Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings

image_pdfimage_print
Hanns Graaf

Sich die Benutzung eines PKWs zu teilen – das Carsharing – kommt immer mehr in Mode. Im Straßenbild keiner größeren Stadt fehlen die diversen Logos der inzwischen über 150 Carsharing-Firmen. Lt. dem Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) gab es 2015 über 1.260.000 Kunden von Carsharing-Stationen – ein Zuwachs von 21% gegenüber dem Vorjahr. Bei stationsunabhängigen Angeboten gab es sogar eine Steigerung um 26%, über 800.000 Menschen nutzten solche Angebote in insgesamt sieben Großstädten. Derzeit gibt es 4.600 Carsharing-Stationen in 537 Orten in Deutschland mit über 9.000 Fahrzeugen. Das seit nunmehr fast 30 Jahren anhaltende Wachstum dieser Autonutzungs- bzw. Unternehmensform wird sich mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren – und nicht nur in Deutschland – fortsetzen. „Teile und herrsche? Gesellschaftliche Perspektiven des Carsharings“ weiterlesen

Fundstück XXII

image_pdfimage_print

Wie die Gemeinden und die übrigen Selbstverwaltungen sich unter der vollen Demokratie ihrer Aufgaben entledigen, wie weit sie diese Aufgaben sich stecken werden, das muss die Zukunft selbst lehren. Soviel aber ist klar: sie werden um so mehr und ungestümer experimentieren und daher um so größeren Fehlgriffen ausgesetzt sein, je plötzlicher sie in den Besitz ihrer Freiheit kommen, und sie werden um so umsichtiger und praktischer vorgehen und um so besser das Wohl der Allgemeinheit wahrnehmen, je mehr die Arbeiterdemokratie sich in der Schule der Selbstverwaltung geübt hat.

Eduard Bernstein

ABC des Marxismus X:
Wer war Che Guevara?

image_pdfimage_print

Für viele Linke ist Che, wie er meist genannt wird, ein Vorbild oder gar eine Ikone. Doch er steht für ganz unterschiedliche „Verdienste“: er war einer der Führer der Kubanischen Revolution, er war ein mutiger und selbstloser antiimperialistischer Kämpfer. Manche sehen ihn als Stalinisten, andere als „unbewußten Trotzkisten“. „ABC des Marxismus X:
Wer war Che Guevara?“
weiterlesen

Selbstbild 1988

image_pdfimage_print

Hanns Graaf

Ich geh nicht mit den Moden,

Gleich, ob es euch geniert.

Ich trage lange Loden

Und bleibe unfrisiert.

 

Ein Tarnnetz dichter Haare

Verbirgt noch mein Genick.

Schützt mich noch wieviel Jahre

Vor Sonnenbrand und Strick?

 

Zu knapp für einen Weisen

Mein Bart, was ich gelebt.

Kaum Fluchten, selten Reisen.

Die Schuh noch nicht geklebt.

 

Die Lippen aufgerissen.

Was hab ich schon geschluckt!

Wie hat vom Schweigen müssen

Der Mund mir oft gezuckt.

 

Ich hasse dieses Bücken,

Denn dabei rutscht mir schnell

Von meinem Nasenrücken

Das Aussichtsglasgestell.

 

Trag schwarze Augenränder,

Hab ich lang fern gesehn.

Ich dreh mich durch die Sender

Und kann die Welt nicht drehn.

 

Vom Zweifeln angeknittert,

Doch narbenfrei die Stirn.

Halb hoffend, halb verbittert,

So windet sich mein Hirn.

ABC des Marxismus IX: Was ist Unterdrückung?

image_pdfimage_print

Die große Mehrheit der Menschheit wird unterdrückt. Frauen, Jugendliche, Schwarze, Lesben und Schwule, ethnische und religiöse Minderheiten, Oppositionelle – sie alle erleiden spezifische Formen von Unterdrückung. Aber die Werktätigen insgesamt (ArbeiterInnen, arme BäuerInnen usw.) werden ebenfalls unterdrückt. Unterdrückung bedeutet – ganz allgemein – die Verweigerung von Rechten und Möglichkeiten, die es gestatten, ein menschenwürdiges Leben zu führen. „ABC des Marxismus IX: Was ist Unterdrückung?“ weiterlesen

Fundstück XXI

image_pdfimage_print

Man kann schon jetzt mit Recht von der Partei Marx-Engels sagen, das sie weit über allen Emigranten, Agitatoren und Zentralkomitees steht, weil sie unbestritten die größere Macht des Wissens und des Geistes für sich hat. Marx selbst ist persönlich bekannt, und man weiß, dass er in seiner Zehspitze mehr geistigen Fonds als die ganze übrige Gesellschaft in ihren Köpfen hat.

Berlins Polizeichef Hinckeldey, 1852

Der junge Marx

image_pdfimage_print
Eine Filmkritik

Hannes Hohn

Für MarxistInnen ist ein Film über Marx ein Muss. Dabei ensteht die Spannung schon, bevor man den Film sieht, denn man fragt sich natürlich, welche Sicht auf Marx dort präsentiert wird. Gerade als Ostdeutscher hat man noch die diversen DDR-Filme über die Großen der Arbeiterbewegung vor Augen, die meist mehr oder weniger unfreiwillig komisch wirkten und die Geschichte und ihre Akteure immer so darstellten, dass sie ins ideologische Raster des Stalinismus passten. In schlechter Erinnerung ist mir z.B. noch das Epos „Thälmann – Sohn seiner Eltern“ – Pardon: „ … seiner Klasse“. Doch um es gleich vorweg zu sagen: „Der junge Marx“ von Regisseur Raoul Peck hat mich nicht enttäuscht – im Gegenteil. „Der junge Marx“ weiterlesen

Ein stalinophiler Ausrutscher?

image_pdfimage_print
Zu einem Artikel der Gruppe Arbeitermacht

Hanns Graaf

Der Trotzkismus kann für sich in Anspruch nehmen, gegen den Stalinismus gekämpft und dessen unterdrückerische, reaktionäre und konterrevolutionäre Rolle entlarvt zu haben. Das ist unbestreitbar, auch wenn man nicht allen seinen Analysen zustimmen mag. Umso verwunderlicher ist es daher, wenn eine trotzkistische Gruppe Leuten eine Plattform gibt, die offen eine Relativierung und Beschönigung des Stalinismus betreiben. „Ein stalinophiler Ausrutscher?“ weiterlesen

ABC des Marxismus VIII: Wer war Rosa Luxemburg?

image_pdfimage_print

Rosa Luxemburg war die bedeutenste Sozialistin des 20. Jahrhunderts. Sie setzte sich für die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus ein und kämpfte besonders gegen Militarismus und imperialistischen Krieg. Im Unterschied zu der auf Reformen ausgerichteten bürokratischen Politik der Führungen der SPD und der Gewerkschaften orientierte sie auf die Revolution und die schöpferische Aktivität der Arbeiterklasse. „ABC des Marxismus VIII: Wer war Rosa Luxemburg?“ weiterlesen