Vom Brownout zum Blackout?

Paul Pfundt

Aufruhrgebiet hat wiederholt auf die Gefahr des Blackouts der Stromversorgung hingewiesen. Mehr noch: wir haben gezeigt, dass die Energiewende (EW) mit der massenhaften Implantierung der „Erneuerbaren Energien“ (EE) zu solchen Situationen führen kann und muss. Im Unterschied zum Gros des „grünen“ Milieus, der Großmedien und der etablierten Parteien leugnen wir nicht die Blackout-Gefahr.

Unter Blackout versteht man den Zusammenbruch des Stromsystems oder größer Teile davon für längere Zeit, also für Stunden, Tage oder sogar Wochen. Ein solcher Blackout würde das soziale Leben und die Wirtschaft weitgehend lahmlegen, riesige Schäden und Kosten verursachen – und Tote fordern. Das ist ein Unterschied zum Brownout, bei dem es „nur“ zu kurzzeitigen Netz-Ausfällen oder Spannungsschwankungen kommt, die eher ärgerlich, aber nicht bedrohlich sind. Dazu zählen auch Maßnahmen des Netzmanagements wie kurzfristige Stromabschaltungen, um einen Netzkollaps zu verhindern. In vielen Ländern der Welt gehören solche Maßnahmen zum Alltag, selbst in einigen hochentwickelten Ländern.

Bisher, d.h. bis zum Beginn der EW, war Deutschland das Land mit der höchsten Versorgungssicherheit mit Elektroenergie und der höchsten Energieeffizienz weltweit – Tatsachen, die im Zuge der Klimadebatte völlig unter den Tisch fallen. Verschiedene Beschlüsse der Bundesregierung in den letzten Jahren zur „Gefahrenabwehr“ und zum „Risikomanagement“ zeigen, dass sie durchaus mit einem Blackout rechnet, ja dass es demnächst dazu kommen wird – nicht nur kann. Politik und Medien sorgen allerdings mit der Weiterführung der EW und der EW-Propaganda nicht nur dafür, dass dieses Horrorszenario tatsächlich eintreten wird, sie tun auch alles, um die wahren Ursachen zu verschleiern und leugnen die Gefahr. Realistische Darstellungen in den Großmedien sind die Ausnahme. Damit betrügen und schädigen sie die Bevölkerung. Dass die Verantwortlichen über die Gefahr genau Bescheid wissen, kann man hier nachlesen.

Da das Energiesystem heute nur noch unter dem Aspekt der CO2-Emissionen betrachtet wird und in Politik und Medien fast nur noch fachfremde Ideologen das Wort führen und die Politik bestimmen, geraten die naturwissenschaftlichen und technischen Aspekte oft aus dem Blick. Das ist absurd genug, da das Stromsystem naturwissenschaftlichen und technischen Gesetzen unterliegt und insofern Energie-Fachleute die Energiepolitik bestimmen müssten und nicht Soziologen, Juristen, Journalisten usw. – die typischen Berufe in Politik- und Medien.

Schon die Begrifflichkeit und die Slogans der EW-Befürworter verraten die verbreitete wissenschaftlich-technische Unbedarftheit. Da ist von „Erneuerbarer Energie“ die Rede, vom „Stromsee“, von der „Verstopfung der Leitungen“ – alles kompletter Unfug, der nur davon zeugt, dass man keine Ahnung davon hat, wie ein Stromsystem funktioniert, von Physik ganz zu schweigen. Genauso ein Unsinn ist die Behauptung „Irgendwo weht immer Wind und scheint die Sonne“. Ein Blick auf die Wetterkarte (Größe von Hoch-und Tiefdruckgebieten) und umso mehr ein Blick in die seit über 100 Jahren erfassten Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen, dass die Befürworter von Wind- und Sonnenenergie entweder dumm sind oder bewusst lügen. Auch ein Hauptslogan der EW – „Sonne und Wind schicken keine Rechnung“ – ist kompletter Blödsinn. Naturressourcen – ob Wind, Sonne, Eisenerz, Erdöl oder Äpfel – schicken alle keine Rechnung, d.h. repräsentieren keinen Tauschwert. Diesen bzw. einen Preis erhalten sie erst durch das Hinzutreten von menschlicher Arbeit. Leute, die das nicht verstehen, sollte man noch nicht einmal mit alten Fahrrädern handeln lassen, geschweige denn, dass man ihnen die Wirtschaft und die Energieversorgung überlässt. Das auch viele Linke solchen Unsinn nachplappern, zeigt nur, wie degeneriert diese Szene ist.

Die Ursachen von Blackouts

Es gibt verschiedene Ursachen für Black- oder Brownouts. Naturereignisse, z.B. Stürme oder Schneemassen, können zu Leitungsunterbrechungen führen oder/und zum Ausfall von Stromerzeugern. Das Stromsystem in Deutschland und Europa ist so ausgelegt, dass in aller Regel solche Störfälle schnell behoben und begrenzt werden können. Jedoch funktioniert das nicht mehr, wenn die EW, d.h. das Ersetzen „traditioneller“ Erzeuger durch EE, weiter voran getrieben wird. Schon heute hat Deutschland Glück, dass die Nachbarländer fast alle den deutschen Weg der EW nicht mitgehen und als zuverlässige Versorger die deutschen „Strom-Purzelbäume“ ausgleichen können. V.a. französischer Atomstrom spielt hier eine Rolle.

Zu den beherrschbaren Problemen hat die EW nun ein weit größeres und tendenziell kaum beherrschbares hinzugefügt: mit den EE, die inzwischen fast 50% des deutschen Stroms erzeugen, sind im Unterschied zu früher immer mehr Stromerzeuger am Netz, die von den Launen der Natur abhängen – und Sonne und Wind fallen oft ganz oder teilweise aus. Der Unterschied zwischen der Nennleistung (auch installierte Leistung genannt) von Wind- und Solaranlagen ist enorm: 100% Leistung bei optimalen Bedingungen stehen nur 15-20% reale Einspeisung gegenüber. Die Leistung von Windrädern ist exponentiell, d.h. bei ½ Windaufkommen (Stärke 1,5-2) sinkt sie auf nur ein Achtel (!) der Nennleistung. Daher können schon geringe Schwankungen erhebliche Auswirkungen haben. Das Hauptproblem bleibt aber die „Dunkelflaute“, d.h. wenn Sonne und Wind komplett oder weitgehend ausfallen. Das ist nicht selten der Fall, v.a. bei Inversionswetterlagen (Abschwächung der Luftzirkulation), v.a. im Frühjahr und Herbst, wenn der Himmel bewölkt ist und kein Wind weht. Inversionslagen können bis zu 10 Tage dauern. Der Ausfall der EE-Erzeuger ist logischerweise umso dramatischer, je mehr davon vorhanden sind. Auch der Ausbau der EE-Anlagen bietet keinen Ausweg, da bei Windstille 30.000 Anlagen genauso still stehen wie 300.

Es gibt drei Möglichkeiten der Netzstabilisierung: 1. das Netzmanagement (Re-Dispatching). Seit Beginn der EW ist die Zahl solcher Eingriffe zur Netzstabilisierung enorm gestiegen. Gab es 2010 nur 300, waren es 2012 schon 1.000, 2015 bereits 15.811 und 2017 schließlich 20.438! Wir kommen dem Blackout also immer näher. Re-Dispatching hat allerdings nur einen engen Spielraum und setzt entweder 2. Stromimport voraus oder 3. jederzeit zur Verfügung stehende – also von natürlichen Schwankungen unabhängige – Erzeuger: traditionelle Kraftwerke. Doch auch der Stromimport ist stark begrenzt, weil der deutsche Verbrauch viel zu hoch ist, als dass er von unseren Nachbarn mit übernommen werden könnte. Die Backup-Kraftwerke sind jetzt noch vorhanden, sollen aber ersetzt werden (AKW bis 2022, Kohlekraftwerke bis 2035). Selbst wenn sie weiter betriebsbereit blieben, würden sie auf „Sparflamme“ laufen müssen, was technisch ineffizient, umweltschädlich (nicht-optimale Betriebstemperatur) und defizitär wäre.

Die Speicherfrage

Der einzige Ausweg aus dem Dilemma wäre der Aufbau von Speicherkapazitäten. Technisch ist das an sich kein Problem, es gibt diverse Möglichkeiten dafür. Doch praktisch scheitert die Speicherlösung an zwei Hürden: 1. gibt es derzeit nicht einmal einen Bruchteil des benötigten Speichervolumens, 2. würde der Bau, der selbst bei größten Anstrengungen Jahrzehnte dauern würde, unbezahlbar sein. Experten schätzen die Kosten dafür auf 500 Milliarden bis 2 Billionen Euro. Bei den Kosten muss auch bedacht werden, dass die Laufzeit von Solar- und Windanlagen kaum 20 Jahre beträgt, d.h. jede Generation muss aufs Neue die Baukosten von bisher ca. 500 Milliarden Euro neu schultern. Noch weit teurer und in der Laufzeit tw. noch stärker begrenzt (Batteriespeicher) sind Speichertechnologien. Man braucht kein Mathematikstudium, um zu begreifen, dass selbst eine Gesellschaft wie das reiche Deutschland sich das nicht leisten kann – und umso weniger arme Länder!

Die seit Jahrzehnten versprochenen Langzeitstromspeicher gibt es nicht, auch wegen der großen Wirkungsgradverluste, also aus technisch-ökonomischen Gründen. Die in den Medien tw. groß als wahre Wunder dargestellten „Riesenspeicher“ können allenfalls für wenige Minuten den Ausfall eines Kraftwerkes ausgleichen. Das einzig Grandiose an diesen Speichern sind die Kosten und die Profite der Hersteller.

Vollends chaotisch würde es aber, wenn die „Dekarbonisierung“ und der Atomausstieg komplett umgesetzt und auch der Verkehr (E-Autos) und das Heizen auf Strom umgestellt wären. Allein dadurch würde sich der Strombedarf gegenüber heute mehr als verdoppeln!

Beispiele

Bisher ist es noch zu keinem Blackout gekommen und es gelang, Netzprobleme zu meistern. Doch der immer weiter wachsende Anteil der EE und die Abschaltung der meisten AKW und von Kohlekraftwerken (z.B. Hamburg Moorburg) als zuverlässigen Erzeugern erhöht das Blackout-Risiko permanent. In den letzten Jahren gab es wiederholt Situationen, wo wir knapp an einem Fiasko vorbei geschrammt sind. Hier eine kleine Auswahl:

  • Im Januar 2017 fehlten in Frankreich und in Süddeutschland Erzeugerkapazitäten, weil mehrere Kraftwerksblöcke nicht zur Verfügung standen und die Windräder kaum Strom erzeugten. Es musste auf Kraftwerke in NRW zurückgegriffen werden.
  • Probleme gab es auch am 6., 12. und 25. Juni 2019 aufgrund wechselhafter Wetterlagen mit Windverhältnissen, die kaum vorhersagbar waren. Es stand weniger Erzeugungskapazität zur Verfügung, als gebraucht wurde.
  • Am 9.8.19 gab es in Teilen Großbritanniens einen Stromausfall. Ursache war der Ausfall einer (!) Gasturbine und gleichzeitig eines (!) großen Offshore-Windparks.
  • Im Winter 2011/12 gab es eine erhebliche Netzstörung, als es durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu einem Gasmangel in Süddeutschland kam.
  • Allein 2018 wurden Teile der deutschen Aluminiumindustrie 78 Mal (!) abgeschaltet, um einen Netzkollaps zu verhindern.
  • Am 10. Januar 2019 sank die Frequenz (normal: 50 Hertz) kurzzeitig bis auf 49,8 Hertz ab. Zwei Wochen später passierte dasselbe in die andere Richtung. Die Ursachen sind bis heute unklar.

Aufgrund der europäischen Strom-Vernetzung besteht die permanente Gefahr, dass ein regionales Problem sich sofort internationalisiert. Aktuell ist das Problem noch relativ gering, weil nur wenige Länder in bedeutendem Umfang EE einsetzen, mit deren Zunahme wäre ein europaweiter Stromkollaps vorprogrammiert. Wie verschiedene Fälle zeigen, kann es u.U. Tage dauern, bis die volle Funktion des Stromnetzes wieder hergestellt ist.

Alle Fachgremien wissen das, v.a. aber in Deutschland stecken Politik und Medien den Kopf in den Sand und beschwören weiter den EW-Irrglauben. So fordert z.B. der österreichische Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG) mehr Flexibilitätsoptionen sowie zusätzliche Netz- und Speicherpotentiale, um die Volatilität (Schwankung) der EE auszugleichen. Der österreichische Krisenexperte Herbert Saurugg rechnet mit einem Blackout innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Gefahr im Verzug

Was ein Stromausfall bedeutet, ist den meisten Menschen unklar – zum Glück, weil dieses Problem in den letzten Jahrzehnten nicht auftrat. Im Unterschied dazu wissen die Verantwortlichen durchaus um die Gefahr, wie Gesetze und Verordnungen für diesen Fall zeigen. Gleichwohl fahren sie weiter in die Sackgasse und leugnen die Gefahr.

Ein Stromausfall bedeutet: Fahrstühle, Bahnen, Ampeln und Signale, Heizungen, Kühlanlagen, Feuermelder, Tankstellen, Telefone usw. usw. funktionieren nicht. Produktion und Infrastruktur stehen still. Auch die Ausstattung mit Notstromaggregaten ist nicht für längere Stromausfälle ausgelegt – meist fehlen sie ohnehin. Es dürfte klar sein, dass an einem Standort ohne zuverlässige und preiswerte Stromversorgung Industrieproduktion und Investitionen kaum mehr möglich sind. Während man keinen Aufwand scheut, dafür zu sorgen, dass es (angeblich) in 100 Jahren wenige Zehntel Grad kühler wird, nimmt man die drohende Katastrophe vor der Haustür nicht zur Kenntnis. Wie sagte einst Brecht: Wer die Wahrheit kennt und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.

Das Stromsystem

Das von Politik und Medien vermittelte Bild des Stromsystems ignoriert deren technische Funktionsweise und blendet physikalische Fakten aus. So suggeriert etwa der Begriff des „Stromsees“, dass es einen Vorrat an Strom gebe, aus dem man sich bedienen könne. Tatsächlich müssen aber Stromproduktion und -verbrauch sekundengenau übereinstimmen, ansonsten kollabiert das Netz oder die Endgeräte gehen kaputt. Noch dümmer äußerte sich die Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die meinte, dass das Netz auch Strom speichern könne.

Eine gängige Vorstellung, v.a. der ProtagonistInnen der Grünen, besteht darin, Erzeugerkapazitäten einfach zu addieren. Wenn wir also 10 Gigawatt Kohlestrom abschalten, würde die Installation von 10 Gigawatt Windstrom als Ausgleich genügen. Dieses „mechanistische“ Denken (im Gegensatz zum materialistischen und dialektischen) ignoriert u.a. den Umstand, dass die technische Charakteristik der Erzeuger sehr verschieden ist, v.a. hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Produktion. Das Einfügen der EE verändert die Qualität des Stromsystems und darf nicht nur quantitativ gesehen werden. Deutschland braucht über 80 Gigawatt zuverlässige Stromerzeugungskapazitäten. Demgegenüber liefern Wind und Sonne aber häufig nur 10 Gigawatt oder noch weniger. Der Minusrekord lag bisher bei nur einem (!) Gigawatt. Lt. Deutscher Energie-Agentur brauchte man bei einem Atom- und Kohleausstieg bis 2030 etwa 75 Gigawatt Gaskraftwerkskapazität, was mehr als 100 Gaskraftwerksblöcken entspricht. Pikant dabei: die Grünen wenden sich trotzdem gegen den Bau von Nordstream 2, was bedeutet, dass nach dem Kohleausstieg das Gas fehlt – oder als Fracking-Gas aus den USA kommt, was man auch nicht will.

Sogar der Bundesverband der Solarwirtschaft verbreitete kürzlich, dass schon in den kommenden zwei Jahren eine Stromlücke von bis zu 30 Gigawatt drohe – was der Leistung von 20 AKW oder 40 Kohlekraftwerken entspricht. Bereits 2023 könne der europäische Stromverbund die Stromlücke nicht mehr schließen.

Neben vielen anderen Fachleuten bemerkte dazu Prof. Schwarz, Lehrstuhlinhaber Energieverteilung und Hochspannungstechnik an der BTU Cottbus-Senftenberg: Wir haben „um die 120 Gigawatt PV- und Windstrom aufgebaut. Die gesicherte Leistung von PV ist aber 0%, bei Wind onshore ist es 1%, bei Wind offshore 2%. Im Klartext liefern die 120 GW, die wir in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben, nahezu null Beitrag zur gesicherten Leistung. Wir werden ausschließlich mit Wind und PV nie eine gesicherte Stromversorgung aufbauen.“ Und weiter: „Vor zehn Jahren standen uns deshalb rund 100 GW Kraftwerksleistung aus sicheren Energieträgern zur Verfügung, das sind Kohle, Gas, Atom, Biomasse und Laufwasser. (…) Inzwischen ist die gesicherte Leistung auf knapp 90 GW abgeschmolzen – und der Kohlekommissionsbericht sieht vor, dass wir davon bereits in drei Jahren weitere 20 GW gesicherte Leistung abschalten. (…) Wir geben in drei Jahren also unsere sichere Stromversorgung (…) auf und haben dann nur noch 80% der notwendigen gesicherten Kraftwerkleistung (…), um uns verlässlich zu versorgen. 2030 sinkt das weiter auf 60%.“

Die vorhandenen Stromspeicher, v.a. Pumpspeicherkraftwerke, können die größer werdende Lücke an „sicherem Strom“ nicht annähernd überbrücken. Batteriespeicher sind kaum vorhanden. Auch das hochgelobte Power to gas-Verfahren (PtG) – die Umwandlung von „Überschussstrom“ in Gas und zurück in Strom – ist enorm teuer und hat einen sehr schlechten Wirkungsgrad, d.h. es geht dabei viel Energie „verloren“. Dasselbe gilt für die Wasserstoffnutzung. „Wir wissen schon lange“, konstatiert Prof. Schwarz, „dass überschüssige regenerative Energien gespeichert werden müssen. Das hat in den letzten 15 Jahren aber niemanden interessiert. Es gab bereits 2008 und 2010 Konzepte, die vor der kommenden Phase einer massiven Unterdeckung mit gesicherter Leistung warnten. Die Energiewende wurde trotzdem blind vorangetrieben.“

Vergessen wird (und unklar ist den meisten Menschen auch), dass die Großkraftwerke mit ihren riesigen Turbinen auch die äußerst wichtige Aufgabe erfüllen, die gleichbleibende Netzspannung von 50 Hz zu sichern.

Krisenmanagement

Das Dilemma der aktuellen Energiepolitik besteht darin, dass man – d.h. die Fachgremien und auch die Wirtschaft, nicht aber die Grünen – genau wissen, dass die EW so nicht weiter geführt werden kann, ohne dass die Stromversorgung unterminiert wird – mit allen wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Daher hat die Bundesregierung auch schon einige Maßnahmen ergriffen, um das Ausbautempo der EE zu drosseln, so etwa durch die Senkung der Einspeisevergütung und kompliziertere Genehmigungsverfahren. Trotzdem bleibt man der Grundstrategie – dem Kohle- und Atomausstieg und der Dekarbonisierung treu. Warum? Erstens, weil man weiter dem Alarmismus der Klimakatastrophe anhängt. 2. will man nicht zugeben, dass man sich geirrt hat, was nicht nur für die Grünen, sondern für alle Parteien (außer der AfD) eine Katastrophe wäre. 3. gibt es viele Teile des Kapitals, die derzeit wunderbare Geschäfte mit der EW machen.

Im Grunde folgt die Politik dem Motto „Augen zu und durch“. Ein gedrosseltes Tempo beim Ausbau der EE wird kombiniert mit einer gewissen Steigerung des Bemühens, Netze und Speicher auszubauen (was ohne EW gar nicht nötig wäre). Zugleich wird mit der Wasserstofftechnologie eine neue Sau durchs Dorf getrieben, um „grüne“ Hoffnungen zu wecken, nachdem der E-Auto-Hype trotz immer höherer Fördermittel nicht eingetreten ist (Ausnahme: Hybrid-Autos als Firmenwagen).

Die neuesten Beschlüsse – wir berichteten – laufen darauf hinaus, die Stromzuteilung bzw. den Verbrauch zu regulieren. D.h. man kalkuliert schon ganz offen ein, dass es partielle Stromausfälle (Brownouts) geben wird. Diese sollen aber möglichst nicht die Wirtschaft treffen, sondern „nur“ Privathaushalte. Durch besondere Stromtarife und Versorgungsverträge soll dann z.B. in verbrauchsschwachen Zeiten (nachts) die Wäsche gewaschen werden. Oder nur Reiche können sich Strom rund um die Uhr leisten. Oder es wird einfach der Strom abgeschaltet – das ist durch die EW ohnehin für hunderttausende Haushalte inzwischen schon bittere Realität.

Der Riesenfortschritt der Menschheit, immer unabhängiger von den Launen der Natur Energie nutzen zu können, wird Dank der grünen Obskuranten und ihrer ideologischen Lemminge bis in die radikale Linke hinein zurückgedreht – wahrlich ein Salto mortale! Obwohl es derzeit nicht danach aussehen mag, wird dieser reaktionäre Unsinn nicht ewig weitergehen. Wir sagen hier einmal kühn voraus, dass letztlich die Wirtschaft, die Bourgeoisie, ihr Veto einlegen wird. Von der Linken ist das kaum zu erwarten, sie verharrt im Dunkeln.

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