Mit Computern wird alles besser

Strukturen der DDR

Petra Heller

In den 1980er Jahren wurden auch in der DDR in größerem Umfang Computer eingefĂĽhrt. Dagegen war an sich nichts einzuwenden, wenn damit nicht die Vorstellung verbunden gewesen wäre, dass die Verbesserung der Technik, dass die EinfĂĽhrung neuer Technologie die einzigen Mittel wären, um die Gesellschaft voran zu bringen. Diese Vorstellung war aber gerade dem Stalinismus eigen. Stalin prägte einmal die Slogans „Die Technik entscheidet alles!“ und „Die Kader entscheiden alles“ – wobei mit „Kadern“ die BĂĽrokratie gemeint war. Dass neue Technik ein Mittel zur Entwicklung der Gesellschaft ist, wird wohl kein(e) MarxistIn leugnen. Doch was bedeutet deren EinfĂĽhrung hinsichtlich der gesellschaftlichen Strukturen? „Mit Computern wird alles besser“ weiterlesen

Storys statt Geschichte

Eine Rezension zu „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“

Hannes Hohn

Drei Jahrzehnte Antifaschismus in Ostdeutschland sind allemal ein Grund zum Bilanzieren. Dieser Aufgabe widmet sich das Buch „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“ (Verlag Westfälisches Dampfboot, ISBN 978-3-89691-102-5) auf 212 Seiten. Der (etwas eigenartige) Untertitel kĂĽndigt an, dass es um „Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung“ geht – damit sind wohl Perspektiven einer oder fĂĽr eine eigenständige Bewegung gemeint. Das Buch enthält 12 Beiträge verschiedener AutorInnen, darunter auch der Herausgeber Christin Jänicke und Benjamin Paul-Siewert. „Storys statt Geschichte“ weiterlesen

Staates Kinder

Erziehung in der DDR

Hannes Hohn

In der Linken taucht die Frage der Vergesellschaftung der Hausarbeit, wenn ĂĽberhaupt, oft nur als Forderung auf, um das ungenĂĽgende oder teure Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu verbessern. Zuweilen wird dabei auf das Beispiel der DDR verwiesen, wo es diesbezĂĽglich tatsächlich bessere Bedingungen als in der BRD gab. Spätenstens sei den 1970ern war fĂĽr jedes Kind ein Krippen-, Kindergarten- und Hortplatz vorhanden. Frauen war es in der DDR so leichter möglich, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Der Autor kann sich noch lebhaft an die Verwunderung von Studierenden aus der BRD, die in der DDR zu Gast waren, erinnern, als sie hörten, dass viele Studentinnen während des Studiums Kinder bekamen und wie gut die Betreuungsmöglichkeiten waren. „Staates Kinder“ weiterlesen

Wohnst Du noch, oder lebst Du schon?

Das DDR-Wohnungsbauprogramm

Hanns Graaf

Der bekannte Werbeslogan von IKEA enthält mehr ernst zu nehmenden Inhalt, als es sich die Marketing-Experten wohl gedacht haben. Schon Friedrich Engels wies darauf hin, von welch groĂźer Bedeutung die Wohnverhältnisse fĂĽr die gesamten Lebensverhältnisse sind. Man könne, so meinte er mit Blick auf die Wohnumstände der Arbeiterklasse, die Menschen mit einer Wohnung auch „erschlagen“. Leben ist nicht nur Wohnen, aber Wohnen ist immer ein StĂĽck Leben. „Wohnst Du noch, oder lebst Du schon?“ weiterlesen

Eine politische Zwangsehe?

Vereinigung von KPD und SPD zur SED vor 70 Jahren

Hannes Hohn

Am 21. April 1946 schlossen sich in der sowjetischen Besatzungszone KPD und SPD zur SED zusammen. Die Bewertungen dieses Ereignisses sind konträr genug: eine Seite bejubelt diese Vereinigung als Ăśberwindung der Spaltung der Arbeiterklasse und richtige Konsequenz aus den blutigen Erfahrungen des deutschen Proletariats unter dem Faschismus; die Gegenseite lehnt die SED-GrĂĽndung als Zwangsvereinigung ab.  „Eine politische Zwangsehe?“ weiterlesen