Eine Kritik der Kritik

Die AfD und das Klima

Hanns Graaf

Im November 2018 veröffentlichte die Gruppe ArbeiterInnenmacht (GAM) im Rahmen ihres Theorieorgans RevolutionÀrer Marxismus Nr. 50 zur Frage des Populismus u.a. einen Artikel zur AfD von Wilhelm Schulz . In seinem Beitrag analysiert der Autor treffend und kenntnisreich die Politik, die Entstehung und die fatale Wirkung dieser rechts-konservativen Partei. Ein kurzer Abschnitt widmet sich der Position der AfD in der Klima- und Energiefrage. Auf diesen Passus geht der folgende Beitrag ein.

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Die „Wissenschaft“ des Professors Rahmstorf

Hanns Graaf

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karsten Hilse verfasste ein Flugblatt, das auf den Friday for Future-Demos verteilt wurde. Darin werden Fragen und Antworten zum Klima und zur Energiewende (EW) aufgefĂŒhrt, die nahelegen, dass die Angst vor einer Klimakatastrophe unbegrĂŒndet und die EW daher unnötig sei. Wie wollen hier jedoch nicht auf den Inhalt dieses Flyers eingehen, sondern auf die Internet-Debatte zwischen Hilse und Rahmstorf, seines Zeichens Professor am Potsdam Institut fĂŒr Klimafolgenforschung (PIK), der Hochburg des Klimaalarmismus in Deutschland (https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/herr-hilse-von-der-afd-beantwortet-die-fragen-der-klimalounge/). Wir greifen hier beispielhaft nur einen Aspekt heraus, um zu zeigen, welche Art „Wissenschaft“ Prof. Rahmstorf vertritt.

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FĂŒr welches Ziel?

Fridays for Future

Hanns Graaf

Am 15. MĂ€rz soll weltweit ein Schulstreik fĂŒr mehr Klimaschutz stattfinden, der sicher auch in Deutschland tausende SchĂŒlerInnen statt in die KlassenrĂ€ume auf die Straßen fĂŒhrt. Initiiert wurde Fridays for Future von Greta Thunberg, einer 16jĂ€hrigen schwedischen SchĂŒlerin, die sich fĂŒr den Kampf gegen die Klimakatastrophe engagiert. Inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung geworden. Wie war das möglich, da offenbar keine Partei oder Bewegung hinter der Initiative stand und nur die „kleine“ Greta?

Wichtig war dabei die ausnehmend positive Berichterstattung der Medien, die in Greta einen Polit-Star der besonderen Art gefunden hatten. Sie kam nicht aus dem Establishment, war jung und genoss auch wg. ihres Autismus noch einen besonderen Sympathie-Bonus. Ein wesentlicher Faktor war zweifellos auch, dass die Klimaschutz-Szene sich Gretas sehr bald annahm und ihre Auftritte managte.

Inzwischen ging durch die Medien (die öffentlich-rechtlichen ausgenommen) aber auch die Meldung, dass die Klima-Aktivistin und Geografie-Studentin Luisa-Marie Neubauer, eine der deutschen „BegleiterInnen“ Gretas, eine Vielfliegerin ist, die in ihrem jugendlichen Alter bereits fast alle Kontinente per Flugzeug bereist hat, was sicher nicht Klima-konform ist.

Da das SchwĂ€nzen der Schule, noch dazu regelmĂ€ĂŸig, ein Vergehen darstellt, kommt auch dem Umstand, dass die Schulbehörden dem Schulstreik oft eher wohlwollend als ablehnend gegenĂŒber stehen, Bedeutung zu. Ein Ă€hnlich positives Verhalten der Schulbehörden gegenĂŒber anderen Schulstreiks der letzten Jahre ist uns hingegen nicht bekannt – im Gegenteil: viele politisch engagierte SchĂŒlerinnen hatten mit Repressionen zu kĂ€mpfen. Nun hat sogar Kanzlerin Angela Merkel die fĂŒr Klima streikenden SchĂŒlerInnen gelobt. Wenn einem so viel Gutes widerfĂ€hrt, ist das doch eine Nachfrage wert.

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Laudatio des Tages vom 3.4.2017

Wie konnte das passieren?! Deutschland tut so viel fĂŒr den Klima- und Umweltschutz und hat so große Erfolge damit. Und das Hauptverdienst daran haben die GrĂŒnen. Doch warum stĂŒrzen sie dann in den Umfragen so ab?! Wir wissen doch, dass die Welt untergeht, wenn die GrĂŒnen untergehen, sie haben es doch selbst gesagt. So wollen wir also mutig sein, und die GrĂŒnen heute ĂŒber den grĂŒnen Klee loben (so lange es ihn noch gibt und kein Windradfundament darauf steht). „Laudatio des Tages vom 3.4.2017“ weiterlesen

Der Fall Lyssenko

Geschichte der Wissenschaft

Hanns Graaf

Trofim Denissowitsch Lyssenko (1898-1976) war ein sowjetischer Agronom und Biologe, der unter Stalin großen Einfluss erlangte. Seine Theorie – spĂ€ter „Lyssenkoismus“ genannt – knĂŒpft an Lamarck an. Die Genetik wurde unter Stalin als „bĂŒrgerliche Theorie“ per se abgelehnt. Nach Lyssenko werden Erbeigenschaften nicht durch Gene, sondern durch Umweltbedingungen bestimmt. Die Entwicklung der Arten erfolge nicht durch Mutation und Selektion, sondern durch die Vererbung erworbener Eigenschaften, d.h. durch UmwelteinflĂŒsse. Einige seiner Forschungsergebnisse wurden spĂ€ter sogar als FĂ€lschungen entlarvt. „Der Fall Lyssenko“ weiterlesen

Laudatio des Tages vom 6.7.2016

HaHo

Unser Dank geht heute an Gerd MĂŒller von der CSU. Sie werden ihn nicht kennen: er ist Minister. Nun hat er durch eine Wortmeldung bewiesen, dass es ihn als Entwicklungshilfe-Minister in der Bundesregierung wirklich gibt. Viele hatten ja geglaubt, dass die Entwicklungshilfe vom Wirtschaftsministerium gleich mit verwaltet wird – in Form von RĂŒstungsexporten. Ja, ein Ministerium fĂŒr Entwicklungshilfe gibt es wirklich. Wir mĂŒssen jetzt nur noch rauskriegen, ob es die Entwicklungshilfe als solche noch gibt.

Auch seinem Namen hat unser Minister Ehre gemacht. Wir wissen ja vom FC Bayern, dass dort einst ein Gerd MĂŒller sehr treffsicher war. Auch unser Ministerialer Gerd trifft genau ins Schwarze, ist ja auch kein Wunder, er ist ja bei der CSU. Er weiß auch genau, wie man’s macht. Er hat sich erstens ein Thema ausgesucht, wo jeder auch ohne Sachkenntnis punkten kann: die Klimakatastrophe. Zweitens hat er sich eine taffe Partnerin gesucht: die Umweltministerin und promovierte Expertin fĂŒr die Geschichte der Margarine-Industrie in NRW Barbara Hendricks. Beide taten nun, was immer gut ankommt: ihrer Sorge ĂŒber den Zustand der Welt Ausdruck zu verleihen.

„Der Klimawandel treibt Millionen Menschen aus den DĂŒrreregionen Afrikas und den KĂŒstengebieten Asiens in die Flucht.“, meinte Minister MĂŒller. Und blitzgescheit, wie er nun Mal ist, fĂŒgte er gleich hinzu: „Nur wenn wir alle gemeinsam wirksam den Klimaschutz voranbringen, können wir eine Welt ohne Hunger und Armut schaffen.“

Was sind schon 20 Monate Arbeitslosigkeit oder 20 nicht bezahlte Raten gegen 20 Zentimeter Meeresspiegel-Anstieg im 20. Jahrhundert?! Dass immer mehr Menschen in den KĂŒstenregionen Asiens leben, ist doch ein klares Zeichen dafĂŒr, dass der Asiate es cool findet, wenn der Pazifik in der Gemeinschaftsunterkunft fĂŒr 20 Wanderarbeiter schwappt.

Auch die Armut ist natĂŒrlich eine Folge des Klimawandels. Das sieht man schon daran, dass das Klima, das sich ja frĂŒher bekanntlich nie geĂ€ndert hat, bisher keine Probleme bereitet hat. Armut hĂ€ngt von der Temperatur ab, nicht etwa von fehlenden Jobs, schlechter Bezahlung oder Unterentwicklung. Auch der Hunger hat natĂŒrlich nichts zu tun mit Armut oder mit durch die Börsen in die Höhe getriebenen Lebensmittelpreisen. Nein, es ist der Niederschlag, der fehlt. Leider fehlen auch die Statistiken, die das zeigen. Und natĂŒrlich muss auch im rĂŒckstĂ€ndigen 21. Jahrhundert ein Land, wo es in einem Jahr Mal etwas weniger geregnet hat (was es frĂŒher nie gab), unweigerlich ins Chaos abrutschen.

Der Arabische FrĂŒhling ist ĂŒberhaupt nur eine Folge der Trockenheit. Diktatur, Mangel an Demokratie, Korruption und Perspektivlosigkeit haben damit nichts zu tun. 100 Liter Wasser pro Nase ersetzen jede Revolte. 2 Grad weniger – und die arabischen Hitzköpfe hĂ€tten weiter auf dem Gebetsteppich gekniet, statt Straßen und PlĂ€tze zu besetzen.

Dank Ihnen, Herr MĂŒller, haben wir nun endlich verstanden: nicht der Kapitalismus ist die Ursache, sondern das Klima.