Bundestagswahlen 2017: Wen wählen?

Hanns Graaf

Manche Linke folgen bei Wahlen dem Motto „Wahlen ändern nichts, ansonsten wären sie ja verboten“. Das stimmt natürlich insofern, als alle aktuell zur Wahl stehenden größeren Parteien gar nicht die Absicht haben, das kapitalistische System in Frage zu stellen. Selbst dann, wenn sie – wie die Linkspartei – den Kapitalismus manchmal in Sonntagsreden überwinden wollen. Selbst wenn sie diesen sogar offen ablehnen – wie die kandidierenden kleineren linken Organisationen DKP, MLPD oder die „Partei für soziale Gleichheit“ (PSG) – verfügen sie weder über die soziale Kraft noch über ein Konzept, um das zu bewerkstelligen. Insofern ändern Wahlen an der Gesellschaft „insgesamt“ tatsächlich nichts. „Bundestagswahlen 2017: Wen wählen?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXII: Was ist eine bürgerliche Arbeiterpartei?

Das Wesen einer Partei erkennt man an verschiedenen Merkmalen: am Programm, an der politischen Praxis, an der Tradition, am Führungspersonal, am inneren Regime und an der sozialen Lage der Mitglieder- und Wählerschaft. Allen bürgerlichen Parteien ist gemeinsam, dass sie die kapitalistische Produktionsweise, v.a. das Privateigentum an den Produktionsmitteln und den bürgerlichen Staat, verteidigen. Damit handeln sie, trotz der Unterschiede in vielen Fragen, alle grundsätzlich im Interesse der Klasse der Bourgeoisie. „ABC des Marxismus XXII: Was ist eine bürgerliche Arbeiterpartei?“ weiterlesen

Die Kuschel-Kämpfer: Zum Kandidaten-Duell zwischen Merkel und Schulz

Paul Pfund

Das groß angekündigte „Duell“ zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz enttäuschte auf ganzer Linie – zumindest Jene, die (leichtfertig) angenommen hatten, es ginge da hoch her und brächte einige Erleuchtung ob etwaiger grundlegender Unterschiede zwischen Union und SPD. „Die Kuschel-Kämpfer: Zum Kandidaten-Duell zwischen Merkel und Schulz“ weiterlesen

ABC des Marxismus XXI: Was bedeutet „Permanente Revolution“?

Die Frage, was das Wesen der Revolution des Proletariats zum Sturz der kapitalistischen Ordnung ist, hat MarxistInnen schon immer beschäftigt. Marx und Engels haben keine Theorie der proletarischen Revolution ausgearbeitet, jedoch haben sie durchaus wesentliche Eckpunkte einer solchen formuliert. Insbesondere haben sie die Erfahrungen der Revolutionen von 1848/49 und der Pariser Kommune von 1871 verarbeitet. „ABC des Marxismus XXI: Was bedeutet „Permanente Revolution“?“ weiterlesen

ABC des Marxismus XX: Was ist die anti-imperialistische Einheitsfront?

Unter „Einheitsfront“ verstehen MarxistInnen das auf ein konkretes Ziel bezogene gemeinsame Handeln von linken und Arbeiterorganisationen, bei dem die Freiheit von Propaganda und Kritik gegeben sein muss. „ABC des Marxismus XX: Was ist die anti-imperialistische Einheitsfront?“ weiterlesen

Staatskapitalismus statt Sozialismus (Teil 2 von 2)

Ein Beitrag zur Konzeption einer nachkapitalistischen Wirtschaft

Hanns Graaf

Der Staat als Eigentümer

Beim Staatseigentum das Eigentumsrecht nicht von Einzelpersonen wahrgenommen, sondern von einer Gruppe, der Bürokratie. Doch auch im modernen „Privat“-Kapitalismus befinden sich die großen Kapitale meist nicht in individueller Hand, sondern sind „Gruppeneigentum“ in Gestalt der Anteilseigner einer AG oder GmbH. Freilich sind die einzelnen Unternehmensanteile bzw. Aktien letztlich häufig privates Eigentum einer konkreten Person. Oft gibt es auch Formen „verschränkten“ Gruppeneigentums, z.B. wenn Fonds Aktienpakete halten. Der moderne Finanzmarkt zeigt geradezu einen Trend dazu, dass die einzelnen Eigentumsrechte oft nur schwer zu identifizieren sind. „Staatskapitalismus statt Sozialismus (Teil 2 von 2)“ weiterlesen

Fundstück XXI

Der Sowjetkommunismus hat ganze Arbeit geleistet, um die Ideen von Marx zu entstellen und zu korrumpieren. Leider ist es ihm auch gelungen, den Westen davon zu überzeugen, dass der »sowjetische Marxismus« die wahre Interpretation von Marx sei. Darum ist es schwer, von diesem entstellten Bild freizukommen.

Erich Fromm: Humanismus als reale Utopie

Frühsport

Hanns Graaf

Noch kann ich üben, kann Hampelmann machen.
Kann noch auf Händen und kopfüber gehn.
Noch kann ich schamlose Tränen mir lachen.
Kann meine Kreise noch ungestört drehn.

Kann mich noch spreizen, muss mich nicht zieren.
Kann Unerhörtes noch singen. Kann lalln.
Kann auf dem Teppich das Stürzen probieren
Ungestraft aus meiner Rolle noch falln.

Muss mich noch nicht in den Gleichschritt einfügen.
Mir ist egal jede Zeremonie.
Noch muss ich uns keine Siege herlügen.
Noch steh ichs durch und geh nicht in die Knie.

Noch muss ich nicht meine Blöße bedecken.
Noch bin ich selten von Ängsten schweißnass.
Klein sind die Beulen, noch gut zu verstecken.
Noch zeig ich Farbe und werde nicht blass.

Noch hat mir niemand das Rückgrat gebrochen.
Noch wird die Luft und die Lust mir nicht knapp.
Noch geh ich aufrecht und komm nicht gekrochen.
Will mich noch wehren und mache nicht schlapp.

1988

Stunde der Alarmisten

Hanns Graaf

Den Namen Döschner kennen ältere Ossis noch. Matthias Döschner spielte bei Dynamo Dresden ganz passabel Fußball und wurde dreimal DDR-Meister. Nun geistert ein Jürgen Döschner durch die Medien. Der liefert allerdings nichts Meisterliches ab, obwohl auch er auf grünem Gebiet rasend tätig ist. Unser Herr Döschner arbeitet in der ARD als „Energieexperte“. Als solcher plädiert er v.a. für den Umstieg auf „grüne“ Energien, auch wenn diese der Umwelt durchaus nicht so grün sind, wie immer behauptet. „Stunde der Alarmisten“ weiterlesen