maßnahmen) sind notwendig, um einen Kollaps der Stromversorgung zu verhindern. War das vor der EW fast nie nötig, ist es inzwischen NormalitĂ€t. 2010 gab es in 1.588 Stunden solche Redispatch-Eingriffe, 2014 waren es schon 8.453, 2015 lag die Marke bei 15.811 – eine Verzehnfachung in nur 5 Jahren (lt. Bundesnetzagentur)! Mit jeder weiteren Wind- und Solaranlage nĂ€hern wir uns dem Punkt, wo der Netz-Zusammenbruch nicht mehr zu verhindern ist. Was ein großflĂ€chiger Stromausfall fĂŒr nur wenige Minuten kostet und welche z.T. tödlichen Konsequenzen er haben kann, mag man sich kaum vorstellen.

14. Ein Kollaps des Stromnetzes droht auf zwei Arten: a) durch Überlastung durch zu viel Einspeisung durch EE bei Starkwind und gleichzeitig starker Sonneneinstrahlung und b) bei Ausfall von Teilen des Netzes (z.B. durch umgeknickte Strommasten bei Sturm), weshalb Strom ĂŒber andere Netzteile geleitet werden mĂŒsste, was sofort verfĂŒgbare Erzeuger-Reserven benötigen wĂŒrde, welche die EE meist nicht (schon gar nicht in der benötigten Menge) liefern könnten.

15. Da es derzeit – und auch perspektivisch (!) – keine realen technischen Möglichkeiten gibt bzw. diese nicht finanzierbar sind, um Strom in den erforderlichen GrĂ¶ĂŸenordnungen zu speichern, muss neben den EE ein zweites Erzeugersystem aus Kraftwerken vorgehalten werden, dass jederzeit VersorgungslĂŒcken fĂŒllen kann. Das aber hat gravierende Konsequenzen. Statt wie bisher ein System zur Stromerzeugung (Großkraftwerke) sind nun zwei parallele Erzeugerstrukturen nötig, was den Aufwand an Ressourcen und die Kosten enorm in die Höhe treibt. Da die konventionellen Kraftwerke als „LĂŒckenbĂŒĂŸer“ fĂŒr die unregelmĂ€ĂŸig und oft gar nicht liefernden Wind- und Photovoltaikanlagen oft nur in Teillast fahren, sind sie weniger rentabel, verschleißen schneller und produzieren zudem relativ mehr Emissionen, weil z.B. Kohlekraftwerke seltener die effektivste Brenntemperatur nutzen können.

16. Die EW kollidiert grundsĂ€tzlich mit den Gesetzen von Naturwissenschaft und Technik. Die EE – insbesondere WindrĂ€der und Photovoltaikanlagen – erzeugen wg. ihrer AbhĂ€ngigkeit vom Wetter  nur diskontinuierlich Strom. Die gelieferte Strommenge schwankt nicht nur (Flatterstrom), oft sinkt  die Einspeisung auf Null (Dunkelflaute: keine Sonne und kein Wind). Diese Ausfallzeiten halten tw. mehrere Tage an. Zudem ist die Voraussage solcher Schwankungen nur sehr unzureichend möglich. Da die Wetterlagen (Hoch- und Tiefdruckgebiete) großflĂ€chig sind und meist grĂ¶ĂŸere Teile Europas betreffen, ist es auch nur sehr eingeschrĂ€nkt möglich, die Schwankungen ĂŒber Landesgrenzen hinaus auszugleichen. Ein internationaler Ausgleich per Im- und Export von Strom ist daher perspektivisch nur möglich, wenn unsere NachbarlĂ€nder keine EW wie hierzulande durchfĂŒhren. Der stetig zunehmende Export von ĂŒberschĂŒssigem und hochsubventioniertem EE-Strom aus Deutschland in die NachbarlĂ€nder ruiniert deren Erzeuger, z.B. die „klimafreundlichen“ Wasserkraftwerke, und destabilisiert deren Stromnetze. Einige NachbarlĂ€nder bauen daher schon besondere Relais-Barriere-Stationen, um ihre Netze und Erzeuger vor deutschem Dumping-Strom zu schĂŒtzen.

17. Wind- und Sonnenstrom produzieren permanent am Bedarf vorbei, manchmal zu wenig, manchmal zu viel, manchmal gar nichts. Eine weitere Zunahme der Zahl dieser Anlagen bedeutet, dass zu immer mehr Zeitpunkten mehr Strom erzeugt wird, als gebraucht wird. Dieser Strom kann mangels entsprechendem Stromverbrauch nicht ins Netz eingeleitet werden. Der Export dieses Überschussstroms wĂ€re nun eine Lösung – vorausgesetzt die NachbarlĂ€nder verfolgen keine Energiewende-Politik und können ihre eigene Stromerzeugung durch Kraftwerke drosseln. Ist dies nicht möglich (oder nicht gewollt), bleibt nur ĂŒbrig, WindrĂ€der und Solarkollektoren vom Netz abzukoppeln. Ein weiterer EE-Ausbau wĂŒrde also immer mehr unnĂŒtzen Strom erzeugen und zugleich den Einspeisungsgrad von WindrĂ€dern und Photovoltaikanlagen noch weiter absenken. Ein weiteres Vorantreiben der EW vergrĂ¶ĂŸert also die Probleme, anstatt sie zu lösen.

18. Die technische Spezifik von Wind- und Solaranlagen erfordert – wenn sie die Basis des Energiesystems bilden sollen, wie es die EW beabsichtigt -, riesige Reservoire an Stromspeichern, die Umformung von Strom (z.B. in Gas und zurĂŒck) sowie einen erheblichen Ausbau der Netze. All diese Methoden stellen aber physikalische Arbeit dar, d.h. sie verbrauchen Energie. Ein ausgebautes EE-System muss daher wesentlich mehr Energie erzeugen, um diese Verluste auszugleichen. Es gibt drei Probleme, wenn Speicherung, Umformung und Transport von Energie zunehmen: riesige Kosten, fehlende geologisch-geografische Bedingungen und der unzureichende Stand der (Speicher)Technik.

19. Die Speicherung von Strom (bzw. von Energie, die wieder in Strom umgewandelt wird) ist fast  immer mit enormen Kosten verbunden. Es gibt nur wenige Techniken, die relativ gĂŒnstig sind, z.B. die Druckluftspeicherung, die aber technisch nicht genĂŒgend ausgereift und erprobt ist. Das grĂ¶ĂŸte deutsche  Pumpspeicherwerk (PSK) im thĂŒringischen Goldisthal wĂŒrde heute ca. 1 Milliarde Euro kosten. Um ein Speichervolumen zu haben, das den Ausfall von EE-Strom ĂŒber mehrere Tage oder gar ĂŒber eine Woche ausgleicht, sind aber Hunderte (!) solcher PSK erforderlich. Die Strom-Speicherung in Batterien wĂ€re noch teurer. Die Erzeugung von Wasserstoff mittels Strom und dessen RĂŒckverwandlung in Strom ist mit ca. 70 % Energieverlust verbunden.

20. Die Behauptung, dass das Speicherproblem im Zuge der technischen Entwicklung in Zukunft lösbar sei, ignoriert erstens die immensen Kosten und zweitens den realen Stand der Technikentwicklung. Letzterer schließt aus, dass in den nĂ€chsten 10-20 Jahren technische Lösungen vorliegen, die fĂŒr den Masseneinsatz (!) technisch und finanziell annehmbare Lösungen bieten.

21. Der Ausbau von Speichertechniken stĂ¶ĂŸt tw. an geologische Grenzen. FĂŒr die unterirdische Speicherung von CO2 (CCS-Technik) in grĂ¶ĂŸeren Mengen fehlt es an geeigneten geologischen Formationen. Ähnliches trifft tw. auch fĂŒr die unterirdische Speicherung von Gas oder fĂŒr die Druckluftspeicherung zu. Noch gravierender ist das Problem bei Pumpspeicherkraftwerken. Geologisch geeignete (und noch nicht besiedelte) TĂ€ler gibt es in Deutschland fast nicht, gebraucht wĂŒrden aber mehrere hundert solcher Anlagen. Auch VorschlĂ€ge, PSK in anderen LĂ€ndern anzulegen, erweisen sich als völlig unrealistisch (she. These 109).

22. Fazit: ohne Speicherung ist die EW technisch unmöglich, mit Speicherung ist sie unbezahlbar. Der scheinbar simple – und nicht Ă€nderbare – Umstand, dass Wind und Sonne nicht immer zur VerfĂŒgung stehen, hat gravierende Konsequenzen fĂŒr das Stromsystem. Es ist neben dem System der Energieerzeugung (durch EE) ein zweites System aus back-up-Kraftwerken nötig, das flexibel die Erzeugungsschwankungen der EE ausgleichen kann. Dazu muss das System der  Energieverteilung (Stromnetz und Umwandlungstechnologien) erheblich ausgebaut werden, da die Energieerzeugung durch EE oft nicht dort stattfindet, wo die Verbraucher sind. So sind die industriellen Großverbraucher v.a. im SĂŒden und Westen Deutschlands angesiedelt, wĂ€hrend die WindrĂ€der v.a. im windreicheren Norden oder sogar im Meer (offshore-Anlagen) stehen. Zudem  erzeugen alle EE-Anlagen pro Standort zu wenig Strom bzw. Energie, weil die Energiedichte der Rohstoffe Wind, Sonne, Biomasse viel zu gering ist. Darum ist eine Energiezufuhr aus anderen Regionen bzw. die aufwĂ€ndige systemische (Netz)Kopplung vieler Kleinerzeuger notwendig. Eine Minderung der immanenten Probleme der EE wĂ€ren nur mit einem riesigen System von Strom- bzw. Energiespeicherung möglich, das aber eben enorme technische und finanzielle HĂŒrden ĂŒberwinden mĂŒsste.

Allein die Notwendigkeit mehrerer Systeme bzw. deren Ausbau wegen der Nutzung von EE bedeutet mehr Verbrauch an ökonomischen Ressourcen und höhere Kosten. Diese notwendigen Folgen der EW werden von Politik und Medien verschwiegen, verdreht oder zu Vorteilen umgelogen. Die realen systemischen (Zusatz)Kosten mĂŒssten den sonstigen Aufwendungen fĂŒr EE zugerechnet werden, was diese enorm verteuert und sie grundsĂ€tzlich weit teurer macht als alle „traditionellen“ Methoden zur Strom- bzw. Energieerzeugung.

23. Die BefĂŒrworter der EW in Politik, Medien, NGOs und Teilen der Wissenschaft und des Kapitals verschleiern oder ignorieren die grundsĂ€tzlichen Probleme der EW und des Einsatzes der EE. Zum Teil liegt das daran, dass die Diskussion und die Entscheidungen von Menschen und Gremien dominiert werden, denen fast jede Fachkompetenz abgeht. In den Diskussions- und Beschlussgremien sind oft nur fachfremde Laien und Lobbyisten vertreten.

24. Das verweist auch auf eine grundsĂ€tzliches Problem der bĂŒrgerlichen (aber auch einer rĂ€te-artigen) Demokratie, die auf gewĂ€hlten ReprĂ€sentanzgremien beruht. Mit der zunehmenden Bedeutung von Wissenschaft und Technik in der Gesellschaft erhöhen sich auch die Anforderungen an die Fachkompetenz politischer Gremien. Diese hinkt den Anforderungen immer weiter hinterher. Verschlimmert wird dieser Zustand noch dadurch, dass Wissenschaft und Technik immer stĂ€rker unter der Fuchtel von Kapital und Staat und deren bornierten Interessen betrieben werden. Insofern sind Wissenschaft und Technik immer stĂ€rker von diesen Interessen geprĂ€gt. Das Ă€ußert sich u.a. in einer immer stĂ€rkeren Tendenz zum Irrationalismus, zu Unwissenschaftlichkeit, Einseitigkeit, zum Bremsen oder gar und zum Verhindern von Fortschritt und Innovation oder des ungeprĂŒften und risikovollen Einsatzes von Technologien.

25. Die Tatsache, dass sich Deutschland zunehmend aus Hochtechnologien (Atomforschung, Gentechnik) aufgrund des Einflusses „grĂŒner“ Ideologien und KrĂ€fte zurĂŒckzieht und stattdessen in aberwitzige Low-tech-Projekte (WindrĂ€der, Biogasanlagen) investiert, illustriert diese Tendenz. Besonders deutlich beobachten wir diese Tendenz zum Irrationalismus auf dem Gebiet der Klima-Wissenschaft. Die – v.a. in Deutschland – vorherrschende Treibhaus-Katastrophen-Theorie und die daraus abgeleitete Politik der Entkarbonisierung beruhen nicht nur auf unwissenschaftlichen und den technischen und Naturgesetzen widersprechenden Thesen; sie ist auch dadurch geprĂ€gt, dass eine sachliche und offene, „demokratische“ Debatte kaum stattfindet. Eine Wissenschaft, welche diese Grundlagen jeder Wissenschaft unterminiert, muss degenerieren.

Die „erneuerbaren Energietechniken“ (EE)
Windenergie

26. Die Nutzung der Windenergie ist ein Verfahren, das schon Jahrtausende alt ist. Mit dem Aufkommen von maschinellen Antrieben (Dampfkraft, Strom) wurde die Windkraft fast vollstÀndig verdrÀngt. Das ist kein Zufall, denn Windkraftanlagen (WKA) haben entscheidende Nachteile, die nicht Ànderbar sind: geringe Energiedichte und deshalb geringe Energieausbeute sowie unstete Erzeugung aufgrund des schwankenden Windaufkommens.

27. Moderne WKA sind zwar aufgrund grĂ¶ĂŸerer Höhe und FlĂŒgeldurchmesser etwas effektiver als frĂŒhere Anlagen, verbrauchen aber auch wesentlich mehr Ressourcen fĂŒr Herstellung und Aufbau. Eine moderne WKA an Land (onshore) hat eine installierte Nennleistung von ca. 2 Megawatt (2.000 Kilowatt) pro Stunde. Die Nennleistung ist jene Leistung, die erzeugt werden könnte, wenn tĂ€glich 24 Stunden der Wind in IdealstĂ€rke 6 weht. Nun liegt die durchschnittliche WindstĂ€rke in Deutschland aber bei 3-4 (im Norden etwas mehr, im SĂŒden etwas weniger). Bei Windstille liefert ein Windrad nichts, bei WindstĂ€rke 1-2 fast nichts. Leider kann das durch Starkwind kaum ausgeglichen werden, weil die Anlagen etwa ab WindstĂ€rke 8 abgeschaltet werden mĂŒssen, um nicht kaputt zu gehen.

28. Generatoren haben eine exponentielle Leistungscharakteristik. Bei halber WindstĂ€rke geht deshalb die Stromerzeugung nicht auch um 50 % zurĂŒck, wie der „gesunde Menschenverstand“ annimmt, sondern sinkt auf nur 1/8. U.a. aus diesen GrĂŒnden liegt die reale Erzeugungsleistung der WKA in Deutschland lt. Statistik nur bei ca. 17 % der installierten Nennleistung. Eine 2-Megawatt-WKA liefert also im Durchschnitt (Dauerleistung) nur etwa 340 Kwh. Das entspricht etwa der Leistung von 4 Kleinwagenmotoren. Diese Motoren könnte man, gekoppelt mit einem Generator, stationĂ€r in einem kleinen Schuppen unterbringen, der im Baumarkt vielleicht 300 Euro kostet.

29. Die verbreiteten WKA-Modelle E 70 und E 82 von Enercon kosten jeÂ ĂŒber drei Mill. Euro. Das Stahlbeton-Fundament einer solchen WKA hat ein Volumen von bis zu 1.500 mÂł und ist mit bis zu 180 Tonnen Stahl armiert. Der Turm besteht aus Stahlbeton-Segmenten und wiegt ĂŒber 2.500 Tonnen, die Maschinen-Gondel aus Stahl und Kupfer ĂŒber 300 Tonnen. Nabe und RotorflĂŒgel wiegen noch einmal ca. 300 Tonnen. Allein fĂŒr die Erzeugung des verbauten Stahls werden 4-500 Tonnen Kohle verbrannt. Die Herstellung von Stahl und Zement ist sehr energieintensiv und erzeugt insofern auch viel CO2. Eine WKA muss 10-20 Monate laufen, um nur den Strom zu erzeugen, der fĂŒr deren Herstellung (Aufbau und Transport nicht mitgerechnet) verbraucht wurde. Das hört sich nicht viel an, doch bei einer projektierten Betriebszeit von ca. 20 Jahren ist das nicht wenig – zudem diese Laufzeit oft nicht erreicht wird und die Erzeugungsleistung pro Jahr durch Verschleiß noch um knapp 1 % sinkt.

Die Anlage Enercon E-101 mit 140m Nabenhöhe, 101m Rotordurchmesser und 3 MW-Generator kostet ĂŒber 5,2 Mio. Euro, die E-115 mit 115m Rotordurchmesser und 2,5 MW-Generator kostet sogar 5,7 Mio. Euro.

30. Nach nur 15-20 Jahren Laufzeit muss entweder eine sehr teure Komplett-Erneuerung/Sanierung erfolgen oder der Abriss. Die Erlöse fĂŒr den Schrott finanzieren die enormen Entsorgungskosten jedoch nicht annĂ€hernd. Überhaupt nicht entsorgt werden können die riesigen Fundamente aus Stahlbeton (vgl. die Versuche, die Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg zu sprengen).

31. Meer-basierte WKA (offshore) haben zwar den Vorteil einer höheren Leistungsabgabe, weil auf See der Wind etwas krĂ€ftiger weht, dafĂŒr sind jedoch Konstruktion, Aufbau, Anschluss und Wartung wesentlich teurer und komplizierter.

32. Die Behauptung, dass WKA immer billiger wĂŒrden, ist empirisch nicht haltbar und schon deshalb falsch, weil ein großer Teil der Kosten (Aufbau, Projektierung, Transport usw.) technisch nicht reduziert werden kann. Die Nutzung von WKA in großem Maßstab zieht zudem enorme Folgeaufwendungen nach sich, damit Windstrom ĂŒberhaupt nutzbar ist: Speicherung bzw. Umwandlung von Strom in speicherbare EnergietrĂ€ger, Ausbau des Netzes und/oder Notwendigkeit von Back up-Kraftwerken. Allein schon diese Zusatzkosten machen diese Energieform immer teurer als Strom aus Kohle- oder Kernkraft.

33. WKA haben erhebliche SchĂ€den fĂŒr die Umwelt zur Folge: Schreddern von Vögeln in großem Ausmaß, Verlust von Natur-FlĂ€chen, gesundheitliche Belastungen durch Schall und Infraschall und Schlagschatten, Verspargelung der Landschaft und Wertminderung von Wohnanlagen. Pro WKA an Land werden ca. 400mÂČ zugebaut. WKA in WĂ€ldern verbrauchen noch wesentlich mehr FlĂ€che.

34. Statistiken zeigen, dass im Binnenland innerhalb von 8 Monaten nur 20 % des gesamten Jahresertrags erbracht werden. In dieser Zeit sinkt die Versorgungssicherheit stark ab, tw. auf Null. Das bedeutet zugleich, dass 80 % des Windstroms in nur 4 Starkwindmonaten erzeugt werden. Dann wird von WKA jedoch oft so viel Strom erzeugt, dass er in Deutschland nicht verbraucht, aber eben auch nicht gespeichert werden kann. Der weitere Ausbau der Windkraft potenziert dieses Problem noch.

35. Betreiber von WKA an Land erhielten 2016 ĂŒber 5 Mrd. Euro VergĂŒtung fĂŒr ihren Strom. Der Wert dieses Stroms an der Strombörse betrug jedoch lediglich 225 Millionen (!) Euro, also nur 4,4 % dessen, was die Windkraft-Industrie bzw. die WKA-Betreiber erhalten. 95,6 % bezahlen also die Stromkunden ĂŒber die Stromrechnung. Selbst wenn man berĂŒcksichtigt, dass der Börsenpreis nicht mit den realen AufwĂ€ndungen ĂŒbereinstimmt, wird klar, welch gigantische Umverteilung hier per EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) stattfindet.

Solarenergie

36. Mit dem Begriff „Solaranlagen“ werden verschiedene technische Systeme erfasst. Bei der Solarthermie wird eine FlĂŒssigkeit (z.B. Wasser) per SonnenwĂ€rme erhitzt, bei der Photovoltaik wird direkt Strom erzeugt.

37. Solarthermie-Anlagen sind relativ billig und nicht miteinander verbunden, wodurch systemische Störungen vermieden werden. Warmes Wasser kann besser und billiger gespeichert werden als Strom. Insofern kann die Solarthermie durchaus einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten, v.a. in LÀndern, wo viel Sonne scheint. Dort wird sie auch schon seit Jahrzehnten genutzt.

38. FĂŒr die EW spielt die Photovoltaik (neben Windkraft und Biogaserzeugung) eine zentrale Rolle.  Das Hauptproblem dabei ist – noch stĂ€rker als bei der Windenergie – die schwankende Energieerzeugung. Nachts oder bei bedecktem Himmel ist die Produktion Null. Der Wirkungsgrad liegt im Durchschnitt daher auch nur bei etwa 12 %. Mit der Nutzungsdauer sinkt der  Wirkungsgrad noch ab. Die Betriebsdauer liegt theoretisch bei etwa 20-25 Jahren, wird jedoch oft nicht erreicht.

39. Photovoltaik ist teuer. Herstellung und Komplett-Installation einer Haus-Anlage von 5 kWp bzw. 40 qm ModulflĂ€che kostet zwischen 6.500 und 7.500 Euro. „Photovoltaik-Kosten werden meist pro Kilowattpeak (kWp) angegeben. Dieser Wert ist in fast allen Photovoltaik-Angeboten zu finden und gibt an, wie viel Strom sich mit der Photovoltaikanlage unter optimalen Bedingungen erzeugen lĂ€sst. Der kWp-Wert wird auch als Nennleistung bezeichnet. 1 kWp Photovoltaik Leistung entspricht in Deutschland einem jĂ€hrlichen Stromertrag von ca. 800-1000 kWh. Zum Vergleich: Eine vierköpfige Familie hat einen durchschnittlichen Stromverbrauch von ca. 5.000 kWh im Jahr. Auf einem SchrĂ€gdach wird fĂŒr 1 kWp Leistung eine FlĂ€che von ca. 8 m2 benötigt. Wenn beispielsweise 40qm DachflĂ€che zur VerfĂŒgung stehen, könnten ca. 5 kWp Photovoltaik Leistung unter optimalen Bedingungen erzeugt werden. Die meisten PV-Anlagen haben eine Leistung von 5 kWp bis 15 kWp. Die Nennleistung eines Moduls wird in Watt angegeben und kann zwischen 150 und 300 Watt pro PV-Modul liegen.“ (www.photovoltaik-angebotsvergleich.de)‎

40. Die Behauptung, dass Photovoltaik immer billiger wird, traf zu, solange der Übergang zur Massenfertigung erfolgte. Der Kostensenkungs-Trend wird allerdings immer flacher, u.a. dadurch,  dass ein Teil der Kosten (z.B. Installation) nicht durch technische Innovation sinkt. Die Entsorgung von Altanlagen nach ca. 20 Jahren ist sehr aufwĂ€ndig und zudem mit dem Problem verbunden, dass ein Teil der Anlagen SondermĂŒll ist. Eine Regelung dafĂŒr gibt es nicht.

41. Ein weiterer Ausbau der Photovoltaik stĂ¶ĂŸt an Grenzen; die nach SĂŒden gerichteten DachflĂ€chen sind begrenzt, der Aufbau von großen Solarfeldern braucht viel FlĂ€che, die fĂŒr andere Verwendungen verloren geht. Um die 650 MW eines normalen Kohlekraftwerkes zu erreichen, das ca. 2 km2 FlĂ€che benötigt, mĂŒĂŸte allein fĂŒr die Stromerzeugung eine FlĂ€che von ĂŒber 120 km2 (!) mit Solarzellen zugepflastert werden.

42. Wie bei der Windenergie besteht das Hauptproblem der Photovoltaik darin, dass die Stromerzeugung aufgrund des Tag-Nacht-Zyklus und der wechselnden Witterung stark schwankt.  Der Mangel an Solarstrom muss also durch Speicherung von Überschuss-Strom ausgeglichen werden.

Bioenergie

43. Mit diesem Begriff werden verschiedene Techniken bezeichnet, die aus Biomasse Energie erzeugen. Eine Variante ist die Erzeugung von Äthanol als Beimischung fĂŒr Treibstoffe. So kann der Verbrauch von Erdöl verringert werden. Eine andere Art ist die Erzeugung von Bio-Gas, das als Treibstoff oder als Beimischung zu Erdgas und fĂŒr Heizzwecke genutzt werden kann.

44. Der Vorteil von Energieerzeugung aus Biomasse ist, dass sie problemlos gespeichert werden kann. Die Erzeugung ist relativ unabhĂ€ngig von natĂŒrlichen Zyklen und kann daher bedarfsgerecht erfolgen. Da die Bio-Energie-Gewinnung in autarken Anlagen erfolgt, fĂŒhrt sie nicht zu  systemischen Problemen.

45. Diese Vorteile werden aber von den Nachteilen deutlich ĂŒberwogen. Der FlĂ€chenverbrauch fĂŒr den Anbau von „Energiepflanzen“ ist sehr groß, schon heute wird etwa ein Sechstel der gesamten AgrarflĂ€che Deutschlands dafĂŒr verbraucht. International gibt es einen Ă€hnlichen Trend. Dadurch fehlen immer mehr FlĂ€chen fĂŒr die Lebensmittelerzeugung. Folge: die Lebensmittelpreise steigen oder es entsteht sogar eine Knappheit. Als wichtiger Teil der Energieversorgung kann die Bio-Energie also nicht infrage kommen. Entsprechende Projekte v.a. in der „3. Welt“, die oft von „grĂŒnen“ Organisationen unterstĂŒtzt werden, sind nichts anderes als unsinnig und reaktionĂ€r und mĂŒssen strikt abgelehnt werden.

46. Als Energie-Pflanzen werden v.a. Mais und Raps angebaut. Oft gibt es keinen Fruchtwechsel und der Einsatz verschiedener chemischer Pflanzenschutzmittel (Glyphosat) erfolgt daher besonders extensiv, um dem SchĂ€dlingsbefall und der Auslaugung des Bodens entgegen zu wirken. Die Folge ist eine starke Umweltbelastung und ein dramatischer RĂŒckgang der Artenvielfalt. Bio-Gas-Anlagen neigen zur Leckage, was zur Verseuchung von GewĂ€ssern fĂŒhren kann. Das Ausmaß solcher Leckagen wird von Politik und Staat verschleiert.

47. Der Aufwand bei der Bio-Energie-Herstellung (Aussaat, DĂŒngung, Ernte, Transport) ist tw. genauso hoch oder sogar höher als der erzielte energetische Nutzen. Auch hier spielt der geringe Energiegehalt von grĂŒner Biomasse, der sehr viel niedriger ist als jener von Holz, eine zentrale Rolle. Insofern ist bei Biomasse auch keine Steigerung der energetischen Effizienz möglich.

Eventuell sinnvoll ist nur die energetische Nutzung von BioabfÀllen, die nicht anderweitig genutzt  werden können.

48. Bioenergie – genauer: Energiegewinnung aus GrĂŒnmasse – kann also nicht nur keinen relevanten Beitrag zur Energieversorgung liefern; sie ist sogar mit immensen SchĂ€den fĂŒr die Umwelt verbunden, verschlechtert die Lebensmittelversorgung und ihre ökonomische EffektivitĂ€t ist sehr gering oder sogar negativ.

Geothermie (ErdwÀrme)

49. Die in verschiedener Form in die Erdkruste aufsteigende bzw. dort gespeicherte WĂ€rme kann fĂŒr energetische Zwecke genutzt werden. Da die ErdwĂ€rme im Prinzip immer zur VerfĂŒgung steht, gilt sie zu recht als „erneuerbare“ Energieform.

50. Die Nutzung von WĂ€rme aus Lavareservoiren oder aus heißen Wasserquellen (z.B. in Island) ist durchaus sinnvoll, allerdings geografisch nur sehr begrenzt möglich. Durch die fĂŒr die Nutzung von ErdwĂ€rme tw. erforderlichen Bohrungen können Erdbeben erzeugt werden, was in einigen StĂ€dten schon zu erheblichen SchĂ€den gefĂŒhrt hat. Vor einer breiteren Nutzung muss dieses Problerm erst gelöst werden. Der Vorteil der Nutzung von ErdwĂ€rme ist, dass diese konstant zur VerfĂŒgung steht und aufgrund ihrer wesentlich nur stationĂ€ren Nutzung keine das Energie-System störenden Wirkungen hat.

51. In Deutschland spielen in geringem Maße ErdwĂ€rme-Pumpen zur Hausbeheizung eine Rolle. Wie auch bei Solaranlagen und WKA ist zwar der Energierohstoff umsonst, jedoch nicht dessen technische Nutzung. Viele Anlagen rechnen sich erst durch die (auch durch die EW) deutlich gestiegenen Strom- und Energiepreise. Höhere Strompreise wirken andererseits negativ, weil zur ErdwĂ€rmenutzung eine elektrisch betriebene Pumpe erforderlich ist. Zur Nutzung von 3 Kwh ErdwĂ€rme ist 1 Kwh Strom nötig. Die hohen Investitionskosten von WĂ€rmepumpen können langfristig durch niedrigere Betriebskosten mehr als ausgeglichen werden. Die Hauptnachteile von WĂ€rmepumpen sind erstens, dass sie kaum in StĂ€dten einsetzbar und zweitens praktisch nur fĂŒr Heizung und KĂŒhlung, nicht aber fĂŒr die Stromerzeugung nutzbar sind. Daher ist die ErdwĂ€rmenutzung (zumindest derzeit) nur eine unbedeutende Nischen- bzw. ErgĂ€nzungstechnologie und keine Basistechnik zur Energieversorgung.

Strom aus Wasserkraft

52. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft wird zu den EE gezĂ€hlt. Technisch unterscheidet man Laufwasserkraftwerke (LWK) an FlĂŒssen oder an aufgestauten GewĂ€ssern (Staudamm), Pumpspeicherkraftwerke (PSK) und Gezeitenkraftwerke (GKW).

53.  LWK waren schon im Mittelalter in Form von WassermĂŒhlen sehr verbreitet. Heute spielen sie nur eine sehr untergeordnete Rolle. Allerdings ist denkbar, dass sie im Zuge der technischen Weiterentwicklung wieder stĂ€rker genutzt werden. LWK an StaudĂ€mmen sind verbreiteter, weil effektiver. Zwar ist der Bau eines Staudammes sehr aufwĂ€ndig und stellt immer einen erheblichen Eingriff in die Natur dar, dafĂŒr wird durch das Aufstauen ein hoher Wasserdruck erzeugt, der eine deutlich höhere Energieausbeute erlaubt. Mangels geeigneter Standorte kann diese Form der Energiegewinnung jedoch nicht endlos ausgebaut werden.

54. PSK erzeugen keine Energie, sondern verbrauchen sie, weil das Hochpumpen des Wassers mehr Energie verbraucht, als beim Runterfließen des Wassers genutzt werden kann. Je nach Bedingungen gehen dabei 15-25 % der Energie „verloren“. Neben diesem Nachteil schlagen enorme  Baukosten und ein hoher Landschaftsverbrauch negativ zu Buche, weil PSK zwei Wasserbecken in unterschiedlicher Höhenlage benötigen. Dadurch minimiert sich die Zahl geeigneter Standorte sehr stark. In Deutschland existieren diese praktisch nicht mehr bzw. geeignete Standorte werden anderweitig genutzt oder sind besiedelt.

55. Der Vorteil von PSK besteht darin, Energie speichern zu können, um sie bei starker Nachfrage in Spitzenverbrauchsphasen oder zum Ausgleich von Einspeiseschwankungen zu nutzen. V.a. können sie „Überschussstrom“ speichern. Durch die Nutzung von PSK kann daher die GesamterzeugungskapazitĂ€t gesenkt werden. PSK ermöglichen einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Sie sichern die StabilitĂ€t des Stromnetzes und die ZuverlĂ€ssigkeit der Stromversorgung. Aufgrund der riesigen Kosten, der negativen Energiebilanz der Anlagen und der Standort-Problematik ist jedoch auch ein deutlicher Ausbau des Systems von PSK unrealistisch, v.a. in Deutschland.

56. GKW wurden schon seit den 1970ern als wichtige energetische Lösung angesehen. Seitdem ist jedoch sehr wenig passiert. Der Grund ist einfach: die Kosten und der Ressourcenverbrauch ist bei GKW im VerhĂ€ltnis zum Nutzen viel zu gering. So mĂŒsste z.B. fast die gesamte englische KĂŒste mit GKW ausgestattet werden, nur um die Menge Strom zu erzeugen, die in Britannien aktuell verbraucht wird. Dazu kommt noch das Phasen-Problem, d.h. der Produktionsausfall, wenn Ebbe und Flut sich abwechseln. GKW sind also ebenfalls nur eine immens teure Nischen-Lösung und fĂŒr das Gesamt-Energiesystem letztlich irrelevant.

Holz als Energiequelle

57. Noch im Mittelalter war Holz (neben Torf) fast der einzige Brennstoff und das wichtigste Baumaterial. Die ĂŒbermĂ€ĂŸige Nutzung fĂŒhrte schließlich zu enormen Entwaldungen und zum Mangel an Holz. Nur in unterentwickelten Regionen, v.a. in Afrika, ist Holz immer noch ein wichtiger Energie-Rohstoff, v.a. zum Kochen.

58. Seit Jahren erlebt Holz als Brennstoff hierzulande jedoch eine kleine Renaissance. Kamine oder Holzpellet-Heizungen sind v.a. im lĂ€ndlichen Raum und bei Eigenheim-Besitzern immer stĂ€rker verbreitet. Jene Wirtschaftszweige, die daran verdienen, verwenden v.a. zwei Argumente fĂŒr die Holzverbrennung. Erstens meinen sie, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff wĂ€re und deshalb andere, „endliche“ Ressourcen geschont wĂŒrden. Das ist richtig, jedoch kann Holz nur einen kleinen Bruchteil der von der Gesellschaft benötigten (Heiz)Energie liefern, wenn Holzknappheit vermieden werden soll. Zweitens wird das Klima-Argument ins Feld gefĂŒhrt, da die Holzverbrennung CO2-neutral sei. UnabhĂ€ngig davon, ob CO2 ĂŒberhaupt klimawirksam ist, stimmt dieses Argument nicht. Wird Holz nicht verbrannt, verfault es im Wald oder wird als Nutzholz gebraucht. Im ersten Fall wird CO2 erst langsam, ĂŒber Jahre, freigesetzt, im zweiten Fall ĂŒberhaupt nicht. Bei der Verbrennung wird das CO2 aber sofort frei. Insofern gelangt mehr CO2 in die AtmosphĂ€re bzw. viel schneller. Das Argument der Ressourcenschonung, v.a. bezĂŒglich Öl und Gas allerdings trifft zu.

59. Ein erheblicher Nachteil der Holzverbrennung ist die Freisetzung von Feinstaub. So sinnvoll eine Holzfeuerungsanlage sein kann, so notwendig ist es, durch Filtertechnik die Feinstaub-Emissionen zu senken. DafĂŒr gibt es jedoch vom Gesetzgeber weder ein Konzept noch diesbezĂŒgliche BemĂŒhungen.

MĂŒllverbrennung

60. Die Verbrennung von organischen und anorganischen Reststoffen liefert Strom und WĂ€rme. Die Nutzung dieser Energiequelle bleibt aber mengenmĂ€ĂŸig beschrĂ€nkt. Eine so sinnvolle wie notwendige Vermeidung des MĂŒllaufkommens wĂŒrde zudem diese Energiequelle untergraben.

Nachtspeicherheizungen

61. Nachspeicherheizungen (NSH) nutzen Strom, der in verbrauchsschwachen Zeiten, also nachts, erzeugt wird. Sie speichern nicht Strom, sondern WĂ€rme mit Schamottesteinen. NSH haben den Vorteil, dass sie eine gleichmĂ€ĂŸigere Ausnutzung der Stromerzeugung ermöglichen.

Elektroheizungen haben generell den Vorteil niedrigerer Investitionskosten, da kein separater  Netzanschluss sowie kein Schornstein, keine Verrohrung und keine Wartung nötig sind. Nachteilig sind die relativ hohen Verbrauchskosten aufgrund der steigenden Strompreise. Könnte kĂŒnftig Strom umweltgerecht und kostengĂŒnstig hergestellt werden (Kernenergie!), könnte eine teilweise Umstellung der Heiztechnik auf Elektroheizungen trotz schlechterer Energieeffizienz sinnvoll sein.

Die energetische Haussanierung

62. Die energetische Haussanierung durch WĂ€rmedĂ€mmsysteme ist ein wichtiger Teil der EW. Ihr Einsatz soll Heizenergie sparen. Diese an sich gute Idee leidet aber darunter, dass die Art und  Weise, wie gedĂ€mmt wird, stark von den Interessen der DĂ€mmstoffhersteller und der Bauindustrie bestimmt wird. So werden realistische Kosten/Nutzen-Rechnungen oft nicht durchgefĂŒhrt und bauphysikalische und architektonische Aspekte hĂ€ufig mißachtet. Die behaupteten Energiespareffekte durch DĂ€mmung sind meist weit ĂŒbertrieben. Eine Amortisierung ist tw.unmöglich, die behaupteten Einsparungen bei den Heizkosten treten oft nicht ein, wogegen die enormen Kosten fĂŒr (nachtrĂ€gliche) DĂ€mmungen zu hohen Zusatzkosten fĂŒr die Mieter fĂŒhren. Gerade stĂ€dtische Altbauten werden durch FassadendĂ€mmung hĂ€ufig verschandelt und es werden völlig ĂŒberdimensionierte DĂ€mmungen aufgebracht. Das Motto dabei lautet meist: Viel hilft viel. Doch mit der Dicke der DĂ€mmung nimmt die DĂ€mmwirkung relativ immer mehr ab (wohingegen die Industrie davon profitiert).

63. Ein grundsĂ€tzliches Problem ist die BeeintrĂ€chtigung der Bausubstanz durch Schimmelbildung und geringere DiffusionsfĂ€higkeit der WĂ€nde. Bei SĂŒdwĂ€nden wird die Nutzung der SonnenwĂ€rme durch die DĂ€mmung verhindert, was der Ursprungsintention des DĂ€mmens zuwider lĂ€uft. Styropur als am meisten verwendeter DĂ€mmstoff erhöht die Brandgefahr. Die Entsorgung verrotteter DĂ€mmung und die Beseitigung des Schimmels an gedĂ€mmten Fassaden duch giftige Chemikalien stellen neue, massive Probleme fĂŒr die Umwelt dar. Sinnvoller (und kostengĂŒnstiger) als eine FassadendĂ€mmung sind Fussboden bzw. Kellerdecken- und DachdĂ€mmungen, da dort relativ am meisten Energie verloren geht.

64. Bessere Methoden zur Energieinsparung sind z.B. effektivere Heizungen, energiesparende Haustechniken und die Einsparung von Energie zur Warmwasserbereitung (WĂ€rmerĂŒckgewinnung). Gerade letztere Möglichkeit wird ĂŒberhaupt nicht in ErwĂ€gung gezogen. WĂ€rmerĂŒckgewinnung durch Luftfilteranlagen haben sich nicht durchgesetzt, weil sie teuer sind, enorme Folgekosten fĂŒr Wartung (Reinigung der LuftschĂ€chte) haben und der Bildung von Schimmel und Bakterien Vorschub leisten. In Frankreich ist deshalb der Einbau solcher Anlagen inzwischen verboten.

Fazit

65. Alle Technologien, die zu den EE gerechnet werden, sind ungeeignet dafĂŒr, die Basis der Energieversorgung der Menschheit zu bilden bzw. eine wesentliche Rolle dabei zu spielen.

66. Wind, Sonne und GrĂŒnmasse haben eine zu geringe Energiedichte, Sonne und Wind sind zudem aufgrund ihrer VolativitĂ€t und nicht-bedarfsgerechten Stromerzeugung nicht systemkompatibel bzw. erfordern derart viel Zusatzaufwand fĂŒr Speicher und Netze, dass dieser nicht bezahlbar ist. Eine relevante Einsparung von CO2-Emissionen ist aufgrund des hohen Ressourcenverbrauchs nicht möglich, die Umweltbilanz ist negativ.

67. Die Energiebilanz der Bioenergie ist sehr niedrig. Ihre Nutzung kollidiert mit der Sicherstellung der WelternÀhrung, ist ökologisch schÀdlich und scheitert am sehr hohen FlÀchenverbrauch.

68. Die Wasserkraft (LWK und PSK) wurde und wird zu recht zur Erzeugung von Strom genutzt. Mangels Standorten kann sie aber auch perspektivisch nur einen Bruchteil der benötigten Energie liefern und hat nur eine ErgÀnzungsfunktion im Energiesystem.

69. ErdwĂ€rme und MĂŒllverbrennung sind reine Nischentechniken. V.a. der Ausbau der letzteren Technik ist noch nicht einmal wĂŒnschenswert, da Produktion und Konsum stattdessen so umgestaltet werden sollten, dass Abfall möglichst vermieden wird, anstatt ihn zu verbrennen.

70. Die immer noch rapide wachsende Menschheit und der heute noch gravierende Energiemangel, unter dem Milliarden Menschen und viele LĂ€nder leiden, verlangen nach Energietechniken, die große Mengen an Energie bedarfsgerecht und möglichst Umwelt und Ressourcen schonend bereitstellen. Alle EE erfĂŒllen diese Anforderungen aktuell nicht und können sie – trotz technischer Weiterentwicklung – auch zukĂŒnftig nicht erfĂŒllen, weil sie an natĂŒrliche Zyklen gebunden sind, die der Mensch nicht beeinflussen kann.

71. Die EE sind zwar als Basis und wesentliches Element der Energieversorgung ungeeignet, sie können aber unter bestimmten Bedingungen durchaus sinnvoll als Nischen- oder ErgĂ€nzungstechnik genutzt werden. Aktuell und fĂŒr das 21. Jahrhundert sind Kohle, Öl und Gas die HauptenergietrĂ€ger. Das Schwinden von Öl- und Gasreserven, das möglicherweise gegen Ende des Jahrhunderts spĂŒrbar werden könnte, erfordert deren perspektivische Ersetzung durch andere EnergietrĂ€ger. Von den derzeit bekannten Energietechniken erfĂŒllt nur die Kernenergie die Anforderungen an die kĂŒnftige Energieversorgung der Menschheit und hat entsprechende Leistungsreserven. Ein genereller Ausstieg aus der Kernenergie wĂ€re also völlig verkehrt.

72. Die Orientierung auf den Ausbau der EE und die generelle Ersetzung anderer Energietechniken durch sie (Energiewende-Politik, Dekarbonisierung) muss grundsĂ€tzlich abgelehnt werden; sie ist eine reaktionĂ€re Utopie ist, die den naturwissenschaftlichen und technischen RealitĂ€ten widerspricht und ökonomisch unsinnig und unmöglich ist. Der Ausbau der EE zerstört nicht nur tendenziell das Energiesystem, bes. die Stromversorgung, es verteuert die Energieproduktion, vergrĂ¶ĂŸert die UmweltschĂ€digung und den weltweiten Energiemangel, anstatt ihn zu ĂŒberwinden.

Die Ressourcenfrage

73. Eine wesentliche BegrĂŒndung fĂŒr die EW ist die Einsparung von Ressourcen, um ökologische SchĂ€den (etwa durch den Kohleabbau) zu verringern und möglichst wenig wertvolle Rohstoffe wie etwa Erdöl, deren VerfĂŒgbarkeit endlich ist, zu verbrauchen. Diesen Argumenten ist generell zuzustimmen. Jedoch ist Panikmache z.B. bezĂŒglich eines peak oil völlig unangebracht.

74. Der Ausbau der EE ermöglicht jedoch – entgegen der EW-Ideologie – nicht die Lösung des Problems, sondern verschĂ€rft es noch. Der Ausbau der EE, des Stromnetzes und der SpeicherkapazitĂ€ten fĂŒhrt zu einem Zusatzverbrauch von Ressourcen (Zement, Stahl, Kupfer, seltene Erden usw.) und Energie in gigantischem Ausmaß. Das VerhĂ€ltnis von erzeugter Energiemenge und den dafĂŒr benötigten Investitionen, d.h. die ProduktivitĂ€t, verschlechtert sich dadurch deutlich.

75. Der Verbrauch von Metallen und Mineralien fĂŒr erneuerbare Energien ist immens. Das zeigt z.B. auch die neue Studie „Metals for a low-carbon society“ der französischen Wissenschaftler Olivier Vidal, Nicholas Arndt und Bruno Goffé von den UniversitĂ€ten Grenoble und Aix-Marseille. Die zentralen Aussagen lauten: a) Rohstoffe, die zum Bau von Photovoltaik-, Wind-, und Wasserkraftanlagen benötigt werden, sind genauso endlich wie Gas oder Öl. Elemente wie Neodym und Selen, die in Solar- und Windanlagen stecken, sind im wörtlichen Sinn seltene Erden.

Auch der Bedarf an Rohstoffen wie Aluminium, Eisen, Kupfer, Sand oder Zement steigt enorm an. So benötigt zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage im Vergleich zu einem herkömmlichen fossilen Kraftwerk mit 1 MW Leistung etwa die 15-fache Menge an Zement, 90 Mal mehr Aluminium und das 50-fache an Eisen, Kupfer und Glas. Dabei wird hier der Zusatzverbrauch an LandflĂ€che, einer ebenfalls begrenzten Ressource, noch nicht einmal berĂŒcksichtigt.

76. Diese Zahlen degradieren die Behauptungen zur Ressourcen-Schonung zur Makulatur. Sie zeigen andererseits, dass der Ausbau der EE eine Politik darstellt, die zu Mehrproduktion und damit zu Extra-Profiten fĂŒr bestimmte Teile des Kapitals fĂŒhrt. Nicht das Klima und die Ressourcen-Situation werden mit der EW verbessert, sondern die Bilanzen von kleinen und großen EE-Profiteuren.

Besonders viel vom Rohstoff Zement (dessen Herstellung sehr viel Energie verbraucht und CO2 freisetzt) verbraucht die Wasserkraft. 7.644 Tonnen pro Megawatt Leistung benötigt ein Hydrokraftwerk. Zum Vergleich benötigt ein Kernreaktor des Modells EPR nur 194 Tonnen pro Megawatt.

77. Aktuell werden global ca. 400 Terrawattstunden (Twh) Strom durch Wind- und Solaranlagen erzeugt. Der WWF erhofft sich eine Steigerung auf 25.000 Twh bis 2050. Um dieses Ziel zu erreichen, wĂ€ren 3,2 Milliarden Tonnen Stahl, 310 Millionen Tonnen Aluminium und 40 Millionen Tonnen Kupfer nötig, schreiben die französischen Forscher. Der Stahlbedarf entspricht dem Bau von 500.000 EiffeltĂŒrmen.

Die Umweltbilanz der EE

78. Die EE gelten als besonders umweltfreundlich – zu unrecht. Einerseits treten die durch den Einsatz der EE erhofften positiven Effekte nicht ein: die fossile Verbrennung als Grundlage der Stromerzeugung bzw. zur Pufferung der EE kann nicht ersetzt werden, die CO2-Einsparung ist gering oder erfolgt gar nicht, der geringen Einsparung einiger Ressourcen (Öl, Gas, Kohle) steht ein erheblicher Mehrverbrauch anderer Ressourcen gegenĂŒber.

79. Die EE fĂŒhren zu erheblichen zusĂ€tzlichen UmweltschĂ€digungen: WKA haben einen hohen FlĂ€chenbedarf, verschandeln die Landschaft, töten massenhaft Vögel und beeinflussen die Gesundheit der Menschen negativ durch GerĂ€usche, Schlagschatten und Infraschall. Solaranlagen verbrauchen und versigeln FlĂ€chen (als bodengestĂŒtzte Anlagen). Bei ihrer Entsorgung fallen große Mengen giftigen SondermĂŒlls an.

80. Bioenergie hat den Hauptnachteil des enormen FlĂ€chenverbrauchs, so dass AnbauflĂ€chen der Nahrungsmittlversorgung nicht mehr zur VerfĂŒgugn stehen. Der monokulturelle Anbau und der hohe Einsatz von Pestiziden sorgt fĂŒr „tote“ Landschaften mit nur geringer BiodiversitĂ€t.

81. Auch die Wasserkraft hat den Nachteil hohen FlÀchenverbrauchs und stellt einen erheblichen Eingriff in die Natur dar.

82. Der durch die EE an sich notwendige Ausbau von Netzen und Speichern schÀdigt die Umwelt zusÀtzlich.

83. Dass EE insgesamt umweltvertrĂ€glicher wĂ€ren als die herkömmliche Stromerzeugung ist also nichts anderes als ein Mythos – im Gegenteil, die EE bescheren uns zusĂ€tzliche Umweltprobleme. Zwar entstehen auch durch die Kohleförderung erhebliche ökologische, ökomomische und soziale Probleme, doch diese sind lösbar oder minimierbar. Braunkohle-Tagebaue werden z.B. renaturiert, es entstehen andere, aber durchaus „ökologische“ FlĂ€chen. Durch Modernisierung der Kohlekraftwerke und Energieeinsparung könnte wesentlich mehr zur Verminderung der Kohle-Abbau-Probleme beigetragen werden, als mit der EinfĂŒhrung der EE.

Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG)

84. VorlĂ€ufer des EEG war das 1990 beschlossene „Gesetz ĂŒber die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“ (Stromeinspeisegesetz). Das erste EEG wurde im Jahr 2000 eingefĂŒhrt und seitdem mehrfach novelliert, ohne dass es aber wesentlich geĂ€ndert worden wĂ€re.

85. Das EEG legt fest, dass Strom aus EE von den Netzbetreibern zuerst abgenommen werden muss (Vorrang-Einspeisung). Erst danach darf Strom aus herkömmlichen Kraftwerken ins Netz fließen.

86. Den „Ökostrom“ mĂŒssen die Netzbetreiber den Erzeugern mit im EEG festgelegten SĂ€tzen vergĂŒten. Diese liegen im Schnitt vier- bis fĂŒnfmal höher als die Erzeugungskosten von Strom aus  Kohle- oder Gaskraftwerken. Die EE-Betreiber erhalten ihre VergĂŒtung auch fĂŒr nicht gebrauchten und nicht gelieferten Strom. Je weniger fĂŒr den Ökostrom an der Börse gezahlt wird, desto höher ist die EEG-Umlage. Die Zahlung der Umlage an die Erzeuger wird fĂŒr 20 Jahre garantiert, was etwa der Laufzeit von WK- und Photovoltaikanlagen entspricht. Diese Subventionierung der EE wird zum grĂ¶ĂŸten Teil nicht vom Staat, sondern ĂŒber die Stromrechnungen von den Verbrauchern und (in geringerem Maße) von der Industrie  bezahlt. Der Staat verdient ĂŒber den Mehrwertsteuer-Anteil an den höheren Stromkosten mit.

87. Nur durch die EEG-Regelungen ist es ĂŒberhaupt möglich, die EE zu etablieren, weil sie sich sonst am Markt aufgrund ihrer höheren Kosten und schlechteren Gebrauchseigenschaften (unstete Einspeisung) gar nicht behaupten könnten. Durch das EEG werden die traditionellen Stromerzeuger verdrĂ€ngt und die Konzerne als Betreiber der Großkraftwerke verlieren Marktanteile. Da Großkraftwerke oft nur noch eine Back up-Funktion erfĂŒllen, sinkt deren Auslastung und damit die RentabilitĂ€t.

88. Durch das EEG werden jedes Jahr zweistellige MilliardenbetrĂ€ge von den Stromverbrauchern, v.a. den LohnabhĂ€ngigen, an die „Öko-Lobby“ umverteilt. Die Gewinner sind einerseits Teile der Wirtschaft (Produzenten von Solar- und WK-Anlagen, Baufirmen, PlanungsbĂŒros, Investoren usw.), aber auch hunderttausende Menschen, die in Wind- oder Solarparks investieren oder solcheAnlagen selbst betreiben. Das Gros dieser Leute kommt aus der Mittelschicht bzw. aus dem KleinbĂŒrgertum (Bauern). Das Solardach auf der Villa des Zahnarztes wird sozusagen durch die höhere Stromrechnung der Zahnarzthelferin bezahlt. Jahr fĂŒr Jahr fließen so etwa 20 Mrd. Euro von „Unten“ nach „Oben“.

89. Mit der EW sind die Stromkosten bestĂ€ndig gestiegen, seit 2000 um ĂŒber 100%. Inzwischen hat Deutschland nach DĂ€nemark, dem Land mit dem höchsten Windkraftanteil, die zweithöchsten  Strompreise in Europa. In den USA kostet er nur die HĂ€lfte. Die Preiserhöhungen belasten v.a. die lohnabhĂ€ngigen Massen, tw. aber auch die Wirtschaft. Die Zahl von Haushalten, welche die Stromrechnung nicht mehr bezahlen können und denen deshalb der Strom abgeschaltet wird, steigt Jahr fĂŒr Jahr. Ab 2017 soll die EEG-Umlage, welche fĂŒr Haushaltskunden ca. ein FĂŒnftel des Strompreises ausmacht, von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen. Ein Vier-Personenhaushalt wĂŒrde damit etwa 25 Euro pro Jahr mehr bezahlen. Dieser Trend zur Verteuerung wird sich in den nĂ€chsten Jahren noch erhöhen.

90. Unternehmen, die besonders viel Strom benötigen (Stahl- und HĂŒttenindustrie, Aluminiumherstellung, Zementproduktion, Glas- und Papierindustrie, Chemie u.a.), sind oft von der EEG-Umlage befreit. Das wird von den EW-BefĂŒrwortern und der Linken kritisiert – zu Unrecht. Denn erstens haben diese Unternehmen unter dem Druck der Konkurrenz schon seit Jahrzehnten ihre Energie-Effizienz permanent verbessert. Zweitens wĂŒrde eine volle Umlage der EEG-Kosten auf diese Unternehmen dazu fĂŒhren, dass diese weniger konkurrenzfĂ€hig wĂ€ren bzw. ihre Produktion ins Ausland verlagern. Das Ergebnis wĂ€re also nicht höhere Energieeffizienz oder besserer „Klimaschutz“, sondern nur die Verlagerung der Emissionen in andere LĂ€nder, der Verlust von ArbeitsplĂ€tzen und die Unterminierung des Industriestandortes Deutschland.

91. Dass insbesondere die Linke die Streichung der Ausnahmen von EEG fĂŒr die Unternehmen unterstĂŒtzt, zeigt, wie politisch degeneriert diese ist. Anstatt einer Orientierung auf höhere Besteuerung des Kapitals, mehr Kontrolle der BeschĂ€ftigten ĂŒber die Unternehmen sowie auf die Enteignung des Kapitals, unterstĂŒtzt sie die Schließung von Standorten, die Ruinierung der Unternehmensbilanzen und den Verlust von Jobs. Diese Politik ist in jeder Hinsicht dumm und reaktionĂ€r!

Der CO2-Zertifikate-Handel

92. Das Emissionshandelssystem zur Vermeidung von CO2 u.a. „Treibhausgasen“ wurde erstmals 1997 im Kyoto-Protokoll beschlossen und trat 2005 in Kraft. Der Kyoto-Vertrag legte fĂŒr 190 Staaten Verpflichtungen zu Emissions-Reduzierung fest. Seitdem wurden die Kyoto-Festlegungen  ausgeweitet und auch die bisher „fehlenden“ großen CO2-Emittenten (z.B. China, USA, Indien) sind mittlerweile eingebunden.

93. Wer CO2 erzeugt, braucht dafĂŒr ein Zertifikat, das zum Ausstoß einer bestimmten Menge CO2 berechtigt. Die Zertifikate werden von einer EU-Behörde ausgegeben, anfangs waren sie kostenlos, ab 2013 jedoch vom CO2-Erzeuger zu bezahlen. Nicht benötigte Papiere können verkauft werden. Wer mehr CO2 ausstĂ¶ĂŸt, als er Zertifikate besitzt, muss Zertifikate hinzu kaufen.

94. FĂŒr die Industrie erhöhen sich die Produktionskosten sowie die Verkaufspreise – am Ende der Kette steht der Verbraucher. Der Staat hat sich also ein System ausgedacht, um in gigantischem Maßstab Kaufkraft abzuschöpfen, die allein ihm und wenigen Investoren zugute kommt. Damit ist das ganze System eine riesige Umverteilung von unten nach oben. Zudem profitieren die technisch moderneren Unternehmen auf Kosten ihrer Konkurrenten, was der Konzentration des Kapitals dient.

95. Der Emissionshandel soll Unternehmen zum Energiesparen animieren. Er betrifft in Europa rund 11.000 Unternehmen aus der Energie-, Chemie- und Schwerindustrie sowie der Zement- und Papierbranche. Ein wachsender Überschuss an Emissionszertifikaten fĂŒhrte zu einem Preisverfall. Anfang 2005 lag der Preis pro CO2-Zertifikat bei 29 Euro, im Februar 2015 bei 6,10 Euro. Weil es in der EU fĂŒr CO2-Zertifikate keine Preis-Untergrenze gibt, sind mehr als zwei Milliarden Zertifikate zu viel auf dem Markt. So ist kaum ein Unternehmen veranlasst, in „klimafreundliche“ Technologien zu investieren, Verschmutzungsrechte zu kaufen ist billiger.

96. Der Emissionshandel erweist sich also als sehr stumpfes Instrument, fĂŒr das die Massen bezahlen mĂŒssen, um einen sinnlosen „Klimaschutz-Effekt“ zu erreichen. Allenfalls enstehen die Emissionen nur woanders, statt minimiert zu werden.

Elektrifizierung des Autoverkehrs

97. Der Autoverkehr ist einer der Hauptverbraucher von Energie. Öl ist mit 33 % Anteil am deutschen PrEV die Hauptenergiequelle. PKW erbringen 80 % des Personenverkehrs. Eine EW, die ihre Ziele wirklich erreichen will, mĂŒsste also (neben der Ersetzung der fossilen Verbrennung fĂŒr Heizzwecke) v.a. im Verkehrssektor die Verbrennungsmotoren durch Antriebe ersetzen, die kein CO2 freisetzen.

98. PKW mit Elekromotoren sind nicht neu. Schon die ersten PKW um 1900 waren E-Autos. Sie haben sich nicht durchgesetzt, weil das Problem der Stromspeicherung nicht gelöst werden konnte – und bis heute nicht befriedigend gelöst ist. Die Batterietechnik bedeutet fĂŒr Fahrzeuge, dass ihr Gewicht (und damit der Energieverbrauch) erheblich ansteigen. Die Anschaffungskosten (inkl. des Ersatzes der Batterien nach wenigen Jahren) sind viel höher als bei Verbrennungsmotoren. Die Reichweite von E-Autos ist generell zu gering, jeder Zusatzaufwand fĂŒr Heizung, Klimaanlage oder durch Zuladung mindert sie zusĂ€tzlich. Eine Schnellaufladung von Batterien – Voraussetzung fĂŒr lĂ€ngere Fahrten – ist technisch nicht zufriedenstellend gelöst. Die Weiterentwicklugn der Batterietechnik in den letzten Jahren hat gezeigt, dass fĂŒr Euphorie kein Anlass besteht. Zwar konnten die Speichereigenschaften verbessert werden, doch nur auf Kosten von „Nebeneffekten“: höhere Kosten, geringere Haltbarkeit, höherer Verschleiß und höhere Sicherheitsrisiken (Brandgefahr). Die Batterietechnik wird somit in den nĂ€chsten 10-20 Jahren keinesfalls so eintwickelt sein, dass sie fĂŒr eine durchgehende E-MobilitĂ€t oder gar als Speichertechnik fĂŒr die EE genutzt werden könnte.

99. Die massenhafte Verwendung von E-Autos wĂŒrde eine Lade-Infrastruktur erfordern, die unbezahlbar wĂ€re. Allein die UmrĂŒstung aller Tankstellen wĂŒrde bedeuten, dass diese einen Hochspannungsanschluss erhalten mĂŒssten, was fĂŒr Deutschland riesige Investitionen erfordern wĂŒrde. Die Ersetzung von Benzin und Diesel durch Elektroenergie wĂŒrde (eingedenk der Verluste durch die Stromspeicherung) bedeuten, dass ca. 30 % mehr Strom als heute erzeugt werden mĂŒsste. Da Energie aus Wasser und Biomasse kaum weiter ausbaubar sind, mĂŒsste sich die Stromerzeugung aus Wind und Sonne allein dadurch mindestens verzehnfachen. Und das berĂŒcksichtigt nur die benötigte Durchschnittsmenge an Strom. Allein der Speicherungsaufwand fĂŒr Strom, um wenige Tage ohne Wind und Sonne auszugleichen, wĂŒrde gigantische Dimensionen erreichen.

100. Trotz immer grĂ¶ĂŸerer Subventionen fĂŒr E-Autos fristen sie ein kĂŒmmerliches Schattendasein – ein deutliches Zeichen fĂŒr ihre unzureichenden Gebrauchseigenschaften und hohe Kosten. Auch das Argument der Emissionsfreiheit von E-Autos stimmt nicht. Erstens entstehen die Emissionen nur woanders, zweitens sinken aufgrund des technischen Fortschritts schon seit Jahrzehnten die Emissionen.

101. Trotz der völlig unrealistischen, ja utopischen PlĂ€ne zur Umstellung auf E-Autos ist unbestreitbar, dass der Elektromotor an sich das bessere Antriebsmittel ist: ohne Emissionen, ohne LĂ€rmentwicklung, mit besseren Leistungsdaten. Weniger Gewicht und der Verzicht auf ein Getriebe vergrĂ¶ĂŸern die Vorteile noch. Doch all das nutzt wenig, wenn die Speicherungsfrage nicht gelöst ist. Die Energiebilanz von E-Autos ist deutlich schlechter als die von Autos mit Verbrennungsmotoren.

102. Ein weiteres Argument fĂŒr das E-Auto ist der Verweis auf die Endlichkeit der Ölreserven. Dieses Argument stimmt – ganz allgemein. Jedoch kann Öl auch durch Gas als Antriebsenergie ersetzt werden bzw. Treibstoff kann durch KohleverflĂŒssigung (Hydrierung) erzeugt werden. Dieses Verfahren ist allerdings recht energieintensiv und daher relativ teuer. Steigende Ölpreise bei grĂ¶ĂŸerer Knappheit können die Hydrierung, welche die riesigen Kohlevorkommen nutzen kann, aber wieder rentabel machen. Ähnliches gilt fĂŒr den Wasserstoffantrieb, der eine sinnvolle Perspektive als Antriebsenergie fĂŒr Kfz. bieten kann. Entscheidend ist dabei immer, genug Energie erzeugen zu können und eine hohe verfĂŒgbare Energiedichte zu haben.

103. Die E-Motorisierung erweist sich also als technisch und finanziell unrealisierbares Monsterprojekt, das zudem gar nicht notwendig ist. E-Fahrzeuge sind somit nur fĂŒr begrenzte Nischenanwendungen sinnvoll. Positive Effekte fĂŒr Umwelt und Verkehr sind nur denkbar, wenn das gesamte System von Produktion und Distribution geĂ€ndert wird. Das ist ohne die Überwindung der privaten EigentumsverhĂ€ltnisse und eine UmwĂ€lzung der gesellschaftlichen Funktionsweisen nicht möglich.

Die Speicherungsfrage

104. Der Umstand, dass Wind- und Solarenergie naturbedingt nicht bedarfsgerecht und nur sporadisch erzeugt werden kann, fĂŒhrt dazu, dass bei deren breiterer Nutzung (und umso mehr, wenn 100% der Energie aus EE erzeugt werden sollen) riesige Mengen Energie gespeichert werden mĂŒssen, um Phasen von Windstille und Dunkelheit (Dunkelflaute) ĂŒberbrĂŒcken zu können. Diese Phasen können ĂŒber eine Woche andauern. Aufgrund der GroßflĂ€chigkeit der Wetterlagen (Hoch- und Tiefdruckgebiete) herrschen auch in den NachbarlĂ€ndern i.W. die gleichen WetterverhĂ€ltnisse, so dass ein Ausgleich in der Erzeugung von Wind- und Solarstrom nur in begrenztem Umfang erfolgen kann. V.a. bei der Photovoltaik macht sich negativ bemerkbar, dass sie in der kalten Jahreszeit, wenn mehr Strom gebraucht wird, fast nicht zur VerfĂŒgung steht und nur am Tage. Wind- und Solarenergie sind generell nicht grundlastfĂ€hig.

105. Die EW wurde bisher vorangetrieben, ohne dass die Speicherfrage ernsthaft erörtert, geschweige denn gelöst worden wĂ€re. Nennenswerte Anstrengungen zum Ausbau der Energie-SpeicherkapazitĂ€ten erfolgten nicht – aus gutem Grunde, denn sie sind entweder technisch und geologisch unrealistisch oder aber unbezahlbar. Die Propagandisten der EW verschweigen ganz bewusst, um welche gewaltigen Dimensionen es sich bei der Speicherproblematik handelt.

106. Deutschland erzeugt bzw. verbraucht jĂ€hrlich ca. 600 Terrawattstunden (Twh) Strom. Seit Ende der 1980er bleibt dieser Wert etwa konstant. 2015 wurde ein Drittel des Stroms (12,5 % vom PrEV) aus EE erzeugt. Bei den EE steigt der Anteil jener Techniken, die nur unstetig liefern können (Wind, Solar) an, wĂ€hrend der Anteil jener Erzeuger, die kontinuierlich liefern können (Wasserkraft, Biomasse, MĂŒllverbrennung), abnimmt und weiter abnehmen muss (she. oben).

107. Der Strombedarf schwankt in Deutschland zwischen 45.000 MW (Sommer, Wochenende) bis etwa 76.000 MW (Höchstlasttag im Winter). Wenn wir – unter der Annahme von 100 %-EE-Stromerzeugung – von einem Tagesdurchschnitt von 60.000 MW ausgehen und einem Ausfall von nur der HĂ€lfte der Stromerzeugung aus EE (Dunkelflaute) ĂŒber 5 Tage, so mĂŒsste ein Volumen von 180.000 MW gespeicherter Strom zur VerfĂŒgung stehen. Da jeder Speicherungs- bzw. Umformungsvorgang physikalische Arbeit darstellt, d.h. Energie „verloren“ geht, muss noch mehr  Strom erzeugt werden, um diesen Verlust auszugleichen. Bei PSK gehen etwa 20 % verloren, bei anderen Speichertechniken deutlich mehr (z.B. Druckluftspeicherung 45 %, power to gas 35 %, Wasserstofferzeugung bis zu 70 %). Rechnen wir (großzĂŒgig) mit durchschnittlich 25 % Verlust, mĂŒssen also schon 225.000 MW gespeichert werden.

108. Deutschlands grĂ¶ĂŸtes PSK ist das schon oben erwĂ€hnte Goldisthal. Nach heutigen Preisen wĂŒrde diese Anlage ca. eine Milliarde Euro kosten. Ihre Leistung betrĂ€gt etwas ĂŒber 1.000 MW. Wir brauchten also ĂŒber 200 solcher Anlagen zusĂ€tzlich, um die entsprechende Speicherleistung zu erbringen. DafĂŒr fehlen sowohl das Geld – 200 Mrd. Euro – als auch genĂŒgend geeignete Standorte. Allein der FlĂ€chenbedarf von ca. 4-500 KmÂČ ist enorm.

Eine Aufsplittung der Speicherung auf verschiedene Techniken ist zwar möglich, wĂŒrde jedoch  an den Kosten und Problemen nichts Ă€ndern. Im Gegenteil: die Speicherung mittels PSK ist noch die effektivste Methode.

109. Mitunter wird der Vorschlag diskutiert, ĂŒberschĂŒssigen Windstrom von Norddeutschland nach Norwegen zu leiten, ihn dort in PSK zu speichern und zu den industriellen Großverbrauchern nach SĂŒddeutschland zu leiten. Eine Berechnung der energetischen Verluste erweist jedoch sofort, dass dieser Vorschlag nichts anderes als Nonsens ist und entweder in betrĂŒgerischer Absicht erfolgt oder einfach nur von Dummheit zeugt:

  • Leitungsverlust (angenommene) 1.000 Km von Norddeutschland nach Norwegen: 10 %
  • Verlust durch Pumpspeicherung: 25 %
  • RĂŒckleitung von Norwegen nach Norddeutschland: 10 %
  • Weiterleitung nach SĂŒddeutschland (angenommen 500 Km): 5 %
  • Gesamtverlust: 50 %.

Dazu kĂ€men noch die enormen Kosten fĂŒr den Bau der PSK und den Leitungsausbau, denn der Zusatzstrom nach / aus Norwegen benötigt auch ein Zusatznetz. Selbst wenn der Strom in normalen WKW in Norwegen fĂŒr Deutschland erzeugt wĂŒrde, blieben 15 % Leitungsverluste bestehen.

110. Die Speicherproblematik wĂŒrde sich noch dramatisch zuspitzen, wenn der Autoverkehr und die Heizungsenergie von fossiler Verbrennung auf Stromnutzung umgestellt wĂŒrden. Der Stromverbrauch – und damit der Speicheraufwand – wĂŒrde sich dadurch nochmal um ca. 40-50 % erhöhen.

111. Die Technologie „Power to Gas“ (PtG) wird als gute Speicherlösung angepriesen. Bei PtG wird mit â€žĂŒberschĂŒssigem“ Strom aus Windkraft Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten und dabei Methan erzeugt, das man ins Gasnetz einspeisen kann oder vor Ort in Kavernen speichert und mittels Gasturbinen wieder zu Strom umformt. Bei diesem Prozess gehen allerdings etwa 75 % der eingesetzten Energie verloren. Derzeit kostet eine kWh auf diese Weise erzeugten Stroms einen Euro. Witzbolde meinen nicht ganz zu Unrecht, dass das direkte Verbrennen von Geld effektiver wĂ€re.

112. Wir sehen, dass ein weiterer Ausbau der EE (bes. WKA und Photovoltaik) nur möglich ist, wenn ausreichend Speicherpotential vorhanden ist. Daran fehlt es schon jetzt. Wir nĂ€hern uns immer mehr dem Moment, da mangels Speicherenergie die Schwankungen der Stromeinspeisung nicht ausgeglichen werden können und NetzzusammenbrĂŒche, Notabschaltungen oder StromausfĂ€lle unvermeidbar sind. Es ist klar, dass ein hochkomplexes soziales System wie Deutschland nicht funktionieren kann, wenn auch nur ab und zu der Strom ausfĂ€llt. Schon der Schaden eines einstĂŒndigen Stromausfalls in NRW betrĂŒge hunderte Millionen Euro. Je mehr EE, desto grĂ¶ĂŸer der Speicherungsbedarf. Dabei geht es um Dimensionen, die von der Gesellschaft nicht aufgebracht werden können. Ohne Speicherung ist die EW unmöglich, mit ist sie unbezahlbar.

Der Netzausbau

113. Je mehr Stromerzeuger am Netz sind, desto grĂ¶ĂŸer wird das Leitungsnetz. Das Hinzukommen von tausenden WKA und Solarparks erfordert mehr Leitungen und technische Anlagen. Ein grĂ¶ĂŸeres  Leitungsnetz wiederum bedeutet mehr Stromverlust und ergo mehr Erzeugung, um diese Verluste auszugleichen.

114. Lt. der bestĂ€tigten NetzentwicklungsplĂ€ne werden bis 2024 etwa 18 Mrd. Euro fĂŒr den Netzausbau an Land und etwa 15 Milliarden fĂŒr den Offshore-Netzausbau veranschlagt. Darin sind noch nicht einmal die enormen Mehrkosten fĂŒr die Erdverkabelung enthalten. GemĂ€ĂŸ dem Netzentwicklungsplan der Bundesregierung wĂ€re bis 2030 der Bau von ĂŒber 130.000 Km  Stromtrassen nötig, zusĂ€tzlich mĂŒssen 21.000 Trassenkilometer umgebaut werden. Die Gesamtkosten, welche die Verbraucher ĂŒber ihre Stromrechnungen zu bezahlen haben, betragen fĂŒr die nĂ€chsten 18 Jahre ĂŒber 27 Milliarden Euro.

Die Netzausbau-PlĂ€ne der BundeslĂ€nder sind noch ambitionierter. Demnach sollen sogar ĂŒber 190.000 Kilometer neu verlegt und 25.000 Kilometer umgebaut werden, Gesamtkosten: 42,5 Milliarden Euro.

115. Die massiven Proteste gegen den Bau von Überlandleitungstrassen – ironischerweise v.a. vom „grĂŒnen“ Milieu getragen – hat zur Folge, dass mehr Gleichstrom-Erdkabel verlegt werden sollen.

Solche Erdkabel sind nicht nur extrem teuer – etwa das Sechsfache gegenĂŒber Freileitungen –  sondern auch ökologisch und technisch fraglich. Die Stromleitung per Erdkabel ĂŒber große Entfernungen ist international weder ĂŒblich noch erprobt. Wie so oft bei der EW werden auch hier Milliarden ausgegeben, ohne dass Nutzen und Funktionsweise einer Technik ĂŒberhaupt hinterfragt und getestet werden.

Neben dem Erdkabel muss eine Straße oder ein Weg bestehen, um Zugang fĂŒr Reparaturen an den Muffen und Kabeln zu haben. Durch die Straße werden die Felder der Bauern zertrennt. Direkt ĂŒber der Leitung entstehen AbwĂ€rme und daher Verdunstung, was naturschutzrelevante FlĂ€chen beeintrĂ€chtigt. Es ist falsch zu glauben, dass Erdverkabelung weniger Umwelteingriff bedeuten als  Freileitungen. Zwölf dicke Rohre auf einer Breite von 20 Metern werden benötigt, um die  Leitungsleistung einer 380 kV-Freileitung zu erreichen. Das heißt, eine 20 Meter breite Wanderbaustelle schweißt sich durchs Land.

Ein zu Freileitungen Àhnliches 380-kV-Erdkabelsystem weist im Vergleich zum Freileitungssystem  etwa 25 % höhere Stromverluste auf.

116. Verschiedentlich wird behauptet, dass Leitungsverluste generell durch Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) minimiert werden könnten. Wikipedia schreibt dazu: „Um die Übertragungswirkverluste gering zu halten, wird (
) bei langen Distanzen die (
) HGÜ eingesetzt, welche mit Gleichspannungen bis ±800 kV (
) arbeitet. Bei der HGÜ treten allerdings zusĂ€tzliche Konverterverluste zufolge der Umrichtung von Dreiphasenwechselstrom in Gleichstrom und wieder zurĂŒck in Dreiphasenwechselstrom auf. Diese zusĂ€tzlichen Verluste werden ab bestimmten LeitungslĂ€ngen durch die reduzierten Übertragungsverluste kompensiert.“ M.a.W.: Auch diese Technik bietet keinen Ausweg, um die mit dem Ausbau des Netzes sich vergrĂ¶ĂŸernden Leitungsverluste zu kompensieren.

117. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass a) der Netzausbau ĂŒberhaupt nur durch die Implementierung der EE notwendig ist, dass er b) zu erheblichen Mehrkosten und einem Mehrverbrauch von Ressourcen fĂŒhrt, c) die Stromverluste und d) die Umweltbealstungen  erheblich zunehmen.

Die Perspektive der EW

118. Ob die EW funktionieren kann und zu welchen Ergebnissen sie letztlich fĂŒhrt, kann schon heute klar beantwortet werden. Die weitere Implementierung von EE-Techniken, v.a. von Wind- und PV-Anlagen, sorgt dafĂŒr, dass immer mehr EE-Strom erzeugt und eingespeist wird. Mangels Speicher- und NetzkapazitĂ€ten ist jedoch ein großer, tatsĂ€chlich fast den gesamten jetzigen „traditionellen“ Kraftwerkspark umfassender Back up-Sektor notwendig, um die ErzeugungsausfĂ€lle der EE auszugleichen. Im Falle der Zunahme von Speicherung und Netzausbau steigen die damit verbundenen Energieverluste, d.h. die erzeugte Strommenge muss deutlich zunehmen, was wiederum den Umfang von Erzeuger-, Netz- und SpeicherkapazitĂ€t weiter vergrĂ¶ĂŸert – ein Teufelskreis.

119. Mehr EE-Anlagen bedeuten: Keine oder kaum Strom-Mehrproduktion, denn bei Wind- und Sonnenflaute ist es egal, ob 100 oder 10.000 Anlagen nichts liefern. In sonnen- und windreichen Momenten jedoch wird tw. mehr Strom erzeugt, als benötigt wird. Das destabilisiert nicht nur das Netz, es verurteilt die Back up-Kraftwerke auch dazu, „arbeitslos“ zu sein bzw. auf „Sparflamme“ zu fahren. Das ist nicht nur ein gigantischer ökonomischer Unfug, diese unstet und nicht mit Volllast laufenden Kraftwerke – i.w. Kohlekraftwerke – verschleißen auch schneller und stoßen relativ mehr Abgase, darunter CO2, aus. Die wachsenden ÜberkapazitĂ€ten, die dadurch sinkenden Börsenstrompreise und die durch die Back up-Nutzung der Kohlekraftwerke sinkende Auslastung fĂŒhren dazu, dass die Kraftwerksbetreiber (Konzerne) immer mehr AntrĂ€ge auf Schließung stellen, um weitere Verluste zu vermeiden. Der Staat aber verbietet ihnen meist die Schließung, weil diese  Kraftwerke „systemrelevant“ sind.

120. Die Probleme mit der Unter- und Überproduktion von EE-Strom können tw. durch Stromimport und -export ausgeglichen werden. So stieg in den letzten Jahren v.a. der Stromexport. Damit die NachbarlĂ€nder den „grĂŒnen“ Strom – den sie an sich aber gar nicht brauchen – abnehmen, wurde dieser von Deutschland extrem subventioniert. FĂŒr die AbnehmerlĂ€nder fĂŒhrte das zu zwei Problemen: erstens wurden ihr Stromnetz destabilisiert, zweitens wurden Teile ihrer eigenen Stromerzeuger unrentabel, die natĂŒrlich mit den Dumpingpreisen nicht konkurrieren können. So haben z.B. die Laufwasserkraftwerke in der Schweiz und in Österreich – an sich ja „klimafreundliche“ Erzeuger – große Probleme. Trotz Personalabbau bleiben sie in der Verlustzone, auch wegen der in den letzten Jahren gefallenen Börsen(strom)preise.

Im Ergebnis dessen versuchen die NachbarlĂ€nder, sich gegen das deutsche Stromnetz und die erzwungenen Stromimporte abschotten. Holland und Polen etwa bauen Querregler, welche die ÜberschĂŒsse an Strom nicht mehr durchlassen. Anstatt ĂŒber das europĂ€ische Stromverbundnetz (das in technischer Hinsicht eine Art planmĂ€ĂŸiger und die Konkurrenz minimierende Ressourcennutzung darstellt) eine effektivere und sicherere Stromversorgung zu gewĂ€hrleisten, fĂŒhrt die EW gerade zu deren Unterminierung.

121. Jeder weitere Ausbau der EE-KapazitĂ€ten verschlimmert das Problem. Der Ausgleich durch Import und Export von Strom ist ohnehin nur möglich, wenn die Nachbarn Deutschlands ihrerseits keine EW durchfĂŒhren. Dann wĂŒrden nĂ€mlich in diesen LĂ€ndern zur selben Zeit wie in Deutschland StromĂŒberschĂŒsse bzw. Strommangel entstehen. Das europĂ€ische Stromnetz wĂŒrde nicht mehr zur Stabilisierung der nationalen Stromnetze fĂŒhren, sondern die nationalen Destabilisierungen sogar noch internationalisieren.

Rein technisch gesehen fĂŒhrt die internationale Ausweitung der EW-Politik ironischerweise zur Unterminierung der EW selbst.

122. Der weitere Ausbau der EE im Zuge der EW vergrĂ¶ĂŸert nicht nur den Anteil technisch unbrauchbarer Stromerzeuger und die damit verbundenen Versorgungsrisiken; er erhöht zugleich auch die Kosten des Energiesystems. Der – fĂŒr die WeiterfĂŒhrung der EW zwingend notwendige – Ausbau der Speichermöglichkeiten und der Netze vergrĂ¶ĂŸert die Kosten und den Ressourcenverbrauch geradezu exponentiell. Die Kosten dieses Wahnsinns sollen – wie bisher – die Stromkunden, d.h. einerseits die Massen, anderseits die Wirtschaft tragen. Nachdem sich die Stromkosten seit 2000 schon um mehr als 100 % erhöht haben – ohne dass fĂŒr Speicherung und Netzausbau wirklich investiert wurde -, mĂŒssen wir bei WeiterfĂŒhrung der EW mit dem weiteren Anstieg der Strompreise rechnen. Die Wirtschaft wird die steigenden Strompreise – soweit möglich – auf die Preise aufschlagen. Es wird immer mehr Menschen und Haushalte geben, die sich Strom nicht mehr leisten können. Besonders energieintensive Produktionen (Stahl- und Aluminiumindustrie, Papier- und Glaserzeugung, Chemieindustrie, Zementherstellung usw.) werden weniger konkurrenzfĂ€hig sein und entweder ins Ausland abwandern oder Pleite gehen. Der Industriestandort Deutschland ist damit gefĂ€hrdet. Jobs und Einkommen gehen verloren. Diese Tendenzen (und die permanent stattfindende technische Verbesserung der Energieeffizienz) fĂŒhren zu geringerem Strombedarf – wĂ€hrend zugleich immer mehr EE-Strom erzeugt wird. Ergebnis: Das soziale Level und die ProduktivitĂ€t der Gesellschaft sinken! Die EW erweist sich als Mechanismus, der nicht nur nicht funktioniert, sondern einen RĂŒckschritt, einen Salto mortale der Produktivkraftentwicklung darstellt. Dass auch die Linke und die (reformistische) Arbeiterbewegung – trotz partieller Kritik – diese Politik mittrĂ€gt, ja sie oft sogar am entschiedensten befĂŒrwortet, ist ein Skandal ohnegleichen. Die EW richtet sich objektiv gegen die Interessen der Massen und auch der Arbeiterklasse. Sie ist reaktionĂ€r.

123. Immerhin könnte eingewendet werden, dass die EW und der Ausbau der EE dafĂŒr sorgen, dass der CO2-Ausstoß minimiert und damit der Klimakatastrophe entgegen gewirkt werde. Doch auch hier bleibt der Erfolg aus. Trotz der riesigen Investitionen in die EE haben sich die deutschen CO2-Emissionen in den letzten 1Âœ Jahrzehnten fast ĂŒberhaupt nicht vermindert. Das liegt natĂŒrlich zunĂ€chst daran, dass mit dem Atomausstieg die wichtigste Form CO2-freier Energieerzeugung minimiert wurde. Daneben spielt auch eine Rolle, dass (mangels SpeicherkapazitĂ€t) die Masse der Kohlekraftwerke, welche i.w. die wegfallenden AKW-KapazitĂ€ten ersetzen, als Erzeuger nicht verschwinden können, ohne die gesamte Stromversorgung zu ruinieren. Wenn man die durch technische Innovation erreichten Minderemissionen durch höhere Energieeffizienz einrechnet, stellt man erstaunt fest, dass die „Erneuerbaren“ im Grunde fast gar keinen „Klimaschutz“effekt haben. Bedenkt man dazu noch, dass der steigende Energiebedarf allein von China und Indien die globalen CO2-Emissionen weiter erhöht und jedwede deutsche Spareffekte auffrisst, wird umso deutlicher, dass der deutsche EW-Sonderweg in die Sackgasse fĂŒhrt.

124. Dass die Politik der EW, also der Umstellung auf EE, schon jetzt als gescheitert angesehen werden muss, ist ĂŒberdeutlich:

  • einen nennenswerten Effekt der Einsparung von CO2 gibt es nicht und kann es auch kĂŒnftig nicht geben, da perspektivisch durch Netz- und Speicherausbau die Stromproduktion erhöht werden muss;
  • riesige Investitionssummen fließen in die EE und fehlen fĂŒr wirklich sinnvolle Aufgaben;
  • weniger reiche und unterentwickelte LĂ€nder – die Mehrzahl aller Staaten – haben nicht die Mittel, um eine EW-Politik durchzufĂŒhren, ihre Energieknappheit, Unterentwicklung und AbhĂ€ngigkeit können so nicht ĂŒberwunden werden;
  • durch die EW erfolgt a) eine massive Investitionsoffensive (Konjunkturprogramm) und b) eine massive Umverteilung von Unten, von der Masse der Bevölkerung und der LohnabhĂ€ngigen, nach Oben (Teile der Mittelschichten, des KleinbĂŒrgertums und des Kapitals);
  • der Strompreis hat sich mehr als verdoppelt und wĂŒrde sich bei Netz- und Speicherausbau vervielfachen;
  • eine Einsparung fossiler Brennstoffe ist in geringem Umfang gegeben, wird aber durch einen erhöhten Verbrauch anderer Ressourcen (LandflĂ€che, Stahl, Zement, Kupfer, seltene Erden) wieder konterkariert;
  • sinnvolle und notwendige Erneuerungs- und Modernisierungsinvestitionen in andere Energietechniken (Kohle, Atom) unterbleiben oder werden geringer, so dass v.a. immer mehr  Kohlekraftwerke auf Verschleiß fahren;
  • das Niveau der ArbeitsproduktivitĂ€t sinkt durch die EE;
  • die Versorgungssicherheit und die Übereinstimmung von Bedarf und Energieproduktion verschlechtern sich;
  • die Ausweitung der EE auf alle Bereiche des PrEV (v.a. Verkehr und Heizung) ist technisch gegenwĂ€rtig und in naher Zukunft unmöglich, so dass die EW schon deshalb nur eine VerĂ€nderung  der Stromerzeugung sein kann. Sie ist allenfalls eine Stromwende, keine Energiewende.

Der Direktor der Denkschule fĂŒr deutsche Energiepolitik »Agora Energiewende«, Patrick Graichen wird in »Die Zeit« vom 4.12.14 wie folgt zitiert: „Wir haben uns geirrt bei der Energiewende. Nicht nur bei ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen neuen WindrĂ€der und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir hatten gehofft, dass sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen wĂŒrden, die schlimmste Quelle von Treibhausgasen. Aber das tun sie nicht.“ Dem ist nichts hinzuzufĂŒgen.

Die EW und die Linke

125. Ohne die massive ideologische und strukturelle UnterstĂŒtzung der EW durch KleinbĂŒrgertum und Mittelschichten (nicht zuletzt als Investoren) wĂ€re die EW-Politik unmöglich bzw. genösse viel weniger Akzeptanz und UnterstĂŒtzung in der Gesellschaft. Doch die der EW zugrunde liegende Ideologie der drohenden Klimakatastrophe entstammt (wie auch die Orientierung auf die EE) nicht den Mittelschichten. Die Theorie vom anthropogenen Klimawandel entstand im Milieu der Wissenschaft. Ihre Etablierung als dominante – und fĂŒr Politik, Kapital und Gesellschaft relevante – Auffassung verdankt sie jedoch weitgehend den Interessen bestimmter Kreise von Politik und Kapital. Die Politik ist an ökologisch verbrĂ€mten Zusatzsteuern interessiert, bestimmten Teilen des Kapitals und des KleinbĂŒrgertums geht es darum, Konkurrenz auszuschalten (fossile Verbrennung), und Milliarden in neue Techniken zu investieren, an denen sie verdienen können.

126. Die EW- und Klimaschutzideologie dominiert in Deutschland alle Parteien (mit Ausnahme der AfD und tw. der FDP). Dieser Umstand erklĂ€rt sich auch daraus, dass die „grĂŒne“ Szene – von den GrĂŒnen ĂŒber die „grĂŒnen“ Organisationen Greenpeace, WWF oder NABU bis zur Anti-AKW-Bewegung – enormen Druck auf die Politik ausĂŒbt. So war der 2011 von Schwarz/Gelb beschlossene Atomausstieg ein ZugestĂ€ndnis, um die Wahl zu gewinnen und Rot/GrĂŒn zu verhindern. Die Verzahnung der GrĂŒnen und der Öko-Szene mit der EE-Industrie, mit Politik und Staat ist offensichtlich. Die Wind- und Solarinvestoren aus den Mittelschichten, darunter viele Bauern, sind eine soziale Gruppe, die ein direktes Profit-Interesse an der EW haben. Der sehr starke Einfluss von „grĂŒn“ und sozialreformerisch geprĂ€gten Menschen in Politik, Staat und Medien fĂŒhrt dazu, dass die „öffentliche Meinung“ massiv im Sinne von EW und Klimaschutz beeinflusst wird.  Die bĂŒrgerliche Politik nutzt den Klimakatastrophismus auch dazu, sich ein positives Image als „Retter der Welt“ zu geben und von den durch den Kapitalismus hervorgerufenen Problemen der Welt abzulenken.

127. Die Konzeption der EW und die Klimapolitik reprĂ€sentieren – obzwar nicht in der Mitte entstanden – in typischer Weise die soziale Verfasstheit von Mittelschichten und KleinbĂŒrgertum. Einerseits befĂŒrchten diese, vom großen Kapital ruiniert zu werden und ins Proletariat abzurutschen, andererseits trennen sie ihre bornierten Eigentumsinteressen von der Arbeiterklasse, mit der sie aber wiederum auch zuweilen bestimmte politische und soziale Ziele und Anliegen teilen. Diese Mittelstellung drĂŒckt sich z.B. darin aus, dass die Mitte sich nicht scheut, sich auf Kosten des Proletariats mittels EEG-Subventionierung zu bereichern, andererseits richtet man sich gegen die Vorherrschaft der Energie-Konzerne am Markt. Das (frĂŒher) zentralisierte Stromnetz, die Groß-Energie-Erzeuger wurden und werden bekĂ€mpft – zugunsten eines neo-liberalen, „demokratischen“, dezentralisierten, kleinteiligen Energiemarktes mit vielen kleinen „autarken“ Erzeugern. Freilich ist gerade eine energetische Autarkie einzelner Erzeuger oder kommunaler Verbraucher auf Basis der EE gar nicht möglich, da fĂŒr grĂ¶ĂŸere industrielle Verbraucher mittels EE vor Ort gar nicht genĂŒgend Energie geliefert werden kann und Wind- und Solaranlagen eine kontinuierliche, „autarke“ Versorgung absolut nicht sicherstellen können.

128. Die Arbeiterbewegung und die Linke – die „radikale“ wie die reformistische – bilden den linken Flankenschutz der „grĂŒnen“ Mitte. Sie befĂŒrworten Klimaschutz und EW, oft sogar radikaler als diese, gehen aber von dieser Position auch tw. ab, wenn die Interessen ihres Klientels negativ betroffen sind. So bedroht ein Kohleausstieg die industrielle Substanz ganzer Regionen und zehntausende ArbeitsplĂ€tze. Die IG BCE u.a. Gewerkschaften sowie die entsprechenden Landesregierungen gehen daher mitunter auf Distanz zur EW, ohne sich – gegenwĂ€rtig – freilich offen und komplett dagegen zu stellen.

129. Die SPD als bĂŒrgerliche Arbeiterpartei ist einerseits mit den Gewerkschaften (genauer mit deren FĂŒhrungen) eng verbunden, andererseits muss sie mit den GrĂŒnen (tw. mit der Linkspartei) kooperieren, wenn sie eine Regierungsoption unabhĂ€ngig von der Union will. Zischen diesen beiden Polen schwankt demzufolge auch ihre Politik. So reprĂ€sentiert die SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks den „konsequenten“ EW- und KlimaflĂŒgel, wĂ€hrend SPD-Parteichef und Wirtschaftsminister Gabriel auf die Bremse drĂŒckt und schon mehrfach öffentlich das Scheitern und die grundsĂ€tzlichen Fehler der EW eingerĂ€umt hat.

130. Die LINKE tritt energischer pro EW und Klimaschutz auf (fĂŒr 100 % Erneuerbare), gibt diese Standfestigkeit aber weitgehend auch auf, wenn sie, wie in Brandenburg, wo die Kohleverstromung von zentraler Bedeutung ist, mitregiert.

131. Zwischen der grĂŒnen Szene und linken AktivistInnen aus der Linkspartei oder den Jusos und der „radikalen Linken“ gibt es enge Kontakte.

132. Die „radikale Linke“ jeder Couleur unterstĂŒtzt die EW- und Klimapolitik, verbindet sie jedoch mit antikapitalistischen Forderungen und kritisiert, dass Regierung und Kapital diese zu zögerlich oder gar nicht umsetzen. Eine eigenstĂ€ndige inhaltliche Analyse der Energie- und Klimafrage der sich oft auf den Marxismus berufenden Gruppen fehlt fast völlig. Eine materialistische und dialektische Betrachtung, welche die naturwissenschaftlich-technichen Aspekte berĂŒcksichtigt und auch nach den Klasseninteressen fragt, die hinter der EW und der Klimapolitik stehen, geht ihnen völlig ab. Sie akzeptieren weitgehend unkritisch die IPCC-Klimakatstrophistik, ja sie ignorieren sogar, dass das IPCC in einigen Fragen lĂ€ngst von alten Positionen abgerĂŒckt ist.

133. Anstatt den bĂŒrgerlichen Charakter des Politik- und Wissenschaftsbetriebs, des Staates und der Umwelt-Bewegung kritisch zu betrachten, reicht es bei ihnen fast immer nur zur Übernahme von deren Positionen. Die (bĂŒrgerlichen) Klima- und EW-Kritiker werden völlig ĂŒbertrieben nur als von den Kohlekonzernen „gekaufte“, reaktionĂ€re und fachfremde Laien hingestellt, um einen real nicht vorhandenen „wissenschaftlichen Konsens“ behaupten zu können.

134. Bei der EW bemĂ€ngeln sie das zu geringe Tempo der Umstellung auf EE sowie den chaotischen  und ungeplanten Charakter der EW sowie die Tatsache, dass die Arbeiterklasse zur Kasse gebeten wird und keine Kontrolle ĂŒber die EW ausĂŒbt. Das ZurĂŒckdrĂ€ngen der Energiekonzerne am Markt zugunsten der Wind- und Solar-affinen KleinbĂŒrger missverstehen sie oft als fortschrittlich. Dass dabei v.a. auch die Stadtwerke – als „kommunale“ Eigentumsform – darunter leiden, begreifen sie nicht. Anstatt fĂŒr die Vergesellschaftung der Energiekonzerne, Arbeiterkontrolle und einen Energieplan einzutreten, unterstĂŒtzen sie ein von KleineigentĂŒmern, Marktliberalismus und Konkurrenz geprĂ€gte, kleinteilige „neue Energiewelt“. Die Ruinierung der Konzernbilanzen und die BekĂ€mpfung von Standorten und Technologien verwechseln sie mit Anti-Kapitalismus.

135. Die Ursachen dieser so weltfremden und dĂŒmmlichen Positionen der „radikalen Linken“ (die kaum auch nur zu einer vorsichtigen Kritik fĂ€hig ist) sind vielfĂ€ltig. Sie wurzeln in der grundsĂ€tzlichen Degeneration des „Marxismus“, sie sind Ausdruck der weitgehenden Anpassung der „radikalen Linken“ an links-kleinbĂŒrgerliche und reformistische Ideologien und KrĂ€fte, sie widerspiegeln auch die starke Isolation der Linken von der Arbeiterklasse, v.a. auch von deren technisch-wissenschaftlichen Teilen.

136. In der Frage des Klimas wie in der Frage der EW vertritt die Linke objektiv nicht das Klasseninteresse des Proletariats, sondern die Interessen der „links/grĂŒnen“ Mittelschicht – und damit die dahinter stehenden Interessen von Kapital und Staat. Die Linke entfremdet sich so nicht nur weiter von der Arbeiterklasse, sie vergibt nicht nur große Chancen, eine eigenstĂ€ndige proletarisch-revolutionĂ€re Politik zu betreiben – sie steht in diesen Fragen auf der falschen Seite der Barrikade!

137. Die 1970 und 80er Jahre waren schon einmal davon geprĂ€gt, dass die Linke und die reformistische und stalinistische Arbeiterbewegung die ökologische Frage und wichtige Entwicklungstendenzen das modernen Kapitalimus ignorierten bzw. nicht zu begreifen vermochten. Im Ergebnis dessen waren es bĂŒrgerliche KrĂ€fte – etwa der „Club of Rome“ und die „grĂŒne“ Bewegung“ -, die sich des Themas auf ihre Art annahmen. Überall entstanden „grĂŒne“ Parteien – v.a. auf Kosten der Sozialdemokratie. Sie bestimmten nun stark die Ideologie, die Politik und die sozialen Bewegungen in diesen Fragen. Der Grundcharakter der Politik dieser KrĂ€fte war sozial-reformerisch, die wesentlichen sozialen Grundlagen des Kapitalismus (Privateigentum, Konkurrenz, Gewinnorientierung) wurde und wird nicht oder kaum in Frage gestellt.

138. Die Linke und die Arbeiterbewegung verhalten sich dazu nur reaktiv. Die grĂŒnen Ideologien werden entweder akzeptiert oder mitunter durch antikapitalistische Forderungen ergĂ€nzt. So ging die Linke entweder in den GrĂŒnen auf, wie der strategische Entrismus (Eintritt) großer Teile der deutschen Linken in die GrĂŒnen in den 1980ern zeigte, oder wurden zu ihrem AnhĂ€ngsel.

Im Unterschied dazu werden Bewegungen, die sich kritisch bis ablehnend zur EW verhalten, vollkommen ignoriert. Dabei gibt es bundesweit hunderte Initiativen gegen die Windkraft oder den Leitungsausbau, welche zehntausende AktivistInnen organisieren. Noch ist dieses Milieu (das sich nur wenig auf die stĂ€dtische Bevölkerung stĂŒtzt) sozial und politisch sehr heterogen. Aufgrund der ablehnenden Haltung der Linken wĂ€chst die Gefahr, dass hier rechte und konservative KrĂ€fte die Oberhand gewinnen. Anstatt Initiativen, die kritisch zur EW stehen, zu unterstĂŒtzen oder sogar zu initiieren – z.B. gegen Strompreiserhöhungen oder gegen den DĂ€mmwahn -, bleibt die Linke völlig passiv.

139. Heute, da sich der Aberwitz der Klimakatastrophistik wie der EW immer deutlicher zeigt, fehlt es der Linken an AnalysefĂ€higkeit und an eigenem politischen Profil. Auch die immer offensichtlicher werdenden Risse und WidersprĂŒche in der grĂŒnen Bewegung – Landschafts- und Artenschutz vs. Klimaschutz und EW –  können von der Linken weder ausgenutzt noch beeinflusst werden. Die Möglichkeit, in diese KrĂ€fte und Bewegungen mit einer antikapitalistisch-marxistischen Stoßrichtung einzugreifen, wird vollstĂ€ndig vergeben.

Eckpunkte eines Aktionsprogramms fĂŒr den Energiesektor

140. Sofortige Beendigung der „Energiewende“! Weg mit dem EEG, weg mit dem CO2-Zertifikatehandel und der Strombörse! Schluss mit der Belastung der Massen durch steigende Strompreise!

141. Kein weiterer Ausbau, sodern RĂŒckbau der EE! Abbau sĂ€mtlicher Subventionen fĂŒr EE-Betreiber! Weg mit den Subventionen fĂŒr E-Autos! RĂŒcknahme der Bestimmungen zum Atomausstieg und ÜberprĂŒfung des Weiterbetriebs von AKW und der Endlager durch Arbeiterkontrollkomitees! (she. dazu die „Thesen zur Kernenergie“ auf: www.aufruhrgebiet.de)  Falls ein AKW o.a. Energieanlagen geschlossen werden: Keine Entlassungen und sozialen Nachteile fĂŒr die BeschĂ€ftigten! Demokratische Debatte und Entscheidung ĂŒber die weitere Nutzung der Anlagen!

142. FĂŒr eine öffentliche Diskussion ĂŒber die Frage der EW, v.a. unter den BeschĂ€ftigten des Energiesektors (z.B. IG BCE, ver.di)! FĂŒr einen bundesweiten „Energie-Kongress“ der Arbeiterbewegung (Gewerkschaften und v.a. deren BasisÂŽ) unter Einbeziehung von Anti-Windkraft-Initiativen zur Erarbeitung eines Energieplans, der die kĂŒnftige Orientierung, Investitionen usw. des gesamten Energiesystems zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen regelt!

143. EntschĂ€digungslose Enteignung aller Energieunternehmen und Übernahme dieser in ArbeiterInnenhand! Finanzierung aller Maßnahmen zum Ausstieg aus der EW durch die progressive Besteuerung von Reichtum und Kapital! Keine Forderung nach Verstaatlichung! Falls doch eine Verstaatlichung erfolgt: weitestgehende Durchsetzung von Arbeiterkontrolle!

144. Abbau aller Wind- und Solaranlagen, die in WĂ€ldern oder Naturschutzgebieten stehen! WKA in besonders fĂŒr Vögel relevanten Bereichen und solche, die der 10H-Regel nicht entsprechen, mĂŒssen  abgebaut werden. Biogasanlagen dĂŒrfen nur Reststoffe nutzen und mĂŒssen generell einen höheren Sicherheitsstandard erhalten. FĂŒr die Reduzierung des MĂŒllaufkommens (und der MĂŒllverbrennung) durch von den Verbrauchern festgelegte und kontrollierte Produktnormen (Verpackung)! Keine CO2-Verpressung (CCS-Technik)! WĂ€rmedĂ€mmung nur nach Fachbegutachtung durch Gremien, die keinen Lobby-Charakter haben und demokratischer Kontrolle unterliegen!

145. Keine medialen Spielwiesen fĂŒr grĂŒne Ideologen. FĂŒr stĂ€rkere PrĂ€senz von „Kritikern“ und wissenschaftlich-technischen Fachleuten in den Medien! FĂŒr seriöse Sachinformation durch die Medien, die alternative Positionen berĂŒcksichtigt und keine einseitige Meinungsmache betreibt! Kontrolle ĂŒber die Inhalte der „öffentlich-rechtlichen“ Medien durch gewĂ€hlte VertreterInnen aus Wissenschaft, Technik und der Arbeiterklasse anstatt des Polit-KlĂŒngels der „RundfunkrĂ€te“!

146. Arbeiterkontrolle ĂŒber Entwicklung, Planung, Bau und Überwachung von energietechnischen Anlagen einschließlich des Vetorechts unter Einbeziehung von WissenschaftlerInnen und TechnikerInnen ihres Vertrauens, BeschĂ€ftigten und AnwohnerInnen! Keine EinschrĂ€nkung des Streikrechts fĂŒr BeschĂ€ftigte des Energiesektors! Gegen den „Schulterschluss“ von Kapital und Gewerkschaftsspitzen im Energiesektor!

147. Weg mit dem GeschĂ€ftsgeheimnis! Offenlegung aller GeschĂ€ftsunterlagen im Energiebereich fĂŒr Arbeiterinspektionen!

148. FĂŒr die stĂ€rkere Erforschung und Weiterentwicklung der Kernenergie! FĂŒr Investitionen und die Förderung energiesparender Techniken sowie die Verbesserung der Wirkungsgrade und der Sauberkeit von Kohle- und Gaskraftwerken!

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