Die „Wissenschaft“ des Professors Rahmstorf

Hanns Graaf

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karsten Hilse verfasste ein Flugblatt, das auf den Friday for Future-Demos verteilt wurde. Darin werden Fragen und Antworten zum Klima und zur Energiewende (EW) aufgeführt, die nahelegen, dass die Angst vor einer Klimakatastrophe unbegründet und die EW daher unnötig sei. Wie wollen hier jedoch nicht auf den Inhalt dieses Flyers eingehen, sondern auf die Internet-Debatte zwischen Hilse und Rahmstorf, seines Zeichens Professor am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Hochburg des Klimaalarmismus in Deutschland (https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/herr-hilse-von-der-afd-beantwortet-die-fragen-der-klimalounge/). Wir greifen hier beispielhaft nur einen Aspekt heraus, um zu zeigen, welche Art „Wissenschaft“ Prof. Rahmstorf vertritt.

Es geht um die Frage der CO2-Emissionen Deutschlands. Dazu führt Rahmstorf aus: „Die Frage ist doch: wie viel Erwärmung würden wir verursachen, wenn wir so weiter machen und jedes Jahr wieder 0,8 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen? Das CO2 sammelt sich dort an wie Wasser in einer Badewanne. Wenn wir also zehn Jahre weiter dieselbe Menge emittieren, dann verursachen wir auch das Zehnfache an Erwärmung, und wenn wir das bis 2100 tun, verursachen wir das 80-fache Ihrer Zahl. Also 0,05 °C Erwärmung.“

Rahmstorfs These ist also, dass immer mehr CO2 zu immer mehr Erwärmung führen würde. Was ist daran falsch?

Bleiben wir dazu in Rahmstorfs Bild der Badewanne. Wir alle wissen, dass eine Badewanne nicht voller als randvoll werden kann, egal aus wie vielen Wasserhähnen Wasser in die Wanne fließt. Da mag das ganze Haus absaufen, an der Situation der vollen Wanne ändert das nichts. Natürlich führt die Verbrennung fossiler Stoffe durch den Menschen dazu, dass mehr CO2 erzeugt wird, welches sich (auch) in der Atmosphäre anreichert. Ich kenne niemand, der das anzweifelt. Doch wie bei der Badewanne ist auch bei der Atmosphäre irgendwann der Sättigungsgrad erreicht.

Die (angenommene) Erwärmungswirkung von CO2 folgt nicht aus dem CO2 selbst, sondern aus einem Wirkungszusammenhang von CO2 als dem einen und der langwelligen Strahlung, die von der Erde Richtung Weltraum abgestrahlt und vom CO2 absorbiert wird, als dem anderen Faktor. Die veränderliche Variable dabei ist das CO2, nicht die solare Strahlung. Letztere ist ziemlich konstant mit Schwankungen der Strahlungsleistung unter 1%. Auch der IPCC und das PIK gehen davon aus (wenn auch zu Unrecht, was hier aber nicht Thema ist), dass die Schwankung der Sonnenaktivität für die gegenwärtige, seit 150 Jahren sich vollziehende Erwärmung keine Rolle spielt.

Könnte mehr CO2 bei gleicher (Ab)strahlung mehr Erwärmung generieren (immer vorausgesetzt, die CO2-These stimmt)? Ja, natürlich. Doch mit der Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre wird zugleich (um im Bild zu bleiben) die Wanne immer voller. D.h. die Möglichkeit, mehr Erwärmung zu erzeugen, nimmt mit dem Sättigungsgrad immer weiter ab. Dasselbe spielt sich etwa bei der Hausdämmung ab: immer mehr Dämmung führt zu relativ immer weniger Dämmeffekt und strebt gegen Null.

Daraus folgen logisch zwei Fragen: 1. Wie hoch ist heute der Sättigungsgrad der Atmosphäre für CO2? und 2. Wie steht es um die Verweilzeit des CO2 in der Atmosphäre? Es liegt auf der Hand, dass die Beantwortung dieser beiden Fragen wesentlich für die Einschätzung ist, wie hoch die Wärme-Wirkung von CO2 sein kann.

Dass Rahmstorf beide Fragen überhaupt nicht stellt, sagt eigentlich schon genug über seine „Wissenschaftlichkeit“ aus. Wer nach Antworten auf diese Fragen sucht, der kommt aber auch zu einer anderen Erkenntnis. Auf beide Fragen hat die Klimawissenschaft nämlich keine klare und einheitliche Antwort – weder insgesamt noch innerhalb der zwei Lager der Klimawissenschaft. Von dem so oft bemühten „Konsens“ in der Klimawissenschaft kann (auch hier) nicht die Rede sein.

Viele Wissenschaftler, allerdings v.a. „Klimakritiker“, meinen, dass der Sättigungsgrad schon bei ca. 90% liege. D.h., dass die langwellige Strahlung auf ihrem Weg Richtung Weltall mit 90%iger Wahrscheinlichkeit auf ein CO2-Molekül trifft. Dazu kommt, dass sich die Strahlungsbanden von CO2 und Wolken (Wasserdampf) überlappen. Der Spielraum für weitere CO2-getriebene Erwärmung ist also sehr gering. Doch selbst wenn dieser viel größer wäre – mit jeder Erhöhung des ppm-Wertes schmilzt er weiter und strebt gegen Null.

Bezüglich der Verweilzeit von CO2 zeigt sich dasselbe Bild. Kein Konsens und eine beinahe abenteuerliche Spreizung von Positionen zur Verweilzeit in der Wissenschaft – von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahrhunderten.

Doch das alles ficht unseren Professor nicht an: „Wenn wir also zehn Jahre weiter dieselbe Menge emittieren, dann verursachen wir auch das Zehnfache an Erwärmung“. Lt. Rahmstorf bestünde also ein linearer Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Erwärmungswirkung. Leider gibt es auch dazu keinen Konsens in der Wissenschaft. Selbst Rahmstorfs alarmistisch eingestellte Kollegen verstehen, dass das Wirkungsverhältnis zwischen CO2 und Erwärmungsrate eben kein lineares ist (she. Grafik unten). Selbst der IPCC beschreibt ja die „Klimasensitivität“ von CO2 so, dass sich eine bestimmte Erwärmung bei einer Verdoppelung des ppm-Wertes ergibt. Rahmstorf folgert nun aus seiner Linearität: „und wenn wir das bis 2100 tun, verursachen wir das 80-fache Ihrer Zahl. Also 0,05 °C Erwärmung.“.

Nehmen wir an, wir würden bis 2100 den CO2-Gehalt von heute 400 auf 800 ppm erhöhen. Dann hätten wir bei dieser Verdoppelung der Rate eine bestimmte Erwärmung. Die Höhe des Betrags der „Klimasensitivität“ ist ebenfalls umstritten – in der Klimawissenschaft insgesamt wie auch in beiden Lagern. Das IPPC hat diese Rate seinen Berichten wiederholt korrigiert und nennt aktuell den Wert von 3 Grad. Ein Blick in die neuere Fachliteratur zeigt, dass die Werte für die „Klimasensitivität“ meist deutlich niedriger angegeben werden als beim IPCC. Einige Beispiele:

  • Das internationale Modtran-Programm der Atmosphärenphysik zeigt zwischen 400 und 800 ppm einen Temperaturanstieg von nur 1,7°C mit Berücksichtigung der Sättigung. Das ergibt in 100 Jahren einen Anstieg um ca. 0,85°C. Die folgende Grafik zeigt sehr gut, dass es ein lineare Beziehung CO2-Erwärmung, wie Rahmstorf behauptet, nicht gibt.
  • 2013 erschien ein Papier von Otto et al., das 2,0°C angab.
  • 2015 verwies Feldhaus darauf, dass die aktuellen Messungen des Strahlungsantriebs bzw. der Strahlungsflüsse von Satelliten (ERBE 1985 und 1999) und CERES (2000-15) und  der Bodentemperatur einen Rückkopplungsparameter von 6 W/Quadratmeter zeigen. Daraus ergibt sich bei einer CO2-Verdopplung ein Temperaturanstieg von nur 0,7°C.
  • 2017 räumten Millar et al. ein, dass die IPCC-Klimamodelle zu viel Erwärmung angeben, und das 1,5-Grad-Ziel auch mit den dreifachen CO2-Emissionen erreichbar sei.

Diese Liste ließe sich fortführen.

Die von Rahmstorf behauptete Erwärmung ist also ein reines Phantasie-Produkt, das nicht nur einer falschen Methode – der Linearität – folgt, sondern auch den Stand der Wissenschaft mindestens z.T. ignoriert.

Selbst bei einem ungebrochenen Trend der Erhöhung des CO2-Anteils in der Atmosphäre ist also eine bedrohliche Erwärmung nicht möglich oder zumindest sehr unwahrscheinlich. Gravierende Maßnahmen zur wären also überflüssig – nicht zuletzt im Hinblick auf andere, wirklich dramatische Probleme, etwa dass über 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Sollten die Milliarden nicht eher dafür ausgegeben werden?!

Lt. IPCC gebe es eine positive Wolkenrückkopplung zum CO2-Effekt, was diesen um das 3-4 fache verstärken würde. Nun ist dieser Effekt aber nicht nachgewiesen oder beobachtet und bleibt daher eine reine Behauptung. Zudem ändert auch dieser Effekt nichts an der nicht-linearen Wirkung von CO2.

Was ist das Fazit aus der Betrachtung der Argumentation von Rahmstorf? Er missachtet wesentliche Fragen, die für die (behauptete) Wirkung von CO2 von grundlegender Bedeutung sind. Dieses Vorgehen ist so unwissenschaftlich wie notwendig, um den Klimakatastrophismus zu stützen, ja überhaupt zu ermöglichen. Da wir nicht annehmen, dass es Rahmstorf an Wissen und geistigen Fähigkeiten mangelt, bleibt nur ein Schluss übrig: er ist ein Demagoge, der die Wissenschaft im Dienste von Ideologen und Klima-Abkassierern in ein Prokrustesbett zwängt.

14 Gedanken zu „Die „Wissenschaft“ des Professors Rahmstorf“

  1. Sie machen aus ein einem Realschulabschluß (Hilse) eine Dr. – was wollen Sie denn damit suggerieren? Einen Austausch auf Augenhöhe? Nicht nur das ist peinlich. Auch Ihre Faktenresistenz ist mega-peinlich. Rahmstorf schreibt, dass es bei 800ppm eine Erhöhung um 3°C gibt und es aber darüber hinaus keine „Erhitzungspirale“ gibt. Es ist also keineswegs linear. Das zeigt auch die Grafik.

    Es ist echt armselig, dass Sie mit Ihrem Blog am rechten Rand fischen, um Aufmerksamkeit für Linke Themen zu bekommen und sich dazu strategisch als Verleugner des menschengemachten Klimawandels positionieren. Es gibt wohl keine linken Themen mehr? Und haben Sie jetzt Jubelrufe und Zustimmung von Ihrer Zielgruppe bekommen? Eher nicht.

    1. Ja, Sie haben recht, Hilse hat keinen Doktortitel. Doch: Spielt das eine Rolle? Das von mir gebrachte Rahmstorf-Zitat ist ja wohl eindeutig. Ich weiß, dass Rahmstorf sonst nicht behauptet, dass es einen linearen Zusammenhang CO2-Erwärmung geben würde. Das Problem bei ihm ist aber, dass er mitunter für die Öffentlichkeit reinen Populismus betreibt und die Wissenschaft missachtet – so, wie es die Alarmisten ständig tun.

      Wenn Sie unsere Seite anschauen, dann merken Sie, dass wir uns auch anderen Themen widmen und dass Aufruhrgebiet kein spezieller Klima/Energieblog ist. Bei naturwissenschaftlichen und technischen Fragen gibt es kein „links“ und „rechts“. Da zählen nur Fakten und Beweise – und da sieht es für die Alarmisten nicht so gut aus. Selbst der IPCC nimmt in AR 5 bezüglich der Extremwetter-Tendenz und der Modelle eine ganz andere Position ein als die alarmistischen Medien. Deshalb wird der IPCC diesbezüglich auch nicht erwähnt. So viel zur Wahrheitsliebe der Alarmisten. Und wie es mit ihrer wissenschaftlichen Redlichkeit aussieht, konnte man jüngst bei der Anhörung im Bundestag erleben, als sich der PIK-“Experte“ Levermann bis auf die Knochen blamiert hat und v.a. durch seine Frechheit und Borniertheit gegenüber einem Fachkollegen auffiel.

  2. „Wenn es keine Linearität gibt, dann gibt es auch keine katastrophale Erwärmung“ – Falsch. Es kommt darauf an gegen welchen Endwert (Temperatur) die Kurve bei steigendem CO2-Gehalt läuft. Und ob es positive Rückkopplungen gibt.

    „vorausgesetzt, CO2 wärmt überhaupt, was ich zumindest so, wie es das IPCC behauptet, bezweifle“ – Das dürfen Sie gerne bezweifeln. Sie sollten dann aber ein anderes Erklärungsmodell liefern um die gegenwärtige Erwärmung zu erklären. Nur eine Meinung zu haben reicht in der Wissenschaft eben nicht aus.
    „Studien gibt es für alle Meinungen mehr als genug, das beweist gar nichts.“ – Wofür werden denn Studien gemacht? Um Meinungen durch Fakten zu ersetzen und die Wahrheit zu finden. Wenn Studien Sie nicht interessieren, warum zitieren Sie dann in Ihrem Text Studien die Ihre Meinung untermauern?
    „Und ein grundsätzliches CO2-Signal zeigt die Klimageschichte eben nicht. Selbst die letzten 150 Jahre zeigen keine gute Übereinstimmung von T und CO2.“ – Und wie nennen Sie diese Grafik -http://100923.gnrlite.com/Portals/183/Graph.jpg ?

    „Die Korrelationen T und Sonne sowie T und Meereströmungen sind weit besser.“ – Das bestreite ich. Dafür hätte ich gerne mal eine Quelle?
    „Wenn andere (natürliche) Faktoren angeblich keine Rolle spielen“ – Natürlich spielen natürliche Faktoren eine Rolle. Die sind in den Klimamodellen sogar berücksichtigt, z.B. die Wolkenbildung, Entwaldung, Wärmespeicherung im Ozean, CO2-Aufnahme im Ozeanetc. Alles natürliche Prozeße die mit Modellen abgebildet werden. Die Spannweite ist deshalb so groß, weil man eben nicht alle Prozeße gut kennt und nachbilden kann, da muss man auch mal mit Annahmen rechnen. Und die Spannweite vom IPCC ist auch ein Kompromiss vieler Studien und Beteiligter.
    „Warum folgt dann T nicht viel direkter dem CO2“ – Weil der Ozean einen starken Puffer darstellt.

    1. Angenommen, das CO2-Level erhöht sich von 400 auf 800 ppm (was innerhalb des 21. Jhs. praktisch unmöglich ist), selbst dann wären nur ca. 1,5 Grad Erwärmung möglich, was keine Katastrophe wäre. Ab 800 ppm gibt es dann fast Stillstand. Da seit ca. 2000 die Sonnenaktivität sehr niedrig ist, ist auch eher eine Abkühlung wahrscheinlich als eine weitere Erwärmung. Allerdings ist ja bekannt, das die solaren Zyklen etwas zeitverzögert wirken. Seit ca. 2001/02 hat die Erwärmung ja auch aufgehört (abgesehen vom El Nino-Effekt).

      Wie erklären sie sich denn die T-Schwankungen im Holozän mit einer Amplitude der T-Durchschnitte von ca. 2 Grad? Am CO2 lag es jedenfalls nicht. Selbst wenn das CO2 einen Effekt hätte, würden die (anderen) natürlichen Faktoren trotzdem wirken. Wenn der letzte IPCC-1,5-Grad-Bericht sagt, dass der Mensch zu 100% an der Erwärmung schuld ist, dann steht das 1. selbst im krassen Widerspruch zu allen früheren AR des IPCC und 2. können ja andere Faktoren nicht plötzlich verschwunden sein. In der 2. Hälfte des 20. Jhs., als die Erwärmung (1980/90er) am stärksten war, war auch die Sonnenaktivität extrem hoch (she. dazu z.B. die Arbeiten von Malberg).

      Zur meiner Aussage zu den Studien: es gibt für alle Meinungen Studien. Eine Studie ist nicht a priori richtig. Studien belegen zunächst nur, dass es bestimmte Positionen gibt, mehr nicht. Gerade in der Klimaforschung haben sich viele Studien (z.B. Hockeystick) als unseriös oder einseitig erwiesen. In meinem Artikel führe ich einige Studien v.a. deshalb an, um zu zeigen, dass es auch andere Meinungen gibt als die von Rahmstorf und dass gerade er (was vielen Leuten unangenehm auffällt) die Angewohnheit hat, Rosinenpickerei zu betreiben und ihm unangenehme Meinungen zu leugnen oder als Fakes abzutun (Beispiel Hockeystick).

      Zur Übereinstimmung CO2-T. Schauen Sie sich die Zeit ab 1850 an. Die Phasen der Korrelation sind kürzer als die ohne deutliche Korrelation. Eine gute Übereinstimmung gibt es von ca. 1910-40 und 1975-98). Wäre CO2 ein so starker – oder gar der einzige – Treiber, müsste die Übereinstimmung viel besser sein. Ergo: entweder CO2 wirkt nicht so stark (oder gar nicht) oder andere Faktoren sind nicht so schwach, wie das IPCC behauptet.

      Sie sagen: „Natürlich spielen natürliche Faktoren eine Rolle. Die sind in den Klimamodellen sogar berücksichtigt, z.B. die Wolkenbildung“. Wer kennt die Bewölkung vor 1000, 200 oder 50 Jahren?

      Sie sagen: „Die Spannweite ist deshalb so groß, weil man eben nicht alle Prozeße gut kennt und nachbilden kann, da muss man auch mal mit Annahmen rechnen. Und die Spannweite vom IPCC ist auch ein Kompromiss vieler Studien und Beteiligter.“ Eine derart große Spreizung in den Modellen zeigt v.a., dass sie nichts taugen bzw. das Klima sich nicht modellieren lässt. Auch das sagt ja auch der IPCC und gibt im AR 5 zu, dass die Modelle versagt haben. Aus solcher Kaffeesatzleserei Milliarden teure Maßnahmen abzuleiten ist völlig verantwortungslos – umso mehr, als der ganze teure Klimarummel keine CO2-Einsparungen zur Folge hat und auch nicht haben kann.

  3. Als Kommentar zu seinem Beitrag habe ich Herrn Professor Rahmstorf den folgenden Text für den betr. Blog zugeleitet. Er wurde, was zu erwarten war, natürlich in seinem Netzauftritt nicht berücksichtigt. Vielleicht wäre das ja auch für eine Veröffentlichung bei bei Ihnen geeignet.
    Er lautet:
    Sehr geehrter Herr Professor Rahmstorf, da haben Sie ja ein grandioses und damit entlarvendes Eigentor geschossen mit Ihrer Forderung, daß und warum Deutschland seinen sog. Klimaschutz (Energiewende) nicht nur beibehalten, sondern sogar noch verstärken muß. Ihre diesbezügliche – wohl absichtlich – sehr verschrubelte Begründung zeigt eindeutig auf, wie hirnrissig Ihre Forderung unter Berücksichtigung der auch von Ihnen anerkannten Tatsache ist, daß Deutschland nur mit einem Anteil von zwei Prozent an dem anthropogenen CO2 beiträgt. Ein ganz einfaches Gedankenexperiment macht das eindeutig klar: Angenommen Deutschland macht, um die Welt vor den Hitzetod zu retten, geschlossen Selbstmord. Wie würde sich das auf den gesamten menschlichen CO2-Eintrag auswirken? Richtig: So gut wie gar nicht – Null Effekt Niente oder anders ausgedrückt: Am Klimawandel würde sich nichts ändern!
    Dafür hat aber die auch von Ihnen mit aller Kraft befeuerte sog. Energiewende leider um so mehr Konsequenzen für Deutschland: So sicher wie auch morgen die Sonne aufgeht, so sicher bedeutet die Fortsetzung der allen Grundsätzen der Naturwissenschaften hohnsprechende „Klimaschutzpolitik“ das Ende Deutschlands als eine vergleichsweise wohlhabende Industrienation, wie von immer mehr und immer deutlicher von vielerlei Indikatoren angezeigt wird. Das Menetekel an der Wand wird immer deutlicher: Die Eliten verlassen das Land, ganze Industriebereiche verlagern ihren Firmensitz ins Ausland, die Autoindustrie wird schleichebd abgewickelt, die MINT-Wissenschaften verlieren ihre ausschlaggebende Bedeutung und werden durch Gaga ersetzt etc.
    Merke:
    Wer also mit dem Größenwahn und Irrsinn der sog. Klimaschutzpolitik nicht einverstanden ist, dem bleibt gerade als ein nicht völliger Intelligenzallergiker nichts anders übrig als die auch von Ihnen verteufelte Partei zu wählen, wenn er nicht will, daß Deutschland auf den Stand eines Entwicklungslandes niedrigster Stufe zurückgeworfen wird bzw. wenn er sich, zumindest moralisch, nicht mitschuldig machen will an diesem ungeheuerlichen Vorgang der Vernichtung eines einigermaßen gedeihlichen Gemeinwesens für nichts und wieder nichts. Die AfD hat nämlich bei aller be- oder auch unberechtigten Kritik ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu allen anderen in den Parlamenten vertretenen Parteien, nämlich die laut Parkbeiprogramm strikte und kompromisslose Ablehnung der sog. „Klimaschutzpolitik“, was sie gerade für wissenschaftlich oder technisch Ausgebildete gleichsam zwangsweise nur alleine wählbar macht.

    Zusammenfassend nun noch ein Zitat von Berthold Brecht, welches Ihr diesbezügliches Handeln, sehr geehrter Herr Professor, kurz und präzise beschreibt:
    „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf.
    Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!”
    Daß Sie kein „Unwissender“ sind, das dürfte wohl feststehen.

    Meine kritischen, aber sehr berechtigten Anmerkungen zu Ihrem Beitrag werden Sie wohl nicht ins Netz stellen; deswegen erhält aufruhr.de, eine weitere Ausfertigung für eine evtl. Veröffentlichung in seinem Blog.
    „Klimaschutz“ ist hier das Gegenteil von Umweltschutz!

    Hierzu wurde noch eine ergänzende Erläuterung nachgereicht. Es mag ja sein, daß die Kernaussage meines Beitrages nicht ganz deutlich wird. Deswegen sei sie hier nochmals zusammengefasst wiederholt:
    Egal auf welchen Ursachen der Klimawandel beruht, hat Deutschland nicht die geringste Spur einer Möglichkeit, daran direkt irgendetwas ändern zu können. Ist doch ganz einfache zu verstehen.
    Was nun aber für Deutschland diese „direkte“ unsäglich hirnrissige „Klimaschutzpolitik“ für gravierende Folgen hat, ist u.a. aus meinem Beitrag zu ersehen, wobei die unglaublich unsoziale Komponente, nämlich der Umverteilung von unten nach oben durch die weltweit höchsten Strompreise (für nichts und wieder nichts!), dort noch nicht einmal thematisiert ist, was hiermit nachgeholt wird.

    1. Ich stimme Ihnen in vielen Punkten zu, in einem aber absolut nicht: die AfD ist nicht wählbar. Sie ist eine konservative und rassistische Partei – auch wenn sie bei Klima und Energie richtig liegt.

      1. Sehr geehrter Graaf, Sie haben ja so recht, Rassisten sind unwählbar. Rassisten (=Nazis) stellen sich mit ihrer Gesinnung nämlich außerhalb der menschlichen Gemeinschaft. Sie sind gleichsam gar keine Menschen im humanen Sinn; sie sehen nur so aus. Die Aussage gilt auch in Würdigung des Art 1 GG. Können Sie mir bitte sagen, worauf Sie Ihr so vernichtendes Urteil abstellen, die AfD`ler aus der menschlichen Gemeinschaft aufzustoßen, damit ich ggf. meine Wahlentscheidung oder -empfehlung anpassen kann.
        Was nurn Ihre Gleichsetzung von Konservativismus und Rassismus angeht, so werfen Sie vergleichsweise Mutter Theresa und Stalin oder Menschlichkeit und Kommunismus in einen Topf.

        1. Ich werfe Konservatismus und Rassismus keineswegs in einen Topf, deshalb schrieb ich auch „und“. Sicher ist nicht jeder AfDler ein Rassist, aber in der AfD haben offene Rassisten Ämter und es gibt enge Beziehungen zur rechten militanten Szene. Und wer die AfD unterstützt oder wählt, unterstützt damit auch den Rassismus. Eigentlich ganz einfach. Ansonsten sind auch Nazis natürlich Menschen, was sonst?! Trotzdem sind sie eine Gefahr für die Menschheit und man muss sie politisch bekämpfen.

          Der Klimawahn ist ein (!) Ausdruck des wachsenden Irrationalismus des Kapitalismus. Und dieses System verteidigt auch die AfD.

          Ihre Gleichsetzung von Kommunismus und Stalin (wenn ich sie richtig verstehe) ist einfach Unfug, darauf gehe ich nicht weiter ein.

  4. Ergänzung zur Wolkenrückkopplung: Wenn es die positive Wolkenrückkopplung gibt, dann bedeutet das ja umso mehr, dass die CO2-Wirkung abnimmt, da sich die Absoptionsspektren von Wasserdampf und CO2 überlappen. Zudem: mit stärkerer Erwärmung nimmt auch (mit der 4. Potenz) die Abkühlleistung zu.

  5. „Er verschweigt und verschleiert nichts, er macht eine vollkommen legitime Näherungsbetrachtung.“

    Wenn jemand eine Näherungsbetrachtung für so einen kleinen Zeitabschnitt so mißverständlich beschreibt …. kommt man sehr schnell zu vorsätzlicher Täuschung der Öffentlichkeit!

  6. Sehr geehrter Herr Graaf!

    Ich greife mal drei Punkte in Ihrem Artikel auf.
    Punkt 1: Nichtlinearität der CO2 -Konzentration.
    Hätten Sie auch die Kommentare und die Antworten von Herrn Rahmsdorf gelesen hätten Sie sich diesen Punkt sparen können. Der User Daniel fragt am 21. März 2019 @ 11:39 folgendes:

    „Die Erwärmung hängt nicht linear mit der CO2-Konzentration zusammen:
    https://wattsupwiththat.com/2010/03/08/the-logarithmic-effect-of-carbon-dioxide/
    Sie können also nicht aus 10x mehr CO2 die zehnfache Erwärmung annehmen.“

    Darauf die Antwort von Herrn Rahmsdorf:

    „Sie haben eines verpasst, was ich sehr bewusst gemacht habe: ich habe den linearen Zusammenhang nur für die winzige Temperaturänderung durch 10 Jahre deutscher Emissionen angenommen, und bei einer so geringen Änderung ist der Effekt in exzellenter Näherung linear. Den Sprung von 0,05 auf die vielleicht naheliegenden 5 Grad bei der Hundertfachen Emissionsmenge habe ich bewusst nicht gemacht, sondern “mehrere Grad” geschrieben, genau weil bei einer so großen Änderung der logarithmische Effekt relevant wird.“

    Er verschweigt und verschleiert nichts, er macht eine vollkommen legitime Näherungsbetrachtung.

    Punkt 2: „positive Wolkenrückkopplung zum CO2-Effekt“

    Nicht erwiesen oder beobachtet? Doch, schauen Sie hier:

    Water‐vapor climate feedback inferred from climate fluctuations, 2003–2008
    A. E. Dessler, Z. Zhang, P. Yang
    https://doi.org/10.1029/2008GL035333

    Punkt 3: Millar et al.
    In dem Paper kann ich keine Stelle finden die Ihre Aussage stützen würde. Im Abstract heißt es:
    „If CO2 emissions are continuously adjusted over time to limit 2100 warming to 1.5 °C, with ambitious non-CO2 mitigation, net future cumulative CO2 emissions are unlikely to prove less than 250 GtC and unlikely greater than 540 GtC.“
    Für das 1,5°C ziel sind wahrscheinlich nicht weniger als 250 GtC und wahrscheinlich nicht mehr als 540 GtC als Budget zu berücksichtigen.

    1. Danke für den Kommentar. Zunächst: Ich beziehe mich bei der Linearität auf den Text von Rahmstorf und nicht auf irgendwelche Kommentare. Entscheidend ist auch nicht, was in 10 Jahren passiert und ob es da „nahezu“ eine Linearität gibt, langfristig gibt es die eben nicht, wie u.a. Modtran zeigt. Das heißt konkret: Bei den derzeitigen CO-Emissionen ist eine gefährliche Erwärmung von über 2 Grad unrealistisch. Und jedes Jahr zig Milliarden auszugeben, um CO2 einzusparen – nachdem das nach 20 Jahren Energiewende (EW) nicht geklappt hat (!) – ist absurd. Abgesehen von der CO2-Frage: die EW ruiniert das Stromsystem. Selbst wenn CO2 der Klimakiller wäre, gibt es bessere und billigere Methoden dazu. Das Problem bei Rahmstorf und Co. ist, dass sie diesen monströsen Unfug unterstützen.

      Zu Punkt 2 gibt es auch andere Meinungen. Zu 3) die Rechnereien mit CO2-Budgets sind ohnedies Mumpitz – schon deshalb, weil Rahmstorf und IPCC behaupten, dass natürliche Faktoren keinen Einfluss auf die derzeitige Temperaturentwicklungen hätten. Ein Witz! Das paper von Millar (u.a. Studien) belegen (und deshalb wurden sie von mir angeführt), dass die vom IPCC angenommene CO2-Erwärmungswirkung von 3 Grad zu hoch ist.

      1. @Hanns Graaf
        Zu Punkt 1: Herr Rahmsdorf hat nie behauptet es gibt eine Linearität. Auch ihn seinen früheren Artikel wird das nie behauptet. Schauen Sie sich Ihr eigenes Diagramm an, wenn Sie zwischen 100 ppm und 400 ppm linear interpolieren machen Sie nur einen sehr kleinen Fehler. Dafür können Sie in diesem Bereich einfacher und leichter rechnen. Solche Vereinfachungen sind gängige Praxis. Sie müssen nur wissen wie es geht.

        Zu Punkt 2: Es geht hier aber nicht um Meinungen sondern um Messwerte und Beobachtungen. Wenn es andere Klimaforscher gibt die der Ansicht sind es gibt keine Rückkopplung, dann sagen Sie wo die Messwerte oder die Methoden falsch sind. Wenn Sie spezielle Erkenntnisse haben schreiben Sie Verlag oder Autor an und wiederlegen Sie die Arbeit von Dessler.

        Zu Punkt 3: Die aktuellste Studie dazu stammt von Cox P M et al. (2018) Emergent constraint on equilibrium climate sensitivity from global temperature variability. Nature. 553, 319–322. DOI: 10.1038/nature25450. Cox bestimmt die Klimasensitivität mit 2,8 °C und schränkt den Unsicherheitsbereich auf 2,2 °C bis 3,4°C ein. Damit liegt er immer noch mittig im Bereich aus dem letzten IPCC-Berichten, dort mit 1,5 °C bis 4,5 °C angegeben.

        1. Sie umgehen das Grundproblem: Wenn es keine Linearität gibt, dann gibt es auch keine katastrophale Erwärmung – vorausgesetzt, CO2 wärmt überhaupt, was ich zumindest so, wie es das IPCC behauptet, bezweifle. Studien gibt es für alle Meinungen mehr als genug, das beweist gar nichts. Viel wichtiger als diese und alle Modelle ist die Empirie – gerade beim Klima. Und ein grundsätzliches CO2-Signal zeigt die Klimageschichte eben nicht. Selbst die letzten 150 Jahre zeigen keine gute Übereinstimmung von T und CO2. Die Korrelationen T und Sonne sowie T und Meereströmungen sind weit besser. Und: Was ist das mit den 1,5 °C bis 4,5 °C des IPCC? Wenn andere (natürliche) Faktoren angeblich keine Rolle spielen – warum dann diese riesige Spannweite? Und: Warum folgt dann T nicht viel direkter dem CO2?????

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