Bundestagswahlen 2017: Wen wÀhlen?

Hanns Graaf

Manche Linke folgen bei Wahlen dem Motto „Wahlen Ă€ndern nichts, ansonsten wĂ€ren sie ja verboten“. Das stimmt natĂŒrlich insofern, als alle aktuell zur Wahl stehenden grĂ¶ĂŸeren Parteien gar nicht die Absicht haben, das kapitalistische System in Frage zu stellen. Selbst dann, wenn sie – wie die Linkspartei – den Kapitalismus manchmal in Sonntagsreden ĂŒberwinden wollen. Selbst wenn sie diesen sogar offen ablehnen – wie die kandidierenden kleineren linken Organisationen DKP, MLPD oder die „Partei fĂŒr soziale Gleichheit“ (PSG) – verfĂŒgen sie weder ĂŒber die soziale Kraft noch ĂŒber ein Konzept, um das zu bewerkstelligen. Insofern Ă€ndern Wahlen an der Gesellschaft „insgesamt“ tatsĂ€chlich nichts. „Bundestagswahlen 2017: Wen wĂ€hlen?“ weiterlesen

Die Kuschel-KĂ€mpfer: Zum Kandidaten-Duell zwischen Merkel und Schulz

Paul Pfund

Das groß angekĂŒndigte „Duell“ zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz enttĂ€uschte auf ganzer Linie – zumindest Jene, die (leichtfertig) angenommen hatten, es ginge da hoch her und brĂ€chte einige Erleuchtung ob etwaiger grundlegender Unterschiede zwischen Union und SPD. „Die Kuschel-KĂ€mpfer: Zum Kandidaten-Duell zwischen Merkel und Schulz“ weiterlesen

Mit Verboten gegen Erdogan?
Nationalisten machen mobil

Martin Suchanek

Mit freundlicher Genehmigung des Autors ĂŒbernommen von www.arbeitermacht.de

Immer bizarrer werde Erdogan, empört sich CDU-Vizevorsitzende Klöckner anlĂ€sslich von Erdogans jĂŒngsten verbalen Attacken auf EU-PolitikerInnen. Die deutsche Kanzlerin in die NĂ€he von Nazis zu stellen, gehöre sich schließlich nicht. Anders als die offenen RassistInnen und RechtspopulistInnen fordere sie schließlich keinen neuen „Kulturkampf“ gegen den Islam. „Mit Verboten gegen Erdogan?
Nationalisten machen mobil“
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Der junge Marx

Eine Filmkritik

Hannes Hohn

FĂŒr MarxistInnen ist ein Film ĂŒber Marx ein Muss. Dabei ensteht die Spannung schon, bevor man den Film sieht, denn man fragt sich natĂŒrlich, welche Sicht auf Marx dort prĂ€sentiert wird. Gerade als Ostdeutscher hat man noch die diversen DDR-Filme ĂŒber die Großen der Arbeiterbewegung vor Augen, die meist mehr oder weniger unfreiwillig komisch wirkten und die Geschichte und ihre Akteure immer so darstellten, dass sie ins ideologische Raster des Stalinismus passten. In schlechter Erinnerung ist mir z.B. noch das Epos „ThĂ€lmann – Sohn seiner Eltern“ – Pardon: „ 
 seiner Klasse“. Doch um es gleich vorweg zu sagen: „Der junge Marx“ von Regisseur Raoul Peck hat mich nicht enttĂ€uscht – im Gegenteil. „Der junge Marx“ weiterlesen

Alternative zu Staat und Kirche

Die Kinderladen-Bewegung

Hannes Hohn

In den spĂ€ten 1960er und frĂŒhen 1970er Jahren entstanden in der BRD und Berlin/West die ersten KinderlĂ€den. Das waren selbstverwaltete, sich als „alternativ“ verstehende Kindereinrichtungen fĂŒr Vorschulkinder. TrĂ€ger waren Elterninitiativen, die meist die Form von TrĂ€gervereinen annahmen. Betreut wurden etwa 10-20 Kinder, weit weniger als es damals in anderen Einrichtungen ĂŒblich war, die eher Aufbewahranstalten waren als pĂ€dagogische Einrichtungen. Als RĂ€umlichkeiten wurden anfangs oft LadenrĂ€ume genutzt, die leer standen, weil mit dem Aufkommen der großen SupermĂ€rkte viele kleine HĂ€ndler aufgeben mussten. Daher auch der Name „Kinderladen“. Dem gleichen Konzept entsprangen spĂ€ter SchĂŒlerlĂ€den, wo eine Hort- und Hausaufgabenbetreuung  stattfand. Manchmal entwickelten sich diese Einrichtungen zu grĂ¶ĂŸeren Jugend-, Freizeit- und Kultureinrichtungen. „Alternative zu Staat und Kirche“ weiterlesen