Marxismus oder „grüner“ Obskurantismus?

Zur Klima-und Energiepolitik der GAM

Paul Pfund

Vorwort der Redaktion: Nachdem wir zuletzt gezeigt haben, welcher fragwürdigen Methoden sich die Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) bedient, um einer sachlichen Diskussion der Themen Klima / Energie auszuweichen, wollen wir hier die Positionen der GAM in ihrem Programm zu diesen Fragen betrachten. Obwohl Aufruhrgebiet keine Spezialseite für Klima und Energie ist und sein will, erfordert die aktuelle Debatte hier erneut einen Beitrag dazu.

Das Programm der Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) enthält auch einen Absatz zur Umwelt. Wir wollen hier jedoch nur die Positionen zur Klimafrage und zur Energiepolitik betrachten und dabei zeigen, dass die GAM hier Auffassungen vertritt, die von weitgehender Unkenntnis der Realität und Unwissenschaftlichkeit geprägt sind.

Bereits der erste Satz betätigt diese fatale Diagnose: „Die Beschleunigung der globalen Erwärmung (…) stell(t) die Menschheit vor schwerste Herausforderungen.“ Selbst die ärgsten Klima-Alarmisten behaupten nicht, dass die Erwärmung sich beschleunigt. Die Daten geben das schon überhaupt nicht her. Seit ca. 20 Jahren gibt es statt einer beschleunigten überhaupt keine globale Erwärmung mehr, wie die folgende Grafik zeigt.

Wir befinden uns in einer Plateauphase mit zwar schwankenden, aber im Durchschnitt gleichbleibenden Temperaturen, die im Schnitt bei 14,6°C liegen. Das Rekordjahr war 2016 mit offiziell angegebenen 14,8°C. Diese Temperaturspitze war (wie auch die letzte Spitze davor 1998) Ergebnis eines besonders starken El Ninos, einer periodisch auftretenden warmen Meeresströmung. 2017 und 2018 ist es wieder kälter geworden. Die Behauptung der GAM ist also falsch.

Auch die wiederholt aufgestellte These der GAM, dass Extremwetterereignisse als Folge der Klimaerwärmung zunehmen würden, ist unzutreffend. Der letzte (große) IPCC-Bericht (IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2.6, Seite 219) sagt dazu zusammenfassend: “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century.” Diese (vorsichtige) Aussage wird durch die Daten der nationalen Wetterdienste klar bestätigt. Es ist kein Zufall, dass alle (!) Aussagen des AR 5 dazu in der 28seitigen dt. Fassung des Summary for policymakers fehlen!

Doch selbst die Temperaturspitze von 14,8°C ist kein „Rekord“, denn sie bewegt sich lediglich auf dem Durchschnittsniveau des Holozän, der aktuellen, seit ca. 10.000 Jahren herrschenden Klimaperiode. Deren Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 15°C. Demnach wäre es also seit ca. 1850 sogar kälter geworden. Das freilich behaupten nicht einmal die Klimakritiker. Sogar der IPCC (Weltklimarat) hat aber ein doppeltes Problem bekommen, weil a) die Temperaturen aktuell nicht mehr steigen und b) die gemessenen Temperaturen zu niedrig sind, um die behauptete Klimakatastrophe empirisch zu begründen.

Das Dilemma lösen die Alarmisten nun auf die übliche Weise: sie tricksen. Seit einiger Zeit wird nämlich die Durchschnittstemperatur des Holozäns nicht mehr wie früher mit 15°C angegeben, sondern nur noch mit 14 Grad – natürlich ohne Begründung. Letztere ist auch gar nicht möglich, da die gesamte Treibhaustheorie (THT), auf die sich der Klimaalarmismus stützt und die immer von den 15 Grad ausging, mit 14 Grad nicht mehr hinhaut, weil dann die Strahlungsflüsse keine ausgeglichene Bilanz mehr ergeben. Doch selbst wenn wir von den 14 Grad ausgingen, stimmt der Alarmismus nicht, denn dann betrüge die Gesamterwärmung seit 1850 nicht 0,8-1 Grad, sondern nur ca. 0,6°C, also nur reichlich die Hälfte der behaupteten 1-Grad-Erwärmung.

Noch absurder wird es, wenn wir nicht – wie die Alarmisten – Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern Äpfel mit Äpfeln. Denn: Was ist der Bezugspunkt für die anthropogene Erwärmung? Die besonders kalte Phase des Holozäns Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese Phase gehört zu den kältesten des Holozäns und wird daher auch „Kleine Eiszeit“ genannt. Damit die gegenwärtige Warmphase zu vergleichen ist zwar absurd, ergibt aber eine sehr dramatisch aussehende Steigerung.

Quelle: M. J. Schwab, GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), Projekt Natürliche Klimavariationen
In Historischen Zeiten (KIHZ), 2003, URL: https://epic.awi.de/29987/1/KIHZ_pdf_de.pdf

Ein wissenschaftlich sinnvoller Vergleich wäre der zwischen unserer Warmphase und der letzten o.a. Warmphasen des Holozäns. Alle diese waren genauso warm wie heute oder noch wärmer. Eine besondere Aufheizung heute oder gar eine Klimakatastrophe ist daraus jedenfalls nicht ableitbar – ganz unabhängig davon, was die Erwärmung der letzten ca. 170 Jahre erzeugt hat. Einen Beweis dafür, dass die menschlichen CO2-Emissionen dafür verantwortlich sind, gibt es jedenfalls nicht – selbst der IPCC räumt das ein. Von all dem hat die GAM jedoch keine Ahnung, weil ihr der Stand der Klimawissenschaft, ihre Positionen, Probleme und Debatten weitgehend unbekannt sind. Anders kann man sich nicht erklären, warum die GAM bis heute zwar Meinungen zum Klima kundtut, aber nie und nirgends irgendeine Art von Argumentation, Daten oder Fakten präsentiert.

Das zeigt auch der zweite Satz im GAM-Programm: „Gleichzeitig rückt der Zeitpunkt näher, ab dem das Überschreiten von „Kipp-Punkten“ im Welt-Klimasystem nicht mehr verhindert werden kann.“ Ja, die ominösen Kipppunkte des Potsdamer Klimapapstes Schellnhuber. Was diese genau sind, was wie und warum „kippt“, wurde nie exakt definiert und beschrieben. Ein typischer Fall von demagogischer Pseudo-Wissenschaft. Welcher „Zeitpunkt“ ist gemeint? Warum rückt er – obwohl es seit 20 Jahren keine Erwärmung mehr gibt – immer näher?

Und weiter gehts mit der „Erklärung“ des Klimas durch die GAM: „Zur Einhaltung des 1,5 °C-„Ziels“ bleiben voraussichtlich nur noch wenige Jahre Zeit und es ist absehbar, dass es nicht erreicht werden kann.“ Zunächst wäre ein gesundes Maß an Skepsis angebracht, wenn kurze Zeiträume – „nur noch wenige Jahre“ – beschworen werden, bevor angeblich die Katastrophe eintritt. Ein paar Beispiele gefällig? 2004 sollten – lt. den „grünen“ Autoren des Bestsellers „Grenzen des Wachstums“ – die Goldvorräte erschöpft sein, 2014 das Silber, 2020 das Kupfer und das Öl sowieso. Auch das Nordpoleis sollte schon längst verschwunden sein. Alle diese Horrormeldungen waren nicht etwa ein bisschen ungenau – sie sind komplett falsch. Selbst an dieser gesunden Skepsis auf Grund von historischer Erfahrung gebricht es der GAM. Doch: Sollte nicht der Zweifel erste Bürgerpflicht gerade für MarxistInnen sein?

Schon ein gewisses Maß an Skepsis hätte die GAM dazu animiert zu fragen, von welcher Referenztemperatur die 1,5 Grad-Erhöhung überhaupt ausgeht?! Und warum galten früher immer 2 Grad als Grenze und neuerdings nur noch 1,5 Grad? Werden diese Werte ausgewürfelt?
Die entscheidende Frage – ob eine solche (weitere) Erwärmung durch die CO2-Anreicherung überhaupt erreicht werden kann bzw. welche physikalischen Vorgänge dabei eine Rolle spielen – stellt die GAM überhaupt nicht. Sie folgt ganz einfach dem Dogma, dass immer mehr CO2 zu immer mehr Erwärmung führt. Doch einen solchen Zusammenhang gibt es physikalisch nicht. Mehr CO2 führt zu einen höheren Sättigung der Atmosphäre mir diesem Gas, d.h. es gibt immer weniger Möglichkeiten, noch mehr langwellige (Ab)Strahlung durch zusätzliches CO2 zu absorbieren. Dadurch nähert sich die Temperaturwirkung von CO2 immer mehr der Nulllinie. Ende des Jahrhunderts werden wir – ohne CO2-Reduktionen – etwa ein CO2-Level von 500-550 ppm (CO2-Moleküle pro eine Million Luftmoleküle) erreichen. Wie die folgende Grafik zeigt, bewirkt eine solche Erhöhung des CO2-Levels eine (theoretische) Erwärmung von 0,5 Grad – was weit unter der beschworenen 1,5 Grad-Grenze liegt (Modtran unterstellt eine relativ hohe Erwärmungswirkung von CO2, die von vielen WissenschaftlerInnen nicht geteilt wird).

Das IPCC behauptet nun, dass diese CO2-bedingte Erwärmung durch eine positive Rückkopplung durch Wolken zusätzlich noch etwa verdreifacht würde. Die Erwärmung betrüge dann (bei den angenommenen 500 ppm) 1,5 Grad – auch dann würde also das 1,5-Grad-Ziel, die vermeintliche Schwelle zur Katastrophe, 2100 nicht überschritten werden. Übrigens wird die behauptete Wolken-Rückkopplung in der Praxis nicht beobachtet, ein weiteres Beispiel dafür, dass die IPCC-Theorie und der Klima-Alarmismus nicht auf Tatsachen beruhen, sondern v.a. auf Behauptungen, Modellen und Hypothesen. Wenn es diese Zunahme der Bewölkung gäbe, würden die Niederschlagsmengen zunehmen – auch das wird in der Realität nicht festgestellt.

Wie wir sehen, widersprechen die Aussagen zum Klima im Programm der GAM komplett den klimatischen Realitäten und übernehmen nur völlig unkritisch den bürgerlichen Meinungs-Mainstream und die mechanistische, ahistorische Methode der Alarmisten – peinlich für eine Organisation, die angeblich eine materialistische, historisch-kritische Methode anwendet.

Die Energiewende

Aus dem Klima-Alarmismus scheint logisch zu folgen, aus dem Energiesystem, das auf fossiler Verbrennung basiert, auszusteigen. Doch selbst wenn es diese Notwendigkeit geben würde, müsste ein anderes Energiesystem auch „in sich“ als technisches System funktionieren und einen entsprechenden Klimaeffekt bewirken. Beides ist jedoch nicht der Fall. So sind die dt. CO2-Emissionen seit 1990 fast nicht gesunken und wenn, dann v.a. durch die Deindustrialisierung Ostdeutschlands. Der (angebliche) Klima-Effekt von 3-400 Milliarden Euro, die bisher schon für die Energiewende (EW) ausgegeben worden sind, ist fast Null.

Immerhin ist das z.T. auch der GAM bewusst. Sie schreibt zur EW: „Wir lehnen die aktuelle „Energiewende“ ab, weil sie den Massen enorme Kosten aufbürdet, die Energiegewinnung aus traditionellen Energieträgern nicht verringert, sondern „grünen“ Strom zusätzlich und unstetig hinzufügt und somit das Energiesystem teurer und unsicherer macht. Wir sind für einen von der ArbeiterInnenbewegung und den VerbraucherInnen mit Unterstützung demokratisch gewählter ExpertInnen erarbeiteten Plan zum massiven Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze und der Erforschung von Speichertechnologien. Bezahlen sollen dafür die Energiekonzerne.“

Diese kritische Position erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch als völlig inkonsistent und die technischen und naturwissenschaftlichen Realitäten ignorierend. Schauen wir uns die Aussagen genauer an.

  1. wird behauptet, dass die EW „die Energiegewinnung aus traditionellen Energieträgern nicht verringert, sondern „grünen“ Strom zusätzlich (…) hinzufügt.“ Das ist falsch. Der Anteil des „erneuerbaren, grünen“ Stroms ist seit 2000 kontinuierlich gestiegen und betrug 2018 lt. Bundesumweltamt 37,8% der gesamten Stromproduktion. Richtig an der GAM-Aussage ist, dass immer mehr Strom aus „Erneuerbaren Energien“ (EE) erzeugt wird, der nicht gebraucht und deshalb oft zu Dumpingpreisen ins Ausland verschachert wird.
  2. sagt die GAM, dass das Hinzufügen von EE-Strom „das Energiesystem teurer und unsicherer macht.“ Das ist korrekt, wie die Strompreisentwicklung zeigt. Wir nähern uns auch immer mehr einem Blackout des Stromsystems an, weil die Gesamtleistung sicherer Erzeuger (Kohle, Gas, Wasser, AKW, Biogas) durch den Ausstieg aus Kohle und Kernkraft immer weiter schrumpft. Inzwischen sind wir dicht davor, dass die erforderliche Mindestlast für die Netzstabilität unterschritten wird. Doch Letzteres wird von der GAM als Problem nicht konkret untersucht – ansonsten wüsste sie nämlich, dass der Ausbau der EE und der gleichzeitige Abbau sicherer Erzeuger die Ursache dafür ist. Es wäre also nur logisch, zumindest den weiteren Zubau von EE-Anlagen zu stoppen. Die GAM befürwortet aber gerade das Gegenteil: „Wir sind für einen von der ArbeiterInnenbewegung und den VerbraucherInnen mit Unterstützung demokratisch gewählter ExpertInnen erarbeiteten Plan zum massiven Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze und der Erforschung von Speichertechnologien.“ Ob dieser Ausbau planmäßig erfolgt oder nicht und wer den Plan erarbeitet, spielt dabei gar keine Rolle, da auch der beste Plan nichts an der technischen Charakteristik des Stromsystems, der EE und deren Problemen ändert.

Die Ausführungen zum Ausbau des Netzes und der Speicher verweisen darauf, dass der GAM offenbar bewusst ist, dass für den weiteren Ausbau der EE das Netz und die Speicher nicht ausreichen. Ihr ist aber nicht bewusst, dass auch der Netzausbau die Probleme der EW nicht löst. Denn: Welcher Strom soll z.B. von Nord nach Süd fließen, wenn im Norden Wind- und Sonnenflaute herrscht? Auch dann wären Speicher notwendig, auf die man zurückgreifen kann. Die gibt es aktuell aber weder in der erforderlichen Qualität, d.h. der technischen Effizienz, noch hinsichtlich der Bezahlbarkeit und schon gar nicht in der erforderlichen Quantität. Daran würden auch erhebliche technologische Sprünge (die es lt. Fachwissenschaft kurzfristig nicht geben wird) wenig ändern, da deren Einführung in der Praxis noch viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern würde. Die EW findet aber jetzt statt und nicht erst in 20 oder 30 Jahren! D.h. die GAM vertröstet uns bei der Lösung der aktuellen Probleme auf eine ungewisse Zukunft. Man kann das leichtfertig nennen, man kann auch sagen, es ist weltfremd. In keinem einzigen der sehr wenigen Artikel dazu in den letzten Jahren hat die GAM etwas Konkretes zu den realen Dimensionen, den technologischen Problemen, den Kosten usw. gesagt.

Es geht noch weiter mit der Unlogik und Realitätsfremdheit der GAM-Programmatik zur EW. So fordert die GAM: „Bezahlen sollen dafür die Energiekonzerne.“ Freilich, das kann man fordern. Nur können und müssen die Energiekonzerne bzw. die kommunalen Stadtwerke, die Anteile an diesen Unternehmen halten, die höheren Kosten auf die Stromkunden umlegen, ansonsten gingen sie Pleite. Es ist also absurd, einerseits über die durch die EW gestiegenen Strompreise (nicht nur für die Privatverbraucher, sondern auch für das Gros der Wirtschaft) zu lamentieren, andererseits aber Maßnahmen zu fordern, die in der Summe noch weit teurer sein würden als die bereits schon in die EW investierten ca. 3-400 Milliarden Euro. Entscheidend ist hier nämlich nicht, wer bezahlt, sondern dass die EW insgesamt das Strom- und (im weiteren Sinn) Energiesystem radikal verteuert. M.a.w.: die Arbeitsproduktivität des Energiesystems sinkt – welche Vorteile es ansonsten auch immer haben mag. Es ist welthistorisch einmalig, dass ein „neues“ technisches System unproduktiver ist als das alte. Dank weltfremder „grün-linker“ Wirrköpfe wird das möglich!

Weiter fordert die GAM: „Weg mit dem Emissionsrechtehandel und der Subventionierung von „regenerativer Energie“!“ Dazu 1.: Der Emissionsrechtehandel könnte (die Logik der CO2-Wirkung unterstellt) durchaus ein Mittel sein, die Unternehmen zu zwingen, „klimaschonender“ zu handeln. Bisher jedoch hat die Art und Weise (!) – nicht die Intention des Emissionsrechtehandels an sich – diesen Effekt untergraben. Auch hier wieder Unkenntnis der Realität bei der GAM. 2. Warum werden die EE massiv subventioniert? Weil sie sich sonst am Markt überhaupt nicht hätten etablieren können, da sie teurer und technisch kaum kompatibel für das Stromsystem sind. Schaut man sich die technischen Eigenschaften und Kostenstrukturen der EE genau an (was die GAM auch nie gemacht hat), merkt man, dass sie mit den konventionellen Erzeugern bei weitem nicht konkurrieren können, darüber kann auch die massive Lügenpropaganda der EE-Lobby nichts ändern.

Ein Beispiel: Um ein Kohlekraftwerk mit 1.000 Megawattstunden (MWh) Leistung durch 2-MWh-Windräder zu ersetzen, braucht man ca. 2.500 (!) solcher Anlagen.Warum so viele? Weil ein solches Windrad nicht 2 MWh (das ist die Nennleistung!) erzeugt, sondern im Schnitt nur 20% davon als reale Einspeiseleistung, also etwa 400 KWh. D.h.: 2.500 x 400 KWh = 1 Mill. KWh = 1.000 Mwh. Ein (!) solches Windrad kostet etwa 3 Mill. Euro, insgesamt wären das für 2.500 Windräder Kosten von 3.000.000 x 2.500 = 7.500 Millionen = 7,5 Milliarden Euro. Ein Kohlekraftwerk kostet einen Bruchteil davon; zudem verteilen sich diese Kosten auf eine etwa 4-5 Mal so lange Laufzeit. An all dem ändert auch eine Planung oder Arbeiterkontrolle nichts! Das Gerede von den „billigen Erneuerbaren“ ist nichts als Demagogie!

Trotz der seit 20 Jahren immensen Ausgaben für die EW stehen die „großen Brocken“ noch aus: Speicher und Netze, die bisher kaum ausgebaut wurden und noch wesentlich mehr kosten würden als die bisherigen Maßnahmen. Dazu käme, dass durch Leitungsausbau und Speicherung die Energieverluste deutlich zunehmen würden. Diese müssten durch Mehrproduktion von Strom ersetzt werden. Allein die „Ausgleichszahlungen“ an die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer sollen 40 Mrd. Euro betragen. Dazu kommt noch, dass die EW, die bisher nur eine „Stromwende“ ist, nur wirksam sein kann, wenn sie auch den Wärme(Heizungs)- und den Verkehrssektor umfasst, was bisher ebenfalls nicht erfolgt ist. Dieser Umbau auf EE-Strom würde nicht nur zusätzlich ca. 2.000 Milliarden Euro kosten, sondern z.B. die gesamte Versorgung mit Fernwärme (Städte) und Prozesswärme (Wirtschaft) zerstören. Zur Verdeutlichung: 2018 – nach 20 Jahren EW (!) – betrug der Anteil der EE am Gesamt(Primär)energieverbrauch in Deutschland lächerliche 13%, darunter Wind- und Solarstrom ganze 4%! Was ist Jemand, der angesichts dieser Fakten mehr EE will und glaubt, die EW sei bezahl- und machbar?

Ein kurzes Fazit

Die GAM-Position enthält eine inkonsequente, in sich widersprüchliche Kritik an bestimmten Aspekten der EW ohne wirkliche Kenntnis der Realität und weitgehend ohne Verständnis der naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen der EW. Das ist das fatale Ergebnis einer Arbeitsweise und Ausrichtung der Organisation, die sich einer substanziellen Analyse der Realität verweigert und daher gezwungen ist, weitgehend unkritisch „grüne“, d.h. bürgerliche Ideologie zu übernehmen – die dann mit einem „revolutionären“ Sahnehäubchen garniert wird. Das hat mit der materialistischen, dialektischen und historisch-kritischen Methode des Marxismus nichts zu tun!

Die GAM weigert sich zu begreifen, dass die EW und der ihr zugrunde liegende Klimaklamauk dazu dienen und dafür gehypt werden, dass kleine und große „grüne“ Investoren Kasse machen – im Widerspruch zur Wissenschaft, zum Schaden der Gesellschaft und der Umwelt.
Wir fordern die GAM hiermit erneut auf, sich endlich ernsthaft mit dem Klima- und Energie-Thema zu befassen!

7 Gedanken zu „Marxismus oder „grüner“ Obskurantismus?“

  1. Eine merkwürdige Diskussion.
    Nur eine Frage: Woher nehmen sich eigentlich die Staaten und Privatleute das Recht, fossile Stoffe, die sich in Jahrmillionen Jahren natürlich gebildet haben, auszubeuten?

    1. Ein merkwürdiger Beitrag. Warum sollten Menschen nicht fossile Stroffe nutzen? Das ist keine Rechtsfrage, sondern eine Frage von realen Bedürfnissen. Fossile u.a. Stoffe nicht zu nutzen würde das Ende der Menschheit bedeuten oder ein Leben wie bei den Urmenschen.
      Die Frage ist, wie der Mensch bzw. die Gesellschaft die Natur nutzt. Der Kapitalismus ist zu einer sinnvollen Nutzung weitgehend unfähig. Daher muss er überwunden werden und nicht an einzelnen Symptomen herumgedoktert werden, wie es die „Grünen“ machen. Deren „grüne“ Reformen machen alles nur noch schlimmer und verwirren die Leute, die etwas ändern wollen.

  2. Co2 ist kein Treibhausgas sondern lebensnotwendige „Pflanzennahrung“. Ohne Co2 – keine Photosynthese – kein Sauerstoff.
    Anteil Co2 in der Atmosphäre: 1860 = 0.03 ; 2020 = 0,04
    Ein Anstieg um 0,01. Anschaulich kann das jede/r wie folgt darstellen:
    Auf einem DIN A 4 Blatt werden 1000 Punkte gezeichnet, 25 in der Horizontalen, 40 vertikal; dann 9x fotokopiert. Jetzt drei grüne Kringel, das bedeutet „natürliches“ Co2 (1860) und ein einziges rot eingerahmt (2020). Das zeigt anschaulich die frühere und heutige Zusammensetzung der Atmosphäre
    ( 400 parts per Million = 40 Punkte auf 100.000 = 4 auf 10.000) Verstanden? Jetzt die 10 Blätter auslegen und jemand die 3 grünen und den einen roten Punkt suchen lassen. Damit wird die ganze Idiotie des weltweiten Temperaturanstieg widerlegt.

  3. Es ist kaum zu glauben, dass Sie als Marxisten der lügnerischen Polemik von EIKE = Vattenfall, RWE, BP, Exxon usw. aufsitzen und deren Monopole erhalten wollen. Imperialistische Kriege pro-Öl usw. das alles wollen Sie als Marxisten erhalten indem Sie Lügen verbreiten und den menschengemachten Klimawandel verleugnen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass CO2 ein Treibhausgas ist. Nur „Flacherdler“ behaupten das. Als echter Linker muss man sich echt schämen, das so jemand wie Sie sich ebenfalls als links bezeichnet.

    1. Dieses „Kompliment“ gebe ich gern zurück. Sie sind ein Demagoge, wir behaupten nirgends , dass wir „deren Monopole erhalten wollen“ und „Imperialistische Kriege pro-Öl“ unterstützen. Wir kommen Sie auf so einen Unsinn?! Aber wie so oft: Klimalalarmisten sind zu sachlichenDiskusionen oft nicht in der Lage. Sie sind dafür ein gutes Beispiel.

  4. Man merkt ganz deutlich, das Sie vom Thema keine Ahnung haben und hauptsächlich von EIKE abschreiben und unseriöse Daten darstellen. Hier die globale Temperatur: https://climate.nasa.gov/vital-signs/global-temperature/ da pausiert gar nichts. Und die Grafik von „Schwab“ können Sie in den Müll werfen. Die beruht auf einem EINZELNEN Messpunkt in Grönland. Hier vielleicht noch mal was zum nachlesen: https://www.freitag.de/autoren/evastegen/die-totschlaegergrafik-der-klimawandelleugner

    1. Es gab von ca. 2000-15 einen Stllstand der Erwärmung (Hiatus). 2016 kam dann ein El Nino, der u.a. für die T-Spitze von 14, 8°C sorgte. Danach ging T (global) wieder zurück. 2018/19 werden wir sehen. Wenn Sie den GISS/NASA-Daten ohne Einschränkung vertrauen, dann ist das Ihr Problem.
      Wir passt denn der Spitzenwert von 14,8 Grad zu den T im Holozän? Überhaupt nicht! Sie merken gar nicht, welche Widersprüche die „offizielle“ Klimatheorie aufweist.
      Zur Schwab-Grafik: Offenbar haben Sie keine Ahnung. Die Grafik beruhte zwar ursprünglich auf einer Eisbohranalyse, wurde danach aber um andere Proxydaten erweitert. I.w. deckt sie sich mit anderen Darstellungen udn daten, z.B. nachzulesen auch im Blog von Rahmstorf, wo er die Schwab-Grafik zwar ablehnt, sie dann aber mit anderen Daten bestätigt. Noch klarer wird die Sache, wenn Sie die inzwischen über 1.200 Studien zur Mittelalterlichen Warmzeit betrachten, die eindeutig bestätigen, dass es damals so warm oder wärmer war als heute (und dass der Hockeystick Gaga-Wissenschaft war).
      Vergleichen Sie auch Mal die Daten verschiedener Wetterstationen (in Städten und im freien Gelände) und Sie werden merken, welche Unterschiede es da gibt und dass ein Teil der Erwärmung dem Städt. Wärmeinseleffekt geschuldet ist. Dann schauen Sie sich die Auswahl der Messdaten an, die Umstellung der Messtechnik usw. usw. – vielleicht erschüttert das Ihr Gottvertrauen in die „offiziellen“ Daten und die Modelle.
      Und selbst wenn Ihre CO2-Theorie stimmen sollte, wäre die Energiewende eine falsche Antwort auf das Problem. Das ist die entscheidende Frage!

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